Evangelischer Feiertag

Aus der Not entstanden: Deshalb wird der „Buß- und Bettag“ gefeiert

Buß- und Bettag
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„Buß- und Bettag": Ein Feiertag - aber nicht überall.

Der „Buß- und Bettag“: Früher ein gesetzlicher Feiertag in der ganzen Republik, heute nur noch in einem Bundesland. Doch warum wird dieser überhaupt gefeiert?  

Kassel - Zwischen dem 16. und 22. November findet jedes Jahr der „Buß- und Bettag“ statt. Als gesetzlicher Feiertag gilt der „Buß- und Bettag“ allerdings nur in Sachsen. Das war allerdings nicht immer so.

Bis 1994 war der „Buß- und Bettag“ in ganz Deutschland ein gesetzlicher Feiertag. In Bayern haben Schülerinnen und Schüler am „Buß- und Bettag“ schulfrei.

„Buß- und Bettag“: Zwischen Feiertag und Pflegeversicherung

Im Zuge der Einführung der sozialen Pflegeversicherung in Deutschland im Jahr 1995 wurde der „Buß- und Bettag“ als gesetzlicher Feiertag in Deutschland gestrichen. Somit war „Buß- und Bettag“ auch nicht mehr arbeitsfrei. Durch die Mehrarbeit der Arbeitnehmer wollte die finanzielle Mehrbelastung der Arbeitgeber ausgeglichen werden.

  • Pflegeversicherung
  • Einführung: 1995
  • Beitragssatz für Versicherte (außer in Sachsen): 1,525%
  • Beitragssatz für Arbeitgeber (außer in Sachsen): 1,525%

In Sachsen, wo auch heute der „Buß- und Bettag“ immer noch arbeitsfrei ist, müssen Arbeitnehmer einen stark erhöhten Beitrag für die Pflegeversicherung zahlen. Dieser liegt derzeit mit 2,025 %, um ganze 0,5 % höher als im restlichen Bundesgebiet. Der Beitrag für die Pflegeversicherung wird vom Bruttoentgelt abgezogen.

Der erhöhte Betrag in Sachsen übersteigt allerdings die Kosten eines Arbeitstages, wodurch für die Beschäftigten ein Nachteil entsteht. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entschied im Jahr 2003 allerdings, das dieser Nachteil hinnehmbar sei.

„Buß- und Bettag“: Das steckt dahinter

Der „Buß- und Bettag“ ist im evangelischen Glauben verankert. Anders als die meisten christlichen Feiertage geht der „Buß- und Bettag“ nicht auf ein bestimmtes Ereignis zurück.

Geschichtlich betrachtet gab es in Krisen- und Notzeiten immer wieder verschiedene „Buß- und Bettage“. Ziel dieser war es, die Bevölkerung im Angesicht von Gefahren und Notlagen zur Umkehr und zum Beten zu bewegen. Bereits aus der Antike sind solche Tage der Buße bekannt.

In Deutschland wurde der „Buß- und Bettag“ erstmals 1893 auf einen einheitlichen Tag gelegt. Im damaligen Preußen wurde der 12. März 1893 als „Buß- und Bettag“ in Preußen festgelegt. Erst während der NS-Diktatur wurde der „Buß- und Bettag“ im Rest von „Deutschland“ zum gesetzlichen Feiertag. (Lucas Maier)

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