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Supermarkt insolvent: Rund 520 Mitarbeiter von Bio-Kette betroffen

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Von: Stella Henrich

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Die Bio-Supermarktkette Basic ist pleite. Die Märkte sollen zunächst geöffnet bleiben. Ein Schutzschirmverfahren beim Amtsgericht München ist bereits beantragt.

München ‒ Die Bio-Supermarktkette Basic hat Insolvenz angemeldet. Offenbar haben eine sinkende Nachfrage und steigende Mieten das Unternehmen in eine wirtschaftliche Schieflage gebracht, berichtet der BR. Hinzu kommen hohe Preise und die Inflation, die der Bio-Branche in Mark zu schaffen machen. Nun hat die Firmenleitung von Basic beim Amtsgericht München ein Schutzschirmverfahren beantragt. Die insgesamt 20 Bioläden des Händlers sollen während des Verfahrens geöffnet bleiben.

Das Amtsgericht München ist dem Antrag im Insolvenzrecht bereits gefolgt. Das hat Basic dem BR bestätigt. Das Unternehmen sei nicht zahlungsunfähig, heißt es in dem Bericht weiter. Die Gehälter der rund 520 Mitarbeiter der 20 Filialen in Deutschland seien für drei Monate durch die Bundesagentur für Arbeit gesichert. Der Betrieb in den Filialen läuft demnach zunächst ganz normal weiter. Die Bio-Marktkette ist hierzulande vor allem in Bayern, aber auch in Hessen sowie Baden-Württemberg mit Filialen vertreten, berichtet merkur.de.

Bio-Supermarktkette Basic insolvent: Gestiegene Lebensmittelpreise vermiesen Bio-Kette das Geschäft

Basic begründet den Schritt in die Insolvenz mit einem zurückhaltenden Verbraucherverhalten aufgrund gestiegener Preise für Lebensmittel. Zwar kann sich die Kette nach eigenen Angaben auf die Treue ihrer meisten Kunden verlassen. Bei 15 Prozent der Konsumenten handele es sich allerdings um Wechselkundschaft, die sich wegen der hohen Inflation zurückhielten. Ähnlich - wie bei anderen Lebensmittelhändlern - schlugen auch die hohen Energiekosten auf die Bilanzen der Bio-Kette. Viele Händler forderten bereits seit Monaten von der Politik ein rasches Entlastungspaket.

Bild zeigt Basic Biosupermarkt in Berlin Steglitz.
Die Biomarktkette Basic ist insolvent. (Symbolbild) © imago

Bio-Pionier Basic insolvent: Tochterunternehmen trägt Mitverantwortung für finanzielle Schieflage

Auch die Firmentochter Biomammut soll im Schutzschirmverfahren saniert werden, teilt Basic weiter mit. Biomammut hatte bereits Ende November ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung angemeldet und belastete das Geschäft von Basic wohl schwer. Biomammut führt laut Lebensmittel Zeitung (LZ) insgesamt sechs Märkte in Baden-Württemberg. Basic gehörte zu den Pionieren unter den Bio-Supermärkten.

Die Kette wurde 1997 gegründet, zählt nach Denn‘s, Alnatura, Bio Company und ebl-naturkost zu den fünf großen der Bio-Ketten und erwirtschaftete zuletzt einen Netto-Umsatz von rund 150 Millionen Euro. Noch Ende November hatte die Bio-Supermarktkette einen neuen Markt am Stammsitz in München eröffnet.

Supermarkt-Kette Basic ist insolvent: Die ganze Biobranche ist im Umbruch - viele sind bereits insolvent

Der gesamte Biofachhandel kämpft laut LZ seit dem Ukraine-Krieg mit rückläufigen Umsätzen und der Bereitschaft von Wechselkunden, angesichts hoher Preise für Bioprodukte auf die günstigeren Artikel von Discountern oder auch Drogerien auszuweichen. Dieser Trend hat in diesem Jahr bereits zu einigen Schieflagen innerhalb der Branche geführt.

Auch der größte Reformhaushändler Bacher wird inzwischen saniert. Der Kampf der Reformhäuser beschäftigt allerdings schon seit geraumer Zeit das Amtsgericht München. Ebenso betroffen ist auch der fünftgrößte Fachhändler am Markt: Superbiomarkt. Auch hier ist bereits ein Insolvenzverwalter tätig. Der Gießener Bio-Großhändler BiUno nach der Sanierung ganz dicht machen.

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