Studie zu Coronavirus

Astrazeneca: Dritte Corona-Impfung erzeugt starke Immunreaktion

Einer Studie der Universität Oxford nach verstärkt sich die Corona-Immunität nach einer Drittimpfung mit dem Astrazeneca-Vakzin. Doch ist diese überhaupt nötig?

Kassel – Angesichts der neu auftretenden Corona-Mutante, wie etwa der Delta-Variante, wird bereits darüber nachgedacht, in Zukunft eine dritte Corona-Impfung anzubieten. Nun haben britische Forschende herausgefunden, welchen Effekt eine bislang als umstritten geltende Drittimpfung mit dem Vakzin von Astrazeneca erzielen könnte.

Einer neuen Studie der Universität Oxford zufolge, verstärkt ein Zeitabstand von mehreren Monaten zwischen der Erst- und Zweitimpfung mit dem Astrazeneca-Impfstoff die Immunität gegen das Coronavirus. Die Universität Oxford, die an der Entwicklung des Mittels beteiligt war, berichtet, dass zwischen den beiden Impfungen bis zu 45 Wochen liegen könnten.

Im Falle einer möglichen Drittimpfung erwartet die renommierte britische Universität einen weiteren „erheblichen Anstieg“ an Antikörpern und eine Förderung der Immunreaktion – auch gegen Virusvarianten. Vorausgesetzt wird jedoch ein Abstand von sechs Monaten zwischen Zweit- und Drittimpfung.

Starke Corona-Immunität nach Zweitimpfung mit Astrazeneca: Drittimpfung nicht nötig?

Länder, die auf höhere Abstände zwischen den Impfungen gesetzt haben oder in denen es zu Verzögerungen bei den Impfkampagnen kam, können angesichts dieser Neuigkeiten nun erleichtert sein. Dies meint auch Andrew Pollard, Leiter der Oxford Vaccine Group. Die veröffentlichten Studienergebnisse müssen allerdings noch von anderen Forschern begutachtet werden.

Einer Studie der Universität Oxford zufolge verstärkt sich die Corona-Immunität nach einer Drittimpfung mit dem Astrazeneca-Vakzin.

Sollte „eine dritte Dosis benötigt werden“, so Teresa Lambe, Hauptautorin der Studie, seien die bisherigen Ergebnisse durchaus ermutigend. Es könne laut Forschungsleiter Pollard aber auch möglich sein, dass eine Drittimpfung überhaupt nicht nötig sei, da die Zweitimpfung nach derzeitigem Kenntnisstand lange gegen die aktuell bekannten Virusvarianten schütze. Es sei daher schlicht nicht akzeptabel, Auffrischungen in Großbritannien zu verabreichen, während in anderen Länder keine Impfdosen verfügbar seien.

Der britisch-schwedische Covid-Impfstoff wird derzeit in 160 Ländern verabreicht. Trotz anhaltender Sorgen um selten auftretende Fälle von Thrombosen, gilt die Corona-Impfung mit dem Astrazeneca-Vakzin als gut verträglich. Bei Zweit- und Drittimpfungen träten sogar weniger Impfreaktionen beziehungsweise Nebenwirkungen auf als noch bei der ersten, heißt es in der Studie. (Nail Akkoyun)

Rubriklistenbild: © Antonio Balasco/Imago

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.