Bereits seit Jahren in der Krise

C&A: Schließung von Filialen in Deutschland geplant

Eine beliebte Modekette steckt in der Krise. Jetzt hat das Unternehmen strukturelle Veränderungen angekündigt. Müssen zahlreiche Filialen schließen? (Symbolbild)
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Eine beliebte Modekette steckt in der Krise. Jetzt hat das Unternehmen strukturelle Veränderungen angekündigt. Müssen zahlreiche Filialen schließen? (Symbolbild)

Die beliebte Modekette C&A befindet sich in der Krise. Mit strukturellen Veränderungen will das Modehaus auf das veränderte Kaufverhalten reagieren.

Kassel - Seit Jahren befindet sich eine beliebte Modehauskette in Deutschland in der Krise. Nun soll eine Trendwende eingeleitet werden. Mithilfe von strukturellen Veränderungen und einem größeren Fokus auf den Online-Handel soll auf das veränderte Kaufverhalten reagiert und ein Weg aus der Krise gefunden werden.

Bereits seit längerer Zeit hat die Modehauskette C&A mit sinkenden Umsätzen zu kämpfen. Günstigere Konkurrenten wie Aldi oder Primark sorgen unter anderem für weniger Besucher in den Geschäften. Doch auch der Trend zum Online-Shopping hat an den sinkenden Zahlen bei C&A seinen Anteil.

Schließungen bei C&A? Bei der Modehauskette soll sich unter neuer Führung einiges ändern

Giny Boer ist nun seit rund einem Jahr Europachefin bei C&A. Bei der kriselnden Modehauskette soll sich einiges ändern. Wie das Manager Magazin berichtet, soll vor allem in das bislang vernachlässigte Online-Geschäft investiert werden. Außerdem sollen Betriebsabläufe optimiert werden, um Personalkosten zu sparen.

Verschiedenen Medienberichten zufolge stehe das Unternehmen sogar kurz vor der Insolvenz. Das dementierte C&A allerdings: „C&A kämpft nicht gegen die Insolvenz“, teilte eine Sprecherin des Unternehmens mit.

Das Unternehmen habe Anpassungen der Unternehmensstruktur an einen sich wandelnden Markt verkündet. „Diese strukturellen Veränderungen erfolgen vor dem Hintergrund veränderten Kaufverhaltens, das die gesamte Branche betrifft“, heißt es vonseiten des Unternehmens weiter.

C&ABekleidungsunternehmen
Standorterund 1400 Filialen in 18 europäischen Ländern
Sitz Vilvoorde (Belgien) und Düsseldorf
Gründung 1841

C&A: Schließung der Hauptverwaltung in Brüssel nicht geplant

Im Zuge der Veränderungen soll auch über eine Schließung der C&A-Hauptverwaltung in Brüssel nachgedacht worden sein. Im Gegenzug wolle C&A den Standort Düsseldorf als einzige Zentrale stärken, hieß es im Manager Magazin weiter. Das sei jedoch nicht der Fall, wie das Unternehmen mitteilt: „Die Brüsseler Zentrale wird nicht geschlossen. Eine Schließung wurde nicht verkündet und ist nicht geplant.“

Des Weiteren solle die Länderorganisationen zentralisiert werden. Mit Deutschland als eigenständige Organisation solle der wichtigste Markt erhalten bleiben. Die übrigen Märkte in Mittelosteuropa, Benelux und Südeuropa sollen hingegen zusammengefasst werden, heißt es bei Focus online und chip.de.

Modekette vor dem Aus? Pimkie schließt zahlreiche Filialen in Deutschland

Auch die Mode-Konkurrenten stecken in der Krise. Die französische Modemarke Pimkie beispielsweise will knapp die Hälfte der 75 Filialen in Deutschland schließen. Hier wird als Grund ebenfalls der Online-Handel genannt. Ein Großteil der Zielgruppe der Modekette würde zunehmend im Internet einkaufen. Aber auch die Coronakrise habe das Unternehmen sehr belastet.

C&A in der Krise: Zahlreiche Filialen des Modehauses sollen geschlossen werden

Aktuell betreibt C&A in Deutschland 450 Märkte. Medien berichteten, dass 100 Filialen von Schließungen betroffen sein könnten. Das sei jedoch nicht der Fall, stellte eine Sprecherin von C&A klar. „Für das Jahr 2022 sind in Deutschland voraussichtlich 13 Filialschließungen an unterschiedlichen Standorten geplant“, so die Sprecherin.

Die angekündigten Modernisierungsprozesse würde zudem nicht im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung des Filialnetzes stehen. „Schließungen erfolgen grundsätzlich im Rahmen unseres aktiven Portfoliomanagements, welches die regelmäßige Überprüfung unserer Standorte im Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit und die Einflüsse externer Faktoren wie Mitbewerber aber auch Stadtentwicklung, Handelsentwicklung beinhaltet“, teilt das Unternehmen mit.

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Modehauskette vor dem Aus? Bilanz zeigt Ernst der Lage für C&A

Den Ernst die Lage für C&A zeigt die jüngste Bilanz des Geschäftsjahres 2019/2020. Daraus geht Medienberichten zufolge hervor, dass sich allein in Deutschland bereits vor Beginn der Corona*-Pandemie ein Fehlbetrag von 93,6 Millionen Euro angehäuft habe. Der Gesamtumsatz sei um 2,26 auf 2,16 Milliarden Euro gesunken.

Die C&A-Filiale in Kassel wurde aufgrund von Statikproblemen* im Jahr 2019 geschlossen. Die Sanierung des Modehauses wird noch bis nächstes Jahr dauern. Als erste Etappe der Fertigstellung ist nun der Verkaufsbetrieb von C&A im Erdgeschoss des Modehauses in Kassel* wieder angelaufen. (Helena Gries) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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