Studie aus den USA

Corona-Studie: Infektion über Monate aktiv - Mehr als 20 Mutationen nachgewiesen

Eine neue Corona-Studie beunruhigt: Bei einem einzelnen Covid-19-Patienten wurden mehr als 20 Virus-Mutationen festgestellt. Er litt monatelang unter der Erkrankung. 

  • In den USA kämpfte ein Mann monatelang mit einer Corona*-Infektion.
  • Der Mann litt an einer Autoimmunerkrankung und entwickelte daher wohl zahlreiche Virusmutationen.
  • Wie es scheint, wurde dem Coronavirus eine perfekte Umgebung für neue Mutationen geboten.

Kassel - Aufgrund ihrer recht instabilen Erbgrundstruktur mutieren Viren relativ schnell - das gilt auch für das Coronavirus. Besonders angesichts der prekären Lage rund um die verschiedenen Corona-Impfstoffe können Mutationen schnell zu großen Problemen führen.

US-amerikanische Forscher haben einen besonderen Fall untersucht, der nahelegt, dass selbst einzelne Menschen unter bestimmten Umständen viele Virusvarianten hervorbringen können.

USA: Mann leidet fünf Monate an Corona - und stirbt

Für die Studie im New England Journal of Medicine wurde ein 45-jähriger Mann untersucht, der schwer am Antiphospholipid-Syndrom erkrankt ist, einer der weltweit häufigsten Autoimmunerkrankungen. Als er aufgrund eines hohen Fiebers in ein Krankenhaus gebracht werden musste, stellte man dort eine Corona-Infektion fest. Fünf Tage später wurde der Mann aber wieder entlassen. Doch der 45-Jährige wurde nicht richtig gesund.

Informationen zum Coronavirus
Haupt­übertragungs­wegTröpfchen/Aerosole
Häufige SymptomeHusten, Fieber, Schnupfen, Störung des Geruchs- und/oder Geschmacks­sinns, Pneumonie
Risikogruppeninsbesondere Ältere, Vorerkrankte
Dauer des Krankenhaus­auf­enthaltes (Median)8-10 Tage
Quelle: RKI

Fünf Monate lang habe er lebende, sich vermehrende Viren in sich getragen, so Forscher Jonathan Li gegenüber dem US-Sender NPR. Immer wieder musste der Patient im Krankenhaus behandelt werden, da er unter Atemnot, Müdigkeit und Unterleibsschmerzen litt. Trotz verschiedener Behandlungsmethoden, darunter künstliche Beatmung und ein Antikörper-Cocktail, starb der Mann schließlich nach 154 Tagen an einem Schock und Atemstillstand.

Corona: Bei einziger Infektionen bildeten sich zahlreiche Virusmutationen

Vor seinem Tod wurde der 45-Jährige immer wieder positiv auf Corona getestet. Bei der Sequenzierung des Erbgutes der Viren fiel allerdings auf, dass sich stets neue Mutationen im Körper des Patienten bildeten. Gegen die immer wieder neu entstandenen Varianten kamen die Antikörper einfach nicht an. Schlussendlich stellten die Forscher aus den USA über zwanzig Coronavirus-Varianten fest.

In den USA wurden über 20 Corona-Mutationen im Körper eines 45-jährigen Patienten entdeckt. (Symbolbild)

Wie NPR berichtet, wurde nach der Veröffentlichung der Studie eine beunruhigende Entdeckung gemacht: Die Varianten, die sich im Körper des amerikanischen Patienten gebildet hatten, ähneln denen von anderen Kontinenten. Daraufhin entstand die Theorie, dass sich das Virus Sars-Cov-2 in Menschen mit Immunerkrankungen problemlos entwickeln kann. Sollte eine solche Variante auf andere Menschen übergreifen, könnte sich diese weiter verbreiten und für weitere Schwierigkeiten in der ohnehin schon strapaziösen Corona-Krise sorgen. (Nail Akkoyun) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Mit der britischen Virus-Mutation infiziert? Diese Symptome können auftreten, berichtet auch hna.de*.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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