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Eis von Autoscheibe kratzen - Wann im Winter hohe Bußgelder drohen

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Von: Alina Schröder

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Autofahren im Winter ist nicht nur riskant, sondern unterliegt auch strengen Regeln. Wird gegen diese verstoßen, kann das schnell viel Geld kosten.

Kassel – Sobald die kalte Jahreszeit einkehrt, sind Frost und Schnee nicht weit. Autofahrerinnen und Autofahrer sollten spätestens dann dafür sorgen, dass ihr Auto auf den Winter gut vorbereitet ist. Vom Reifenwechsel über Eiskratzen bis zur Beleuchtung gibt es hier einiges zu beachten.

Denn: Werden bestimmte Maßnahmen nicht ordnungsgemäß umgesetzt, wird dies mit teils saftigen Bußgeldern geahndet. Welche Strafen bei gewissen Verstößen drohen, hier im Überblick.

Auto-Regeln im Winter: Das besagt die Winterreifenpflicht

Das Erste, was Autobesitzerinnen und -besitzer sich vor Einbruch des Winters vornehmen sollten, ist der Reifenwechsel. Winterreifen ersetzen hierbei die Sommerreifen. Um sich besser merken zu können, wann der Wechsel durchgeführt werden sollte, gibt es einen bekannten Merkspruch: von O bis O. Von Oktober bis Ostern ist es aufgrund der Witterung empfehlenswert, mit Winterreifen unterwegs zu sein.

In Deutschland gibt es zwar keine allgemeine Winterreifenpflicht, dennoch eine situative. So ist es in der Straßenverkehrsordnung (StVO) geregelt. Das bedeutet, dass man spätestens bei winterlichen Straßenverhältnissen, also bei Glatteis, Schneeglätte und Schneematsch, ausschließlich mit Winterreifen fahren darf. Die situative Winterreifenpflicht gilt dann als erfüllt, wenn auf allen vier Rädern, Winterreifen montiert sind. Bei einem Verstoß droht der Fahrerin oder dem Fahrer ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro – werden andere Verkehrsteilnehmende behindert, steigt es auf 80 Euro. Darüber hinaus gibt es einen Punkt in Flensburg. Dem Halter drohen 75 Euro und ebenfalls ein Punkt. Um einer weiteren Strafe zu entgehen, sollten Autofahrerinnen und -fahrer einen Fehler bei Winterreifen vermeiden.

Im Winter sollte das Auto immer großzügig freigekratzt werden – sonst droht ein Bußgeld.
Im Winter sollte das Auto immer großzügig freigekratzt werden – sonst droht ein Bußgeld. © Ralph Peters/Imago

Doch, wie stellt man fest, dass Winterreifen draufgezogen wurden? Erkennen kann man diese an dem Alpine-Symbol, einem Bergpiktogramm mit Schneeflocke. Zusätzlich gelten bis zum 30. September 2024 Reifen mit „M+S Kennzeichnung“ als wintertauglich, insofern sie bis zum 31. Dezember 2017 hergestellt worden sind. Darüber informiert der ADAC. Fährt das eigene Auto auf Ganzjahresreifen, fällt der Wechsel weg. Wichtig ist nur, dass auch hier eine entsprechende Kennzeichnung zu erkennen ist. Für einspurige Kraftfahrzeuge, wie Motorräder, oder Nutzfahrzeuge der Land- und Forstwirtschaft, gilt die Winterreifenpflicht nicht.

Auto im Winter von Eis und Schnee befreien – Das gilt es zu beachten

Ist es auf den Straßen erstmal glatt, sind höchstwahrscheinlich auch die Autoscheiben zugefroren. Viele Autofahrerinnen und -fahrer kratzen in der Eile oftmals nur kleine Sichtfenster frei, um schnell losfahren zu können. Das ist jedoch verboten und wird mit einem Bußgeld von zehn Euro bestraft. Die Scheiben müssen demnach so gut es geht komplett freigekratzt werden. Doch Vorsicht: Dasselbe gilt auch für Scheinwerfer, Blinker und Rückleuchten. Ein verschneites Kennzeichen kostet laut Bußgeldkatalog fünf Euro Strafe.

Hat es kräftig geschneit, sollte auch der Schnee auf Autodach und Motorhaube dringend entfernt werden. Andernfalls kann dieser bei einem Bremsmanöver zu einer Gefahrenquelle werden oder während der Fahrt dem Auto dahinter auf die Windschutzscheibe wehen und die Sicht nehmen. Entfernt man den übrigen Schnee nicht vom Wagen, kann das schnell 25 Euro kosten.

Auto im Winter vorheizen: Motor laufen lassen kostet bis zu 5000 Euro

Eine besonders beliebte Methode, um das Auto und die Scheiben im Winter zu beheizen und währenddessen Eis und Schnee zu entfernen, ist es, den Motor einfach ein paar Minuten laufen zu lassen. Das sollte allerdings besser unterlassen werden, denn laut Bußgeldkatalog wird dies mit besonders hohen Bußgeldern geahndet. 80 Euro, wenn man im öffentlichen Raum dabei erwischt wird. Auf Privatgrundstücken drohen deutlich höhere Geldstrafen, das unterscheidet sich jedoch aufgrund des Landesimmissionsschutzgesetz von Bundesland zu Bundesland: Während man in Hessen mit einer Strafe von 200 Euro rechnen kann, müssen Autofahrerinnen und -fahrer in Nordrhein-Westfalen schon mal bis zu 5000 Euro hinblättern.

Zudem sollte im Winter auf eine angemessene Beleuchtung geachtet werden, da das Tagfahrlicht bei Schnee und Nebel nicht mehr ausreicht. Bei einer schlechten Sicht muss daher das Abblendlicht eingeschaltet werden, damit andere Verkehrsteilnehmende das Auto rechtzeitig erkennen können. Wer das vergisst, dem droht außerorts ein Bußgeld von 60 Euro und ein Punkt in Flensburg. In Ortschaften zahlt man 25 Euro.

Hält man sich an die Vorschriften im Winter, ist man nicht nur sicherer unterwegs, sondern spart auch gleich viel Geld und Ärger. (asc)

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