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Nach über 100 Jahren insolvent: Deutscher Süßwarenhersteller vor dem Aus

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Von: Kilian Bäuml

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Der bekannte Süßwarenhersteller Bodeta meldet Insolvenz an. Die meisten kennen ihn für seine beliebten Eukalyptus-Bonbons.

Kassel - Besonders bekannt ist der Süßwarenhersteller Bodeta für seine Bonbons, am meisten für die Sorte Eukalyptus in der grünen Verpackung. Jetzt meldet das Unternehmen nach 130 Jahren Insolvenz an.

Der traditionsreiche Hersteller begründet die Insolvenz mit den steigenden Preisen. Allein der Preis für Zucker, die Hauptzutat der meisten Bonbons, habe sich verdoppelt.

Nach 130 Jahren: Der beliebte Hersteller Bodeta meldet Insolvenz an

Bodeta wurde 1892 in Ochersleben mit dem Firmennamen „Becker & Schmidt“ gegründet. Zu DDR-Zeiten gehörte der Betrieb zum VEB-Süßwarenkombinat mit Sitz in Halle und wurde 1992 von der Schweizer Firma Idawisa-Holding übernommen. Das Unternehmen ist einer der größten Süßwarenhersteller in Sachsen-Anhalt. Bekannt ist der Hersteller vor allem für seine verschiedenen Bonbons. Das Sortiment beinhaltet abgesehen davon aber auch Osterspezialitäten und Dragees. Die roten Himbeer-Bonbons gelten als Klassiker unter den DDR-Süßigkeiten. Die wohl bekannteste Sorte sind aber die Eukalyptus-Bonbons „Euka Menthol“ in der grünen Verpackung.

Beliebter Süßwarenhersteller meldet Insolvenz an - das sind die Gründe

Lucas Flüther, vorläufiger Sachwalter, sagt gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung: „Die steigenden Energie- und Rohstoffkosten sind für das Unternehmen nicht mehr verkraftbar“. Neben den gestiegenen Energiekosten hat sich allein der Preis für Zucker sich verdoppelt. Der Preis für Glucose habe sich sogar verdreifacht. Auch die Kosten für Verpackungsmaterialien seien stark angestiegen. Ein weiterer Kostenpunkt für den Hersteller ist der neue Mindestlohn, den das Unternehmen an seine über 100 Mitarbeitern ab Oktober zahlen muss.

Himbeer-Bonbons in ihrer Herstellung
Die Himbeer-Bonbons waren Klassiker in der DDR. © imago

Ein Sprecher sagt dazu, dass die Geschäftsführung bereits Schritte eingeleitet habe, um die nächten Gehälter der Mitarbeiter finanzieren zu können. Dazu heißt es, dass alle Mitarbeiter benachrichtigt wurde und die nächsten Gehälter durch die Bundesagentur für Arbeite gesichert seien. Bodeta gehört nach eigenen Angaben zu den größten Arbeitgebern in seiner Region.

„Bodeta braucht einen starken Partner, mit dem wir gemeinsam das Unternehmen zukunftssicher aufstellen können.“, äußert sich der Geschäftsführer Markus Letsch. Es handelt sich um ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, in diesen Fällen bleibt die Geschäftsführung vorerst weiter zuständig und der Betrieb läuft trotz der Insolvenz weiter. (Kilian Bäuml)

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