Saftige Strafen für Raser

Neuer Bußgeldkatalog: Achtung, Autofahrer! Diese Verkehrssünden werden teurer

Im Herbst 2021 könnte ein neuer Bußgeldkatalog eingeführt werden. Wer dann mit dem Auto zu schnell unterwegs ist, muss kräftig zahlen.
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Im Herbst 2021 könnte ein neuer Bußgeldkatalog eingeführt werden. Wer dann mit dem Auto zu schnell unterwegs ist, muss kräftig zahlen.

Der neue Bußgeldkatalog soll bereits im Herbst in Kraft treten. Für Verkehrssünder sieht er mehrere saftige Erhöhungen der Bußgelder vor.

Kassel – Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, soll der neue Bußgeldkatalog, der von Bund und Ländern lange ausdiskutiert wurde, bereits im Herbst dieses Jahres in Kraft treten. Was dabei schnell auffällt: Die darin aufgeführten Sanktionen sind teilweise deutlich höher als bisher. Raser, die mit ihrem Auto gerne zu schnell unterwegs sind, müssten dann künftig etwa doppelt so viel berappen als noch momentan.

Der entsprechende Entwurf wurde nach Informationen der dpa Ende Juni an die Länder und Verbände zur Beteiligung geschickt. Im Herbst soll das Verfahren abgeschlossen werden – dafür bräuchte es aber noch die Zustimmung des Bundesrates.

Neuer Bußgeldkatalog 2021 – Die geplanten Strafen für Verkehrssünder im Überblick

Geht es nach dem neuen Bußgeldkatalog, dürften zudem auch die Sanktionen für Falschparker deutlich teurer werden. Die Sanktionen, auf die sich Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und seine Länderkollegen im April geeinigt hatten, sind teilweise doppelt so hoch wie im aktuellen Bußgeldkatalog. Wie hoch die Strafen für Autofahrer möglicherweise schon ab Herbst sein werden, sehen Sie hier:

VerstoßHöhe des Bußgeldes im neuen Bußgeldkatalog
Allgemeiner Halt- und ParkverstoßStatt 15 Euro droht ein Verwarnungsgeld von bis zu 55 Euro
Unberechtigtes Parken auf Schwerbehindertenparkplatz\tStatt 35 Euro drohen 55 Euro Bußgeld
Zuparken einer Feuerwehrzufahrt\t100 Euro Bußgeld
Behinderung eines Rettungsfahrzeugs\t100 Euro Bußgeld
Neu: Unberechtigtes Parken auf Parkplatz für E-Autos\t55 Euro Bußgeld
Neu: Unberechtigtes Parken auf Carsharing-Parkplatz\t55 Euro Bußgeld
Behinderung oder Ausnutzung einer Rettungsgasse\tStatt 200 Euro drohen 320 Euro und ein Monat Fahrverbot
Neu: LKW hält Schrittgeschwindigkeit beim Abbiegen nicht ein\t70 Euro Bußgeld
Vorschriftswidrige Nutzung von Seitenstreifen, Rad- und Gehwegen\tStatt 25 Euro drohen bis zu 100 Euro Bußgeld
Unnötige Lärm- und Abgasverursachung\tStatt bis zu 20 Euro drohen künftig bis zu 100 Euro Bußgeld

Neuer Auto-Bußgeldkatalog: Keine Nachsicht bei Temposündern

Wer mit dem Auto zu schnell unterwegs ist, muss künftig mit heftigen Strafen rechnen. Hier eine Übersicht zu den geplanten Sanktionen nach dem Bußgeldkatalog 2021 für Temposünder innerorts:

  • 30 Euro statt 15 Euro bei 10 km/h zu schnell
  • 50 Euro statt 25 Euro bei 11 km/h – 15 km/h zu schnell
  • 70 Euro statt 35 Euro bei 16 km/h – 20 km/h zu schnell
  • 115 Euro statt 80 Euro bei 21 km/h – 25 km/h zu schnell
  • 180 Euro statt 100 Euro bei 26 km/h – 30 km/h zu schnell
  • 260 Euro statt 160 Euro bei 31 km/h – 40 km/h zu schnell
  • 400 Euro statt 200 Euro bei 41 km/h – 50 km/h zu schnell
  • 560 Euro statt 280 Euro bei 51 km/h – 60 km/h zu schnell
  • 700 Euro statt 480 Euro bei 61 km/h – 70 km/h zu schnell
  • 800 Euro statt 680 Euro bei über 70 km/h zu schnell

Außerdem die geplanten Bußgelder für Pkw-Raser außerorts, basierend auf den Zahlen des ADAC (Allgemeine Deutsche Automobil-Club):

  • 20 Euro statt 10 Euro bei 10 km/h zu schnell
  • 40 Euro statt 20 Euro bei 11 km/h – 15 km/h zu schnell
  • 60 Euro statt 30 Euro bei 16 km/h – 20 km/h zu schnell
  • 100 Euro statt 70 Euro bei 21 km/h – 25 km/h zu schnell
  • 150 Euro statt 80 Euro bei 26 km/h – 30 km/h zu schnell
  • 200 Euro statt 120 Euro bei 31 km/h – 40 km/h zu schnell
  • 320 Euro statt 160 Euro bei 41 km/h – 50 km/h zu schnell
  • 480 Euro statt 240 Euro bei 51 km/h – 60 km/h zu schnell
  • 600 Euro statt 440 Euro bei 61 km/h – 70 km/h zu schnell
  • 700 Euro statt 600 Euro bei über 70 km/h zu schnell

Auto: Neuer Bußgeldkatalog 2021 schon ab dem Herbst

Noch muss der neue Bußgeldkatalog vom Bundesrat verabschiedet werden. Schon letztes Jahr sollte es eine Änderung an der Straßenverkehrs-Ordnung (STVO) geben, die vor allem den Schutz von Radfahrern gegenüber Autos zum Ziel hatte.

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Diese mussten allerdings wegen eines Formfehlers abgebrochen werden, daher gelten auch heute noch die alten Strafen. Sollte der Bundesrat dem neu vorgelegten Bußgeldkatalog zustimmen, sollte dieser im Herbst aber schon gültig sein und die alten Sanktionen ersetzen. (Nail Akkoyun) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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