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Gruseliges Wetterphänomen: So entsteht der Blutregen

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Von: Joshua Schößler

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Am Wochenende zieht Saharastaub nach Deutschland. Gewitter in Bayern könnten für Blutregen sorgen.
Der Himmel färbt sich ein, Staub legt sich auf alle Oberflächen – so auch in diesem Beispiel eines Autos nach einem Blutregen. (Archivbild) © Sven Hoppe/dpa/ZUMA Press Wire/Lorenzo Carnero (Fotomontage)

Selten kommt es vor, dass roter Regen vom Himmel fällt. Doch es kann passieren – man nennt es Blutregen. Doch wie entsteht dieser eigentlich?

Frankfurt – Ein gelb-roter Himmel und jede Menge Dreck an Autos und Scheiben – das passiert ein paar Mal im Jahr, aber manchmal fällt es besonders auf. In diesem Fall spricht man von „Blutregen“.

BezeichnungBlutregen
TypWetterphänomen
Letztes Auftreten in Deutschland2022
Entstandene SchädenUnbekannt

Blutregen: Das sagt der DWD über das Wetterphänomen

Blutregen ist laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) ein rötlicher Regen, der hauptsächlich durch Wüstensand verursacht wird. Allerdings ist es nicht so dramatisch, wie man meinen könnte: Regentropfen tragen zwar Sand herunter, aber der Regen ist nicht blutrot. Beispielsweise wird nach einem leichten Regen Sand auf Autos oder Gartenmöbeln sichtbar.

In Deutschland kommt dieser Staub vor allem aus der Sahara und weht in großen Höhen über das Mittelmeer nach Europa. Im Frühling färbt sich der Pollen in der Luft manchmal gelb oder rot. Der Blutregen wurde einst als Zeichen des bevorstehenden Untergangs gedeutet.

Der Blutregen entsteht in den Wüsten Nordafrikas

Erdturbulenzen in der Wüste Nordafrikas wirbeln riesige Mengen Sand auf. Diese Partikel steigen bis zu 5 Kilometer in die Atmosphäre auf und können dort bis zu 6 Monate schweben.

Erhöhte Staubkonzentrationen werden auch mit menschlicher Aktivität in Verbindung gebracht. Grasland in der Sahelzone Nordafrikas wird zunehmend landwirtschaftlich genutzt. Außerdem frisst das Vieh der örtlichen Bauern die ohnehin karge Vegetation. Infolgedessen dehnte sich das Gebiet der Wüste weiter aus und viele Sand- und Staubkörner wurden durch landwirtschaftliche Aktivitäten in die Luft freigesetzt.

Die meisten Blutregen-Phänomene bleiben unbemerkt

Bei bestimmten Witterungsverhältnissen kann innerhalb weniger Tage – vor allem von März bis Juni und von Oktober bis November – Staub nach Mitteleuropa geweht werden. Das passiert 5 bis 15 Mal im Jahr. Dies macht sich besonders bei Bewölkung bemerkbar, da sich auf Staubkörnern leichter Wolken bilden.

Die meisten Phänomene des Saharastaubs bleiben weitgehend unbemerkt. Aber wenn die Luft sehr staubig ist, kann der Himmel, selbst wenn es keine Wolken gibt, sehr dunkel sein, der Himmel kann gelb, rot oder braun werden, und die Sonne kann wolkig sein wie Milchglas.

Blutregen stellt keine Gefahr für die menschliche Gesundheit dar

Der Begriff „Blutregen“ klingt bedrohlich. Er stellt jedoch keine direkte Gefahr für die Gesundheit von Mensch und Tier dar. Beim Autofahren ist jedoch Vorsicht geboten. Wenn der Wind Saharastaub auf die Windschutzscheibe bläst, kann dies die Sicht beeinträchtigen. Parken Sie Ihr Auto sicherheitshalber, wenn möglich, bis sich das Wetter bessert. Optisch hat der Blutregen durchaus seine Spuren hinterlassen.

Wenn er vorbei ist, können Gegenstände, die damit in Kontakt gekommen sind, rot werden. Das ist aber kein Problem, denn es ist Staub. Wenn es trocknet, trägt es der Wind davon. Je nach Oberfläche kann es auch mit Wasser abgespült werden. Den Saharastaub mit einem trockenen Lappen abzuwischen, hat unangenehme Folgen: Der Lack wird zerkratzt und muss in der Werkstatt repariert werden. Stattdessen besser in die Waschanlage gehen, hier reinigen Sie Ihr Auto optimal.

Autos werden zum Schutz vor Blutregen am besten mit einer Plane bedeckt

Aus gesundheitlichen Gründen ist es nicht nötig, sich vor Blutregen zu schützen. Schließlich handelt es sich dabei nur um Saharastaub, den der Wind transportiert hat und der sich dann mit Regen vermischt hat. Um Verfärbungen auf der Kleidung zu vermeiden, die der rote Regen verursachen kann, ist ein Regenschirm ein gutes Hilfsmittel. Teure Gartenmöbel oder Dekorationsgegenstände, die im Freien stehen, lassen sich mit einer Plane bedecken, ebenso das Auto, das vor den Sandstaub geschützt werden soll.

Alternativ ist das Fahrzeug auch in einer Garage oder einem Carport vor dem Blutregen geschützt. Um rechtzeitig zu wissen, dass ein Blutregen im Anmarsch ist, muss man jedoch das Wetter und seinen Verlauf genau verfolgen. Zuweilen informieren die Medien darüber, dass ein Blutregen ansteht, wenn Meteorologen die Anzeichen rechtzeitig erkennen und eine entsprechende Meldung an die Presse weitergeben.

Der meiste Blutregen geht in Südamerika nieder

Der meiste Blutregen geht in Südamerika nieder. Grund dafür sind die Passatwinde, eine Windart, die in tropischen und subtropischen Klimazonen ständig präsent ist. Die südöstlichen Passatwinde wehen über den Atlantik von der Sahara bis nach Südamerika. Wenn es das Wetter zulässt, kann der Staub der Sahara auch nach Europa geweht werden. Allerdings ist die Alpenüberquerung schon ein großes Hindernis für ihn.

Hauptverantwortlich dafür ist zum Beispiel der Scirocco – die Wüstenwinde, die von Frühjahr bis Herbst von Nordafrika über das Mittelmeer wehen. Sie können Geschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometern pro Stunde erreichen. (jos)

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