Corona-Pandemie

Biontech: Herzmuskelentzündung nach Corona-Impfung? Israel nennt Details zur Auffrischimpfung

Nach Impfungen mit Biontech/Pfizer sind Herzmuskelentzündungen aufgetreten. Das israelische Gesundheitsministerium hat nun neue Daten veröffentlicht. 

Update vom Freitag, 01.10.2021, 12.45 Uhr: Das israelische Gesundheitsministerium hat neue Daten zu Herzmuskelentzündungen nach Corona-Impfungen veröffentlicht. Demnach sind in Israel bei mehr als 1,5 Millionen Auffrischungsimpfungen mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer neun Fälle von Herzmuskelentzündungen gemeldet worden, berichtet das Nachrichtenportal N-tv.de.

Die Betroffenen seien allesamt männlich. In der Altersgruppe von 16 bis 29 seien insgesamt drei Fälle aufgetreten, sechs in der Gruppe der 30- bis 59-Jährigen. Acht weitere mögliche Fälle würden laut Angaben des Gesundheitsministeriums noch geprüft. Insgesamt hätten bislang 3,2 Millionen Israelis eine dritte Impfdosis erhalten.

Israel veröffentlicht neue Daten. Sehr wenige Myokarditis-Fälle nach Biontech-Auffrischung

Bei 25 von ihnen seien binnen 30 Tagen schwerwiegende Nebenwirkungen aufgetreten, darunter Myokarditis, also entzündliche Herzmuskelerkrankungen, wobei bei vielen ein kausaler Zusammenhang noch nicht hergestellt worden sei.

Herzmuskelentzündungen nach Biontech-Impfungen: EMA prüft Fälle

Update vom Dienstag, 15.06.2021, 13.30 Uhr: Auch in den USA häufen sich die Fälle von Herzmuskelentzündungen, nachdem die Patienten mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft wurden. Die US-Centers for Disease Control (CDC) sehen offenbar eine erhöhte Gefahr für junge Menschen, nach der Imfpung mit dem mRNA-Vakzin, eine Herzmuskelentzündung (Myaokarditis) zu erleiden. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Demnach sind bei den US-Behörden bis Ende März insgesamt 789 Berichte über Entzündungen des Herzmuskels nach Biontech/Pfizer-Impfungen eingegangen. Zuvor gab es vermehrt Meldungen aus Israel, die das Phänomen betrafen (s. Update vom 27.04.2021). Davon sind insbesondere junge Männer betroffen.

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Corona: Herzmuskelentzündung nach Biontech-Impfung - US-Behörden nennen Details

Derweil lässt sich nicht final ausschließen, dass andere Faktoren die Herzmuskelentzündungen bedingt haben. Fälle werden nur dann als Impffolge bewertet, wenn tatsächlich ausgeschlossen werden kann, dass es keine andere Ursache gab. Wie die SZ berichtet, können neben Virusinfektionen auch Autoimmunreaktionen für Herzmuskelentzündungen verantwortlich sein.

Eine neue Studie, die im Fachmagazin Pediatrics veröffentlicht wurde, lässt allerdings einen Zusammenhang mit Corona-Infektionen vermuten. Die Daten zeigen die Fälle sieben junger Männer: In keinem davon gab es Anzeichen von Überreaktionen des Immunsystems, wie das Team um Judith Guzman-Cottrila berichtet. Dennoch erlitten alle Patienten innerhalb von vier Tagen nach der Biontech-Impfung eine Myakarditis.

Trotz dieser Befunde, sieht das Paul Ehrlich-Institut, das in Deutschland für die Risikobewertung von Impfstoffen verantwortlich ist, keine Risikosignale. Im neuesten Sicherheitsbericht heißt es, dass zuletzt „zunehmend“ Verdachtsfälle zu Herzmuskelentzündungen bekannt geworden seien. Es sei auffällig, „dass vorwiegend jüngere Menschen betroffen sind, die jedoch vermutlich aufgrund der Impfpriorisierung nicht die prozentual größte Impfgruppe ausmachen“.

Herzmuskelentzündungen nach Biontech-Impfungen: EMA prüft Fälle

Update vom Donnerstag, 29.04.2021, 18.13 Uhr: Die Arzneimittelbehörde der EU (EMA) nimmt Fälle von Herzmuskelentzündungen nach einer Impfung mit den Corona-Impfstoffen der Hersteller Pfizer/Biontech und Moderna genauer unter die Lupe. Das teilte die Behörde am Donnerstag (29.04.2021) auf Anfrage der dpa mit. „Zurzeit gibt es keinen Hinweis, dass diese Fälle mit dem Impfstoff zusammenhängen“, lies die EMA zugleich wissen. Wie viele Fälle die EMA prüft und in welchen Ländern sie entdeckt wurden, ließ die Behörde offen.

In Israel sind laut dpa bisher 62 Fälle von Herzmuskelentzündungen (Myokarditis) im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung aufgetreten, die meisten davon bei Männern im Alter von 18 bis 30 Jahren nach der Zweitimpfung. Israel nutzt fast ausschließlich den mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer.

Herzmuskelentzündung nach Corona-Impfung mit Biontech – Nun äußert sich der Hersteller

Update vom Mittwoch, 28.04.2021, 13.30 Uhr: Impfstoff-Hersteller Biontech will Berichte über die Fälle von Herzmuskelentzündungen aus Israel in Folge von Impfungen mit dem hergestellten Vakzin überprüfen. Biontech-Vorstandsvorsitzender Ugur Sahin sagte am Mittwoch (28.04.2021), dass weitere Details aus Israel angefordert worden seien. Sahin äußerte sich auf einer Veranstaltung des „Vereins der Ausländischen Presse in Deutschland“.

„Wir haben bis jetzt keinen Hinweis auf gehäufte Fälle dieser Herzmuskelentzündungen“, betonte der 55-Jährige. Er sagte zudem, dass Daten aus den USA und Deutschland bislang kein ungewöhnliches Auftreten gezeigt hätten.

Corona-Impfstoff von Biontech: Gesundheitsministerium in Israel äußert sich zu Herzmuskelentzündungen

Update vom Dienstag, 27.04.2021, 13.30 Uhr: Nach Berichten über Dutzende Fälle von Herzmuskelentzündungen nach einer Corona-Impfung mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer äußert sich Israels Gesundheitsministerium nun zu dem Verdacht. Das Ministerium hält eine ungewöhnliche Häufung der Erkrankung nicht für erwiesen. Israelische Medien hatten über eine Analyse berichtet, der zufolge 62 Fälle von Myokarditis aufgetreten seien, vor allem bei jungen Männern im Alter von 18 bis 30 Jahren. Davon seien zwei Patienten - ein Mann und eine Frau - gestorben.

Insgesamt haben in Israel seit Beginn der Impfkampagne vor mehr als vier Monaten fünf der neun Millionen Einwohner eine Zweitimpfung erhalten. In dem Land wurde nahezu ausschließlich mit dem Biontech/Pfizer-Präparat geimpft. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums teilte am Dienstag mit, ein Expertenteam überwache alle Nebenwirkungen der Corona-Impfungen und veröffentliche regelmäßig Berichte.

Nebenwirkungen bei Corona-Impfungen? – Impfstoff-Hersteller Biontech/Pfizer weist Zusammenhang zurück

Die in den Medien zitierte Analyse sei aber nicht vom Ministerium veröffentlicht worden. „Sie zeigt keinen eindeutigen Anstieg der Sterblichkeit wegen der Impfung und es ist auch nicht sicher, dass es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Anstieg der Zahl von Herzmuskelentzündungen gibt.“

Es handele sich gleichwohl um einen „wichtigen Bericht“, über den das Expertenteam in den kommenden Tagen beraten werde. Die Ergebnisse der Beratung würden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Impfstoffhersteller Pfizer teilte mit, man sei über die Berichte in Israel informiert. „Wir haben keine Rate von Myokarditis beobachtet, die höher wäre, als man es in der allgemeinen Bevölkerung erwarten würde“, hieß es in der Mitteilung. „Ein kausaler Zusammenhang mit der Impfung wurde nicht festgestellt. Es gibt zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinen Beweis dafür, dass in Verbindung mit dem Biontech/Pfizer-Impfstoff ein Risiko von Myokarditis besteht.“

Nebenwirkungen bei Biontech: Herzmuskelentzündung bei Geimpften? Israel prüft „dutzende Fälle“ 

Erstmeldung vom Montag, 26.04.2021, 11.541 Uhr: Kassel - Die in Rekordzeit entwickelten Corona-Impfungen bieten in Zeiten der Pandemie einen Lichtblick. Allerdings sorgen Meldungen über Thrombose-Verdachtsfälle bei den Vakzinen von Astrazeneca und Johnson & Johnson für Verunsicherung. Nun steht auch der Impfstoff von Biontech/Pfizer im Verdacht schwere Nebenwirkungen zu verursachen - er könnte Herzmuskelentzündungen auslösen.

Wie Focus Online berichtet, habe eine vorläufige Studie gezeigt, dass offenbar „Dutzende Fälle“ von Herzmuskelentzündungen - auch Myokarditis genannt - nach Verabreichung des Impfstoffs aufgetreten seien. Nun soll das israelische Gesundheitsministerium die Fälle untersuchen.

Nebenwirkung von Biontech-Impfstoff? Gesundheitsministerium in Israel untersucht „dutzende Fälle“

Wie der israelische Koordinator für Pandemiebekämpfung Nachman Ash mitteilte, seien „dutzende Fälle“ in erster Linie nach der zweiten Impfdosis mit Biontech aufgetreten, das berichtet auch wa.de*. Ob die Entzündung des Herzmuskelgewebes in Zusammenhang mit der Corona-Impfung von Biontech/Pfizer steht, werde derzeit noch untersucht. Ein Ergebnis bleibt also abzuwarten.

Symptome einer Herzmuskelentzündung zu typisieren ist schwierig. Deshalb wird die Erkrankung des Herzmuskels oft nicht rechtzeitig erkannt. Dies sind typische Symptome:

  • Abgeschlagenheit und Erschöpfung
  • Appetitlosigkeit
  • Atemnot (vor allem bei Anstrengung)
  • Kopfschmerzen
  • Schmerzen hinter dem Brustbein
  • Herzklopfen oder -stolpern

Meist folgt die Entzündung auf eine Infektion der Atemwege oder des Magen-Darm-Trakts. In schweren Fällen kann die Entzündung eine Herzschwäche oder schwere Herzrhythmusstörungen auslösen. Es besteht sogar die Gefahr des plötzlichen Herztods. (kas/tu) *Wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Nir Alon/Imago

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