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Änderungen für Autofahrer: Verbandskasten muss ergänzt werden, sonst droht ein Bußgeld

Autofahrer müssen ihren Verbandskasten noch in diesem Jahr aufrüsten. Tun Sie es nicht, gilt das Erste-Hilfe-Set als unvollständig und es droht ein Bußgeld.

München - Es ist ein wenig beachteter, dafür aber umso wichtigerer Ausrüstungsgegenstand im Auto: der Verbandskasten*. Normalerweise wird beim Autokauf geprüft, ob ein Erste-Hilfe-Set vorhanden ist – danach gerät es in Vergessenheit.

Spätestens in diesem Jahr sollte man sich den Verbandskasten wieder ins Gedächtnis rufen. Denn ab 2022 müssen Sie ihn aufrüsten, er muss mit zwei Mund-Nasen-Bedeckungen ergänzt werden. Es ist allerdings noch nicht klar, ob es eine FFP2-Maske* sein muss oder ob eine medizinische Maske reicht.

Auto-Verbandskasten muss ergänzt werden: Regel gilt auch nach der Corona-Pandemie

Es ist auch noch nicht klar, wann genau die neue Regelung in Kraft tritt. Denn die „Maskenpflicht“ im Auto soll mit der nächsten Änderung der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) im Lauf dieses Jahres kommen. Sicher ist allerdings, dass sie auch für die Zeit nach der Corona*-Pandemie gelten wird.

Um möglichen Bußgeldern zu entgehen, sollte der Verbandskasten also möglichst schnell um zwei Mund-Nasen-Bedeckungen erweitert werden. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Sie sich FFP2-Masken zulegen. Denn hat Ihr Wagen keinen Verbandkasten oder ist dieser nicht vollständig, ist das ein Verstoß gegen die StVZO. In der Regel ist dann ein Bußgeld von fünf Euro fällig. Sind Sie Fahrzeughalter und lassen Ihr Auto mit einem nicht vollständigen Verbandkasten von einer anderen Person fahren, müssen Sie zehn Euro zahlen.

Auto-Verbandskasten muss mit Masken ergänzt werden: Auch Verfalldatum überprüfen

Wenn Sie schon dabei sind, ihr Erste-Hilfe-Set aufzurüsten, sollten Sie auch das auf dem Kasten aufgedruckte Verfalldatum* prüfen. Denn Verbandsmaterial oder Kompressen haben ein Ablaufdatum, weil sie steril verpackt sind. In der Regel beträgt die Haltbarkeit der Materialien mindestens vier Jahre.

Ist bei bestimmten Verbandmaterialien oder beim gesamten Verbandkasten das Verfalldatum überschritten, sollte ein Austausch vorgenommen werden. Denn bei der nächsten Hauptuntersuchung (HU) kann ansonsten als geringer Mangel* beanstandet werden. Bei einer Verkehrskontrolle droht ein Verwarngeld von bis zehn Euro.

Ab 2022 gehören zwei Masken in den Verbandskasten

Auto-Verbandskasten muss mit Masken ergänzt werden: Auch Quads müssen Erste-Hilfe-Set dabeihaben

Wer muss in Deutschland überhaupt ein Erste-Hilfe-Set dabeihaben? Laut StVZO gilt dies für alle Lkws und Pkws, darunter fallen auch Quads*. Omnibusse mit über 22 Sitzplätzen müssen sogar zwei Verbandkästen mitführen. Ausgenommen von der Pflicht sind Krafträder, Krankenfahrstühle sowie Zug- und Arbeitsmaschinen in land- oder forstwirtschaftlichen Betrieben.

Bei Kauf eines Verbandskastens müssen Sie darauf achten, dass er der DIN-Norm Nr. 13164 entspricht. Diese definiert den genauen Inhalt. Wollen Sie sich den Verbandskasten in Eigenregie zusammenstellen, müssen Sie die in der DIN-Norm angegeben Einzelteile besorgen. Laut ADAC* sind das bisher:

  • 1 Heftpflaster, DIN 13019-A, 5 m x 2,5 cm 
  • 4 Wundschnellverbände, DIN 13019-E, 10 cm x 6 cm 
  • 2 Verbandpäckchen, DIN 13151-M 
  • 1 Verbandpäckchen, DIN 13151-G 
  • 1 Verbandtuch, DIN 13152-BR, 40 cm x 60 cm 
  • 1 Verbandtuch, DIN 13152-A, 60 cm x 80 cm 
  • 6 Kompressen, 10 cm x 10 cm 
  • 2 Fixierbinden, DIN 61634-FB-6 
  • 3 Fixierbinden, DIN 61634-FB-8 
  • 2 Dreiecktücher, DIN 13 168-D 
  • 1 Rettungsdecke, 210 x 160cm 
  • 1 Erste-Hilfe-Schere, DIN 58279-A 145 
  • 4 Einmalhandschuhe, DIN EN 455 
  • 1 Erste-Hilfe-Broschüre 
  • 2 Feuchttücher zur Hautreinigung 
  • 1 14-teiliges Fertigpflasterset 
  • 1 Verbandpäckchen K

Was tun mit abgelaufenen Teilen aus dem Auto-Verbandskasten: Entsorgen oder spenden

Was kann man mit einem abgelaufenen Verbandskasten machen? Die abgelaufenen Inhaltsteile sollten nicht in die Haushaltsapotheke übernommen, sondern entsorgt werden. Denn auch bei Erste-Hilfe-Leistungen zuhause sollte das Material steril sein.

Besser wäre es allerdings, die abgelaufenen Produkte einem Anbieter von Erste-Hilfe-Kursen* wie dem Roten Kreuz zu geben. Diese sind in der Regel dankbar für solche Spenden. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Christin Klose/dpa

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