Wissenschaft

Cannabis könnte im Kampf gegen Corona helfen - Forscher mit wichtigen Erkenntnissen

Mehrere Cannabispflanzen.
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Hilft Cannabis gegen Corona? Diese Frage haben Forscher aus den USA untersucht.

Hilft Cannabis im Kampf gegen Corona? Diese Frage wird zurzeit von Forschern untersucht. Eine neue Studie liefert nun wichtige Erkenntnisse.

  • Mediziner setzen seit Jahren Cannabis als Medikament gegen verschiedene Krankheiten ein.
  • Möglicherweise könnten die Cannabis-Stoffe THC und CBD gegen Corona helfen.
  • Forscher haben mit einer Studie neue Erkenntnisse gesammelt.

Kassel - Ob bei Schmerzen, ADHS und Depressionen: Immer mehr Mediziner nutzen Cannabis, um das Leiden ihrer Patienten zu lindern. Auch in Deutschland wird die Hanfpflanze als Medikament immer häufiger eingesetzt. Cannabis enthält 13 verschiedene Wirkstoffe. Zwei sind für die Medizin vorrangig interessant: Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD).

Corona: Die Cannabis-Stoffe THC und CBD lindern Schmerzen

THC wirkt psychoaktiv und ist für den Rauschzustand verantwortlich. Cannabis-Produkte mit einem THC-Gehalt ab 0,2-Prozent gelten in Deutschland laut Betäubungsmittelgesetz als illegale Rauschmittel. CBD dagegen ist nicht psychoaktiv und in Deutschland legal erhältlich. Beide Wirkstoffe lindern Schmerzen.

Neue Forschungsergebnisse aus den USA könnten nun einen bahnbrechenden Erfolg im Kampf gegen Corona bedeuten. Den Studien zufolge könnte Cannabis das Potenzial besitzen, Corona-Erkrankten vor akutem Lungenversagen (ADRS) zu schützen. Lungenversagen ist eine tödliche Komplikation bei einer schweren Covid-19-Erkrankung.

Cannabis-Forschung: Wissenschaftler verabreichen Mäusen Gift für Corona-Studie

Die Forscher haben für ihre Studie Mäusen ein Gift verabreicht. Dieses ruft eine Reaktion des Immunsystems hervor, die zu Lungenversagen führt. Im nächsten Schritt spritzten die Wissenschaftler den erkrankten Mäusen den Cannabis-Stoff THC - mit der Folge: 100 Prozent der Mäuse überlebten das Lungenversagen.

Einerseits beuge THC möglichen Organversagen vor. Andererseits steigere der Cannabis-Stoff die Anzahl der gesunden Lungenbakterien. Jetzt stellt sich die Frage: Ist das Ergebnis auch auf den Menschen übertragbar? Falls ja, könnten Ärzte den Cannabis-Stoff THC bei schweren Corona-Fällen als Medikament einsetzen. Nun müssen Wissenschaftler prüfen, ob die neuen Forschungsergebnisse auch für den Menschen gelten.

Forscher warnen: Corona-Infizierte sollten kein THC-haltiges Mariuhana konsumieren

Allerdings warnen die Autoren vor einem gefährlichen Missverständnis: Corona-Infizierte sollten auf gar keinen Fall THC-haltiges Mariuhana konsumieren. Der Grund: Cannabis unterdrücke die Reaktionsfähigkeit des Immunsystems. Das könne im Falle einer Corona-Infektion sehr gefährlich sein.

Laut der Bundesärztekammer wird Cannabis in Deutschland gegen verschiedene Indikationen verschrieben - beispielsweise bei:

  • Schmerz
  • ADHS
  • Spastik
  • Depression
  • Tourette-Syndrom
  • Darmerkrankungen
  • Epilepsie
  • Sonstige Psychiatrie

Bereits vor Monaten hatten kanadische Forscher mit einer Corona-Studie auf sich aufmerksam gemacht. Ihre These: Das Cannabis-Produkt CBD könnte das Eindringen des Coronavirus in menschliche Zellen hemmen. Damit ein Virus einen Menschen infizieren kann, braucht es einen Schlüssel für das passende Schloss. Nur so kann es in die richtigen Körperzellen eindringen und sich dort vermehren.

Forscher wollen das Corona-Virus mit Cannabis-Stoff abwehren

Der Schlüssel von Sars-CoV-2 ist ein Spiketprotein, das an den ACE2-Rezeptor der Menschen andockt. Forscher wollen das Corona-Virus abwehren, indem sie den Weg über den ACE2-Rezeptor blockieren. Das könnte laut der Corona-Studie aus Kanada mit dem Cannabis-Stoff CBD möglich sein. Der Grund: CDB modulliert dem ACE2-Rezeptor.

Allerdings zeigen die Forschungsergebnisse zurzeit ausschließlich einen potenziellen therapeutischen Wirkmechanismus. Dieser muss erst in klinischen Studien validiert und getestet werden.

Andere Studien berichten von einem vermeintlichen Zusammenhang zwischen einer schweren Corona-Erkrankung und einem Mangel an Vitamin D. Doch lässt das wirklich die Schlussfolgerung zu, dass Vitamin-D-Mangel eine Ursache für so einen schlimmen Krankheitsverlauf ist? (Jan-Frederik Wendt)

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