Heimgärtnern

Gemüse auf dem Balkon anpflanzen: Diese Fehler sollten Sie unbedingt vermeiden

Beim Gemüse-Anbau auf dem Balkon sollten mehrere Tipps beachtet werden. Kleine Fehler können die ganze Ernte verderben. Darauf sollten Hobbygärtner achten.

Kassel – Saftige Tomaten, scharfe Radieschen oder frische Paprika vom eigenen Balkon? Das ist leichter gesagt als angepflanzt. Denn beim Pflanzen können viele Fehler passieren, die den Traum vom frischen Gemüse schnell beenden.

Nicht jeder hat einen Garten – und doch wollen viele Verbraucher nicht auf den Anbau von frischem Gemüse verzichten. Damit Tomaten, Möhren oder Kartoffeln vom eigenen Balkon keine Wunschvorstellung bleiben, müssen angehende Balkon-Gärtner einige Bedingungen beachten. Jedes Gemüse fühlt sich nur unter bestimmten Voraussetzungen wohl. Diese zu vernachlässigen ist ein schwerer Fehler. Ein Überblick, was es beim Anbauen für Balkonbesitzer zu beachten gibt.

Geeignet für den SüdbalkonGeeignet für den Nordbalkon
TomatenSalat
AuberginenMangold
BohnenBärlauch
PaprikaGuter Heinrich
ZucchiniRauke
Kartoffeln
Gurken
Quelle: Myhomebook.de

Gemüse auf dem Balkon pflanzen – Typischer Fehler: Sonneneinstrahlung vergessen

Süd- oder Nordbalkon? Das spielt nicht nur bei blühenden Pflanzen zur Deko eine wichtige Rolle, sondern auch beim Anbau von Gemüse. Während einige Sorten mit wenig Sonnenlicht zurechtkommen und ihnen zu viel sogar schadet, brauchen andere Sonne pur. Wird dies vernachlässigt, kann das schnell zu enttäuschenden Ergebnissen führen. Einige Arten sind wahre Sonnenanbeter. Dazu gehören beispielsweise Tomaten, Paprika und Zucchini. Aber auch Kartoffeln vertragen und brauchen das Licht und die Wärme, um richtig zu wachsen. Andere dagegen brauchen Schatten, um gut zu gedeihen. Viele Salatsorten, aber auch Bärlauch und Mangold bevorzugen wenig Sonne. Bei blühenden Pflanzen gibt es je nach Art des Balkons ebenfalls viele Fallstricke.

Fehler beim Anbau von Gemüse auf dem Balkon: Wind unterschätzt

Nicht nur die Sonneneinstrahlung kann darüber entscheiden, ob der Anbau von Gemüse auf dem Balkon misslingt oder zum Erfolg führt. Auch der Wind spielt eine entscheidende Rolle. An windigen Standorten ist es deutlich kälter und es kann zu Schäden, wie abgebrochenen Zweigen, kommen. Außerdem verdunstet das Wasser schneller. Insbesondere hochwachsende Tomaten leiden unter windigen Standorten. Niedrigere Buschtomaten hingegen vertragen solche Plätze deutlich besser. Auch Radieschen oder Schnittlauch stören sich nicht am Wind.

Für Balkonbesitzer, die trotz windiger Lage nicht auf ihr Lieblingsgemüse verzichten wollen, hat das Verbraucherportal Krautundrueben.de einen Tipp parat. Denn es gibt Gemüsesorten, die einen hervorragenden Windschutz bieten. Taktisch klug gepflanzt schützen sie empfindliches Gemüse vor der schadenden Wirkung von Böen. Unter anderem Kardy, die wilde Artischocke, aber auch Erbsen, Stangenbohnen, Rosenkohl und Zuckermais sind wahre Beschützer an windigen Orten. Aber vor allem bei Letzterem zeigt sich ein weiterer Fallstrick, der auf dem Balkon unbedingt mitgedacht werden muss.

Wer einen eigenen Balkon hat, kann diesen nutzen, um eigenes Gemüse anzubauen. Einige Fehler sollten dabei jedoch unbedingt vermieden werden.

Gemüse auf dem Balkon pflanzen – Wie viel Erde braucht die Pflanze?

Insbesondere Zuckermais braucht enorm viel Erde. Darüber hinaus muss er zudem sehr tief eingepflanzt werden, um gut zu gedeihen. Ein kleiner Balkonkasten ist für diese Sorte daher nicht empfehlenswert. Auch Karotten wollen viel Platz unter der Erde, ebenso wie Rote Beete oder Pastinake. Ersten Aufschluss darüber, welche Pflanze für welche Art von Topf geeignet ist, bringt die Unterscheidung zwischen Tief- und Flachwurzlern.

Denn die genannten Kandidaten wie einige Zuckermais-Arten, Karotten, Rote Beete und Pastinaken werden meist zu den Tiefwurzlern gezählt. Ein normaler Balkonkasten am Geländer genügt diesen Gemüsesorten daher nicht, um optimal zu wachsen. Radieschen dagegen sind Flachwurzler. Auch die Wurzeln von vielen Salaten und Spinat brauchen nur wenig Platz nach unten und sind in der Regel mit Balkonkästen vollkommen zufrieden. Dann kommt es nur noch auf den richtigen Zeitpunkt zum Aussähen der Pflanzen an.

Gemüse auf dem Balkon anbauen – Typischer Fehler: Gießen ist nicht gleich gießen

Die Unterscheidung von Gemüse nach Tief- und Flachwurzlern zeigt neben dem Platzproblem noch eine weitere Schwierigkeit auf. Denn wer einfach einmal mit der Gießkanne über seine Balkonpflanzen hinweg gießt, macht einen Fehler. Flachwurzler brauchen beispielsweise wesentlich mehr Wasser als Tiefwurzler. Das liegt daran, dass die Flüssigkeit aus den oberen Erdschichten schneller verdampft und sich außerdem eher unten in den tieferen Schichten hält. Doch davon haben Flachwurzler nichts. Balkon-Besitzer müssen deshalb darauf achten, gerade solche Pflanzen häufiger – nicht unbedingt stärker – zu gießen, damit dem Gemüse nicht das Wasser ausgeht. Wann es wieder Zeit für etwas Wasser ist, kann leicht mit dem Finger erfühlt werden. Ist es unter der obersten Erdschicht noch feucht, hat die Pflanze noch genug zur Verfügung.

Verbraucher-News: Weitere Artikel finden Sie auf unserer Themenseite und in unserem wöchentlichen Verbraucher-Newsletter.

Der Ideale Gießzeit von Gemüse ist übrigens morgens. Es hilft den Pflanzen auch Tage mit viel Sonne wohlbehalten zu überstehen. Auch Abends kann auf dem Balkon gegossen werden, jedoch auf keinen Fall zu viel. Denn in der Nacht verdunstet das Wasser wesentlich weniger als am Tag, Nässe kann sich stauen und im schlimmsten Fall können sich Pilze bilden. Die ungünstigste Tageszeit zum Gießen ist der Mittag, vor allem bei starker Sonneneinstrahlung. Denn das Wasser kann wie eine Linse wirken, die die Kraft der Sonne noch verstärkt. Gemüsepflanzen können auf diese Weise verbrennen.

Fehler beim Anpflanzen vom Gemüse auf dem Balkon: Nicht jede Pflanze verträgt sich

Zuletzt sollte auch der Umstand beachtet werden, dass es auch bei Gemüse, wie bei allen Pflanzen, gute und schlechte Nachbarn gibt. Nicht jede Sorte verträgt sich gut mit anderen Arten. Dadurch kann es zu einer wesentlich schlechteren Ernte und einem ausgezehrten Boden kommen, der häufiges Düngen unabdingbar macht.

Das Garten-Lexikon Plantopedia hat gute und schlechte Gemüsenachbarn aufgelistet: Demnach vertragen sich Auberginen nicht mit Erbsen und Paprika. Letztere mag die anderen beiden ebenso wenig wie Fenchel, Rote Beete oder Karotten. Tomaten sollte man auf dem Balkon besser nicht neben Fenchel, Kartoffeln oder Gurken pflanzen und die Kartoffel ist besonders wählerisch. Sie bevorzugt die Nähe zu Bohnen, Kohlrabi oder Mais und kann Erbsen, Paprika, Rote Beete, Tomaten, Zwiebeln, Sellerie, Auberginen und Pflücksalat dafür gar nichts abgewinnen. (Sophia Lother)

Rubriklistenbild: © Leopold Nekula/Imago

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.