Corona-Krise

Wirkt der Corona-Lockdown in Deutschland? Forscher schocken mit Prognose zu Todesfällen

Eine fast leere Straße am Brandenburger Tor.
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Zeigen die Corona-Maßnahmen bereits Wirkung? (Symbolbild)

Seit Mitte Dezember befindet sich Deutschland im harten Corona-Lockdown. Viele fragen sich: Zeigen die beschlossenen Maßnahmen und Regeln bereits Wirkung?

  • Deutschland befindet sich seit Mitte Dezember im harten Corona*-Lockdown.
  • Nun haben Experten eine brisante Prognose veröffentlicht.
  • Zeigen die beschlossenen Maßnahmen schon Wirkung?

Kassel - Anfang November schlossen mit Beginn des „Lockdown light“ alle Gaststätten in Deutschland. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs verschärften die Corona-Regeln noch vor Weihnachten und Silvester.

Seit Mitte Dezember befindet sich das Land im harten Lockdown. Der Einzelhandel ist größtenteils geschlossen. Friseure und Kosmetikstudios sind dicht. Der Schulunterricht ist stark eingeschränkt.

Lockdown in Deutschland: Zeigen die Corona-Maßnahmen schon Wirkung?

Viele Menschen in Deutschland fragen sich nun: Welche Wirkung haben die Corona-Maßnahmen bereits? Statistiker der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München haben die Fallzahlen genau aktualisiert. Ihre Prognosen sind ernüchternd.

Das vorläufige Ergebnis der Professoren Göran Kauermann und Helmut Küchenhoff von der LMÜ München lautet: Es kann noch keine Aussagen über die Wirksamkeit des Dezember-Lockdowns getroffen werden.

Covid-19-Pandemie
KrankheitCovid-19
KrankheitserregerSars-CoV-2
Erklärung zur Pandemie 11. März 2020
Betroffene LänderÜber 200

Corona-Zahlen waren schon vor dem „Lockdown light“ leicht gesunken

In einer vorherigen Erhebung hatten die Wissenschaftler errechnet, dass sich das Corona-Infektionsgeschehen schon vor dem „Lockdown light“ verlangsamt hatte. Mit anderen Worten: Die Corona-Zahlen waren gesunken, bevor die Restaurants schließen mussten.

In der darauf folgenden Statistik heißt es, dass die Corona-Neuinfektionen „bis zum 8. Dezember“ gestiegen sind. Über die Entwicklung nach diesem Zeitpunkt wollen sie „aufgrund von Inkubationszeit und Meldeverzögerung“ noch nicht urteilen.

Feststehe aber: Viele Menschen, die sich in den vergangenen Wochen mit Corona angesteckt haben, werden die Erkrankung nicht überleben. Die beschlossenen Corona-Maßnahmen würden daran nichts mehr ändern - selbst wenn sie jetzt Wirkung zeigen und die Infektionszahlen sinken würden.

Statistiker stellen Corona-Prognose auf: Tausende Todesfälle vermutet

Die Wissenschaftler prognostizieren: Von allen Menschen, die in der Kalenderwoche 51 (zwischen dem 14. und dem 20. Dezember) als Corona-Fälle gemeldet wurden, werden über 6500 nicht überleben.

Die Anzahl der Todesfälle ist in den vergangenen Wochen (Mitte November bis Anfang Dezember) immer weiter angestiegen. Das zeigen die Berechnungen der Statistiker. Der Grund für den konstanten Anstieg: Die massiv erhöhten Fallzahlen in der besonders stark vom Coronavirus betroffene Gruppe der über 80-Jährigen.

Corona-Lage in Thüringen und Brandenburg spitzt sich weiter zu

Zudem sagen die Forscher voraus, wie viele Menschen, die erst vor kurzer Zeit positive auf Corona getestet wurden, die Erkrankung nicht überleben werden. Da die „Zeitspanne zwischen positivem Testergebnis und dem tödlichen Ende der Krankheit“ sechs Wochen betragen könne, prognostizieren die Statistiker anhand der Infektionszahlen, dass in Sachsen „mit circa 60 Todesfällen pro 100 000 Einwohner zu rechnen“ ist – vergleichsweise sehr hohe Werte.

Auch in anderen Bundesländern wie Thüringen und Brandenburg spitze sich die Corona-Lage immer weiter zu. „Insgesamt zeigen die Bundesländer Sachsen, Thüringen und Brandenburg damit zum Jahresende eine circa dreifach höhere Sterblichkeit als die meisten anderen Bundesländer“, heißt es im Bericht.

In anderen Bundesländern würde sich die Anzahl der Todesfälle nicht in dieser Form entwickeln, so die Statistiker. Dort könnten die ergriffenen Maßnahmen bereits Wirkung zeigen. Doch das lasse sich erst in den kommenden Tagen sagen. (Jan Wendt) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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