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Führerschein-Entzug: Bei welchen Erkrankungen er abgegeben werden muss

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Von: Jan-Frederik Wendt

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Führerschein
Ein Führerschein und ein Autoschlüssel liegen auf einem Fahrzeugschein. © Marius Becker/dpa/Symbolbild

Ob 40 Grad Fieber oder Durchfall: Wer akut krank ist, gehört nicht hinters Steuer. Doch was gilt bei Depression, Diabetes oder nach einem Herzinfarkt? 

Kassel - Nicht nur bei Alkohol- oder Drogen-Konsum droht der Führerschein-Entzug. Auto-Fahrer mit bestimmten Erkrankungen dürfen sich nicht hinters Steuer setzen. Nur wer fit ist, darf fahren. Andernfalls drohen unangenehme Konsequenzen.

Ob man mit einer Beeinträchtigung fahren darf, regelt das Straßenverkehrsgesetz. Dort steht in Paragraf 2 geschrieben: Jemand ist „geeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen, wer die notwendigen körperlichen geistigen Anforderungen erfüllt und nicht erheblich wiederholt gegen verkehrsrechtliche Strafgesetze verstößt“.

Führerschein-Entzug: Die Eignung ist entscheidend

Außerdem heißt es in der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) in Paragraf 2: „Wer sich infolge körperlicher und geistiger Mängel nicht sicher im Verkehr bewegen kann, darf am Verkehr nur teilnehmen, wenn Vorsorge getroffen ist, dass er andere nicht gefährdet.“

Das ist weder konkret noch einfach umzusetzen. Denn Auto-Fahrer sind nicht dazu verpflichtet, die zuständigen Behörden über eine Beeinträchtigung zu informieren. Zudem bemerkt nicht jeder, dass er aufgrund einer Beeinträchtigung nicht fahren darf.

Hinzu kommt: Der behandelnde Arzt muss seine Patienten zwar auf dessen Fahruntüchtigkeit hinweisen. Wenn er seinen Patienten allerdings meldet, riskiert er ein Strafverfahren wegen Verletzung der Schweigepflicht. Aber: In Ausnahmefällen sind Ärzte von ihrer Schweigepflicht entbunden - beispielsweise, wenn sie eine erhebliche Gefahr abwenden können. Das gilt auch, wenn ein bekanntermaßen untüchtiger Patient ankündigt, sich hinters Steuer zu setzen.

Bei welchen Beeinträchtigungen der Führerschein weg ist

Entscheidend ist also die Eignung des Fahrers. Diese muss im Zweifel durch die Fahrerlaubnisbehörde ermittelt werden. Bei Bedenken kann die Behörde eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) oder das Gutachten eines Facharztes anordnen. Wenn sich dabei bestimmte Erkrankungen zeigen, kann die Fahrerlaubnis entzogen werden.

Wer schlecht hört oder sieht, muss nicht zwingend das Auto stehen lassen. Dann geht man davon aus, dass Betroffene eine Brille oder ein Hörgerät tragen. Erlaubt ist das Fahren bei folgenden Beschwerden:

Bei folgenden körperlichen Beeinträchtigungen dürfen sich Autofahrer nicht hinters Steuer setzen:

Aber: Wenn sich über zwölf Monate hinweg kein Epillepsieanfall ereignet hat und Sie in ärztlicher Behandlung sind, gibt es dennoch die Möglichkeit, ein Auto zu steuern. Wer bereits einen Herzinfarkt hinter sich hat, gilt als akut gefährdet. Wenn der Arzt es erlaubt, darf der Patient noch Auto fahren. Aber nach einem zweiten Herzinfarkt ist man dazu nicht mehr geeignet.

Bei welchen geistigen Beeinträchtigungen Auto-Fahrer ihren Führerschein abgeben müssen

Auch die folgenden geistigen Beeinträchtigungen lassen das Steuern eines Autos nicht zu.

Bei einigen geistigen Beeinträchtigungen ist der Führerschein aber nicht weg:

Wer nicht fahren kann, der darf auch nicht: Zeigt sich beispielsweise nach einem Unfall mit Personenschaden, dass dem Auslöser seine Beschwerden bekannt waren, dann wird es ein strafrechtliches Nachspiel geben. Außerdem kann es zu Problemen mit der Versicherung kommen. Der Schaden wurde dann nämlich grob fahrlässig herbeigeführt – und dafür kommt die Versicherung unter Umständen nicht auf. In Deutschland werden bald Millionen Führerscheine ungültig sein. (jfw)

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