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Tödliche Verwechslungsgefahr – Wie man giftige Bärlauch-Doppelgänger erkennt

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Von: Jennifer Greve

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Es ist wieder Bärlauch-Saison: Doch wer die Pflanze im Wald sammelt, sollte vorsichtig sein. Denn einige Doppelgänger sind giftig.

Kassel – Ein würziger Geruch nach Knoblauch mitten im Wald? Dann könnte sich in der Nähe Bärlauch (Allium ursinum) befinden. Man kann die Pflanze selbst züchten oder im Wald auf die Suche gehen. Dabei sollte man sich laut dem Naturschutzbund (Nabu) in „krautreichen, schattigen Laubwäldern“ umsehen. Beim Sammeln sollte man sich allerdings in Acht nehmen, denn Bärlauch hat zwei giftige Doppelgänger. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt, denn ein Verzehr kann schwere bis tödliche Folgen haben.

Bärlauch sieht nicht nur gut aus und riecht interessant, es kann auch als Küchenkraut genutzt werden. Man kann es einer eigenen Kräutermischung hinzufügen, für Kräuterquark, im Salat oder in einem selbstgemachten Pesto nutzen. Laut Nabu hat Bärlauch darüber hinaus „eine beruhigende Wirkung bei Magen- und Darmbeschwerden und kann helfen, hohen Blutdruck zu senken.“ Dadurch macht sich Bärlauch auch in einer Hausapotheke gut.

Bärlauch wächst oft in großen Mengen auf feuchtem Waldboden. Doch beim Ernten ist Vorsicht geboten, denn es könnte sich bei den Pflanzen auch um einen giftigen Doppelgänger handeln.
Bärlauch wächst oft in großen Mengen auf feuchtem Waldboden. Doch beim Ernten ist Vorsicht geboten, denn es könnte sich bei den Pflanzen auch um einen giftigen Doppelgänger handeln. © Julian Stratenschulte/dpa

Bärlauch, Maiglöckchen oder Herbstzeitlose? Vorsicht! Die Pflanzen sehen sich sehr ähnlich

Weil Bärlauch immer beliebter wird, pflanzen viele Menschen ihn im eigenen Garten an, doch man kann sich auch im Wald auf die Suche nach der Pflanze machen. Dabei besteht jedoch eine tödliche Verwechslungsgefahr: Bärlauch hat zwei giftige Doppelgänger - Maiglöckchen und Herbstzeitlose. Die Blätter der drei Pflanzen sehen sich zum Verwechseln ähnlich.

„Obwohl der knoblauchähnliche Geruch ein typisches Merkmal des Bärlauchs ist, wird die Pflanze häufig mit giftigen „Doppelgängern“ wie Maiglöckchen oder Herbstzeitlose verwechselt“, sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung. Nach Erkenntnissen des BfR führen solche Verwechslungen in jeder Saison zu Vergiftungsfällen mit zum Teil tödlichen Ausgang.

Sobald die Pflanzen beginnen zu blühen, wird eine Unterscheidung einfacher. Die Blüten lassen sich vergleichsweise einfach den einzelnen Pflanzen zuordnen. Worin unterscheiden sich die Blätter des Bärlauchs nun aber von denen der Maiglöckchen und der Herbstzeitlosen? Um das Sammeln der giftigen Pflanzen zu vermeiden, kann man Geruch, Fundort und Aussehen untersuchen.

Bärlauch: Massive Verwechslungsgefahr? Es kann zu Vergiftungen kommen

Bärlauch und Maiglöckchen haben in etwa zur selben Zeit Saison, von Mitte März bis Ende Mai. Dadurch lassen sie sich oft schon durch die Blüten unterscheiden. Herbstzeitlose hingegen blühen, dem Namen entsprechend, im Herbst. Davor besteht durch die Ähnlichkeit der Blätter massive Verwechslungsgefahr - und die Gefahr einer möglicherweise tödlichen Vergiftung beim Verzehr.

Sowohl die Blätter von Maiglöckchen als auch die von Herbstzeitlosen enthalten giftige Stoffe. Diese können bei einem Menschen zum Tod führen. So treten bei einer Vergiftung meist nach zwei bis sechs Stunden nach dem Verzehr Symptome auf. Krämpfe, Durchfall oder Erbrechen können erste Symptome sein und sollten sofort alle Alarmglocken klingen lassen. Darüber hinaus können Schwindel und Sehstörungen auftreten. Eine Vergiftung durch Maiglöckchen oder Herbstzeitlose kann im schlimmsten Fall zu Herzversagen führen.

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Der Bärlauch und seine giftigen Doppelgänger: Sicherheit durch Geruchstest

Wer Wald und Wiesen nach geeigneten Küchen- und Haushaltshelfern absucht, sollte sich an eine Grundregel halten: Alle gesammelten Pflanzen, Pilze, Beeren und ähnliches sollten immer vor Ort identifiziert werden. Landet erstmal alles in einem Korb, wird es schwer die einzelnen Blätter voneinander zu unterscheiden. Was ist giftig - und was nicht? Die Form der Stängel oder der Blattwuchs sind dann nicht mehr aussagekräftig. Dennoch kann zumindest bei der Bärlauch-Suche auf ein Merkmal vertraut werden - den Geruch.

„Am charakteristischsten ist aber der Geruch: Nur Bärlauch-Blätter riechen nach Knoblauch“, erklärt Stefanie Klein, Autorin eines Bärlauch-Kochbuchs einen entscheidenden Unterschied gegenüber dem Berliner Kurier. Auch der Nabu weist darauf hin, dass sich Hobbysammler mit dem Geruchstest sicherstellen können, dass sich in ihrem Korb wirklich Bärlauch - und keiner seiner giftigen Doppelgänger - befindet. (Jennifer Greve)

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