Beitragsexplosion droht

AOK, Barmer und Co.: Schock für Millionen Krankenkassen-Kunden! So teuer werden die Beiträge 

Millionen Krankenkassen-Kunden droht im kommenden Jahr eine Beitragsexplosion. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Kassel – Einem Großteil der rund 70 Millionen Krankenkassen-Patienten droht im kommenden Jahr eine saftige Erhöhung ihrer Beiträge. Der Grund: Nach aktuellem Stand explodieren die Kosten der Krankenkassen. Dann müsste der Zusatzbeitrag ab Januar um bis zu 0,7 Punkte steigen. Das berichtet Bild.de.

„Wenn die Bundesregierung keine weiteren Zuschüsse für die Krankenkassen beschließt, würde der Zusatzbeitrag von derzeit 1,3 auf 2 Prozent ansteigen“, so Jens Martin Hoyer, stellvertretender AOK-Vorstandsvorsitzender, gegenüber der Bild-Zeitung.

Krankenkassen-Beitrag würde auf 16,6 Prozent steigen

Insgesamt würde der Krankenkassen-Beitrag (Grundbetrag plus Zusatzbetrag) dann 16,6 Prozent des Bruttolohns betragen. Den Satz teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer zur Hälfte.

„Den Krankenkassen fehlen insgesamt 1,9 Milliarden Euro“, begründet Barmer-Chef Christoph Straub die mögliche Beitragserhöhung in der Bild-Zeitung.

Im Falle einer Beitragserhöhung müsste beispielsweise ein Beschäftigter mit 2500 Euro Brutto pro Monat 8,75 Euro monatlich mehr bezahlen. Damit wären jährlich 105 Euro mehr fällig. Bei 3000 Euro Brutto pro Monat würde der Krankenkassen-Beitrag monatlich um 10,50 Euro steigen (plus 126 Euro pro Jahr). Bei 5000 Euro Bruttolohn wären 17,50 Euro im Monat fällig (210 Euro pro Jahr).

AOK, Barmer und Co.: Vielen Krankenkassen-Kunden droht eine enorme Erhöhung ihrer Beiträge.

Die Gründe für die erhöhten Ausgaben der Krankenkassen sind vielfältig

Die Gründe für die höheren Ausgaben der Krankenkassen in Deutschland sind vielfälig:

  • Die Zahl der Klinik-OPs liegt wieder auf dem Niveau von vor der Corona-Pandemie. Im Lockdown hatten die Kliniken sehr viele OPs verschoben.
  • Die Anzahl der Arztbesuche nimmt zu.
  • Die Ausgaben für Physiotherapie sind um mehr als 14 Prozent gestiegen.
  • Durch die geminderte Mehrwertsteuer im vergangenen Jahr waren Medikamente billiger. Durch die wiedereingeführte Mehrwertsteuer verteuern sich die Arzneien.

„Nötig ist eine Aufstockung der Zuschüsse durch die Bundesregierung um 7 Milliarden Euro“, fordert Staub. Dann ließe sich die Beitragsexplosion für Millionen Krankenkassen-Kunden verhindern. (Jan Wendt)

Neuerung für Krankenkassen: Elektronische Rezepte sollen in Deutschland bald überall verfügbar sein. Auch Menschen ohne Smartphone sollen für Apotheken nur noch einen Code erhalten.

Rubriklistenbild: © Robert Schlesinger/dpa

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