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Konkurrenz für Aldi, Lidl und Co.: Amazon will 2023 mehr Supermärkte eröffnen

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Von: Sarah Neumeyer, Lucas Maier

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In England und den USA gibt es sie bereits: Supermärkte aus dem Hause Amazon. Der Amazon-Chef hat jetzt angekündigt, in diesem Bereich „groß rauskommen“ zu wollen.

München – Bücher, Lebensmittel und Technik: Bei dem Onlinegiganten Amazon wird fast jeder fündig. Derzeit geht dies in Deutschland vor allem über den Online-Versandhandel.

Aber gibt es bald auch stationäre Supermärkte des Amazon-Konzerns in Deutschland? Das lässt zumindest ein Interview mit dem Amazon-Chef Andy Jassy vermuten. Gegenüber der Financial Times kündigte er zuletzt an, dass der Konzern im Jahr 2023 in diesem Bereich „groß“ einsteigen wolle. Damit könnte Amazon langfristig auch Aldi, Lidl, Rewe und Edeka Konkurrenz machen.

Macht Amazon bald Aldi, Lidl und Co. Konkurrenz? Chef hofft auf Geschäfts-Format in 2023

In Europa ist das physische Einkaufen bereits in 15 Amazon-Fresh-Geschäften möglich – alle davon befinden sich im Großraum London, wie eine Amazon-Sprecherin auf Anfrage von hna.de von IPPEN.MEDIA mitteilt. Man setze weiterhin auf physische Läden im Vereinigten Königreich und habe erst kürzlich zwei neue Geschäfte im Großraum London eröffnet. 

Dazu, ob bald weitere Geschäfte eröffnet werden, will sich Amazon nicht äußern. „Zu einer weiteren Expansion haben wir keine Ankündigungen gemacht“, teilte die Sprecherin mit. Laut Amazon-CEO Jassy experimentiere man aktuell jedoch mit der Auswahl, den Kassenformaten, dem Sortiment und den Preispunkten. „Wir hoffen, dass wir im Jahr 2023 ein Format haben, mit dem wir groß rauskommen wollen, und zwar auf der physischen Seite“, sagte er gegenüber der Financial Times. „Ich bin ermutigt, dass wir mehrere haben, die ich für vielversprechend halte.“

Amazon
Gründung:1994
Sitz:Seattle (Washington, USA)
Leitung:Jeff Bezos
Amazon-Fresh-Märkte in Europa15 (alle in England)

Amazon-Supermärkte: Expansion verlief bisher nicht erfolgreich

Die bisherige Eröffnung von Amazon-Supermärkten verlief allerdings eher schleppend. In den USA übernahm der Online-Händler im Jahr 2017 die Supermarkt-Kette Whole Foods. Die Konkurrenz befürchtete große Veränderungen in der Lebensmittelbranche, diese traten aber nicht ein, wie die Financial Times berichtet. Laut Jassy ist ein Mangel an „Normalität“ während der Corona-Pandemie für die gefloppte Expansion im Lebensmittelbereich verantwortlich.

Aber auch andere Geschäftskonzepte von Amazon waren nicht erfolgreich. In Großbritannien eröffnete Amazon 2021 auch ein sogenanntes „4-Star“-Geschäft. Dort konnten laut einer Pressemitteilung ausgewählte Produkte gekauft werden, die mit vier Sternen oder höher bewertet wurden. Wie Amazon mitteilt, ist das Geschäft jedoch mittlerweile wieder geschlossen. Auch eine vollautomatisierte Amazon-Go-Filiale in London gibt es nicht mehr, bestätigte eine Konzern-Sprecherin.

Amazon zum Anfassen: Kommen bald Filialen des Onlinegiganten nach Deutschland?
Amazon zum Anfassen: Kommen bald Filialen des Onlinegiganten nach Deutschland? (Archivbild) © Amazon/dpa

Amazon-Bewertungen sollte nicht immer Vertrauen geschenkt werden, wie ein Insider zuletzt verriet. Mittlerweile versucht der Konzern den sogenannten Fake-Bewertungen jedoch entgegenzuwirken. (Lucas Maier, Sarah Neumeyer)

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