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Parken wird in der Stadt teurer – Preissteigerung bis zu 1000 Prozent

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Von: Lea-Sophie Mollus

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Wer in der Stadt lebt und ein Auto besitzt, muss künftig tiefer in die Tasche greifen: Anwohnerparkausweise werden deutlich teurer.

Kassel – Autofahren ist teuer: Das ist nichts Neues. Steigende Preise für Benzin und Diesel werden zur immer größeren finanziellen Last für Autofahrer. Nun kommt eine weitere Teuerung hinzu – in erster Linie für diejenigen Autobesitzer, die in der Stadt leben. Aber auch Personen, die beispielsweise zum Einkaufen in die Stadt fahren, müssen bald tiefer in die Tasche greifen.

Wer in der Stadt lebt und ein Auto besitzt, kommt an einem Bewohnerparkausweis meist nicht vorbei – denn ohne ist das Parken dort oft nicht erlaubt. Viele deutsche Städte erhöhen nun die Gebühren für diese Anwohnerparkausweise. Teilweise steigen die Preise sogar um 1000 Prozent: in Berlin soll der Preis für den Anwohnerparkausweis zum Beispiel von 10,20 auf 120 Euro im Jahr steigen. Das steht im Koalitionsvertrag des Berliner Senats.

Autos parken in einer Straße, in der das Parken für Anwohner frei ist, wie ein Schild zeigt.
Parken in der Stadt: Die Kosten für Anwohnerparkausweise steigen enorm. (Symbolbild) © Philipp von Ditfurth/dpa

Das Auto in der Stadt parken: Für Anwohnerparkausweise werden höhere Gebühren fällig

Bereits 2020 wurde von Bundestag und Bundesrat einer Gesetzesänderung zur Anpassung der Gebührenordnung zugestimmt: Die Bundesländer, beziehungsweise Städte und Kommunen, sollen selbst über die Kosten der Anwohnerparkausweise entscheiden. Zuvor war die Gebührenspanne für Bewohnerparkausweise im Bundesrecht auf 10,20 bis 30,70 Euro pro Jahr begrenzt – nun gibt es laut Wirtschaftsministerium Wiesbaden keine Obergrenze mehr.

Grund für die Preiserhöhung ist vor allem der Klimaschutz-Aspekt: Durch die steigenden Preise für das Parken in der Innenstadt soll die Verkehrswende unterstützt werden, indem die Zahl an Autos in der Stadt reduziert wird. Teilweise könnten sich die Preise künftig nach der Größe des Fahrzeugs richten: Für größere Autos, die mehr Stellfläche benötigen, soll auch entsprechend mehr gezahlt werden, berichtet hessenschau.de. Mancherorts spielt auch das Fahrzeuggewicht eine Rolle.

Anwohnerparkausweis: Wer sein Auto in der Stadt parken will, muss mehr zahlen

Wie focus.de berichtet, sollen auch die normalen Parktarife deutlich teurer werden: Während je nach Parkzone bisher 1,20 bis 3 Euro pro Stunde fällig wurden, sollen es künftig 2,30 bis 4 Euro sein.

OrtKosten für Anwohnerparkausweise pro Jahr
Tübingen120 Euro, bis zu 180 Euro für schwerere Autos wie SUVs – zuvor 30 Euro
Freiburg360 Euro, künftige Staffelung nach Fahrzeuggröße geplant – zuvor 30 Euro
Berlin120 Euro – zuvor 10,20 Euro
Hamburg65 Euro – zuvor 50 Euro
Wiesbaden120 Euro – zuvor 11,75 Euro
Frankfurt25 Euro – Verteuerung noch nicht beschlossen
KasselZwischen 21 und 30 Euro

Auch in Kassel werden Parkplätze langsam rar, weil immer mehr Autos hinzukommen und zugleich Parkplätze zurückgebaut werden, um die Stadt attraktiver zu machen und Raum für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen. Quartiersgaragen sollen hier die Verkehrswende vorantreiben. Kostenlose Parkplätze gibt es kaum noch. Wer die documenta in Kassel besuchen möchte, sollte sich an einige Tipps zum Parken halten.

Anwohnerparkausweise kosten in Kassel derzeit zwischen 21 und 30 Euro. Ginge es nach dem Kasseler Verkehrsdezernent Christof Nolda (Grüne) würden auch hier die Gebühren im Sinne der Verkehrswende erhöht werden. „Parkende Autos beanspruchen viel Platz, den wir oberirdisch dringend für mehr Grün und für mehr Fuß- und Radverkehrsflächen benötigen“, sagte er gegenüber der HNA. Ob, wann und in welchem Maß die Gebühren für Bewohnerparkausweise in Kassel angehoben werden, ist noch nicht klar. (Lea-Sophie Mollus)

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