Zu geringe Distanz?

Wie sicher sind Corona-Masken? Test deckt auf - Ansteckung trotz Mundschutz möglich

Forscher aus den USA haben in einem Test verschiedene Corona-Masken unter die Lupe genommen. Laut Studie können sich Menschen trotz eines Mund-Nasen-Schutzes mit Covid-19 infizieren.

  • Laut einer Studie kann man sich trotz eines Mund-Nasen-Schutzes mit Corona* infizieren.
  • US-Forscher haben für den Test verschiedene Corona-Masken untersucht.
  • Drei Masken schneiden besonders gut ab, eine schützt nahezu 100 Prozent.

Kassel - Wer aus geringer Distanz angehustet oder angeniest wird, kann sich trotz eines Mund-Nasen-Schutzes mit dem Coronavirus infizieren. Dies ergab eine US-amerikanische Untersuchung von fünf verschiedenen Masken. Drei Corona-Masken boten im Test einen guten Schutz gegen Tröpfchen mit Viruspartikeln.

„Eine Maske hilft auf jeden Fall. Aber wenn die Menschen sehr nahe beieinander sind, besteht immer noch die Möglichkeit, dass sich das Virus verbreitet oder dass man daran erkrankt“, sagt Mediziner Krishna Kota. Erschienen ist die Studie von Kota und seinen Kollegen an der New Mexico State University im Fachmagazin Physics of Fluids.

Corona-Masken im Test: Forscher untersuchen Verbreitung der Tröpfchen

Für den Test bauten die Wissenschaftler eine Apparatur, in der sie die getesteten Corona-Masken in einer Entfernung von 1,83 Meter mit 40.000 Tröpfchen (für ein Niesen) und 3.000 Tröpfchen (für ein Husten) besprühten. Dabei betrug die Geschwindigkeit in der Mitte der Tröpfchenwolke 11,5 Kilometer pro Stunde.

Wer aus geringer Distanz angeniest oder angehustet wird, läuft laut einem Test trotz Mund-Nasen-Masken Gefahr, sich mit Corona zu infizieren. (Symbolfoto)

Gefahr vor Corona-Infektion: Einfache Stoffmaske schützt laut Test bedingt

Eine 2-lagige Stoffmaske ließ 3,6 Prozent der Tröpfchen durch. Aus früheren Studien geht hervor, dass ein Nieser bis zu 200 Millionen Viruspartikel enthalten kann. In einem solchen Fall kämen noch weitere 7 Millionen Viruspartikel durch die Maske, was weit über die Zahl von 1.000 Partikeln geht, die laut früheren Erkenntnissen für eine Corona-Infektion ausreichen kann.

Bei einer anderen 2-lagigen Stoffmaske kamen in dem Test hingegen nur 1,7 % der Tröpfchen durch, allerdings war diese Maske mit einem Filter für Feinstaub versehen.

Test: Diese drei Masken schützen gut gegen eine Corona-Infektion

Lediglich eine N95-Maske, die den Standard der amerikanischen Bundesbehörde für arbeitsmedizinische Forschung erfüllt, filtert bei dem Test sämtliche Tröpfchen aus der Luft. Dies gilt jedoch nur, wenn eine andere Person niest oder hustet. Sollte der Maskenträger selbst die Quelle der Tröpfchenwolke sein, können immer noch 0,98 Prozent der Tröpfchen die Maske durchdringen.

In diesem Fall bieten Chirurgenmasken sowie Masken mit Feinstaubfilter einen noch besseren Schutz. Diese sorgen nämlich dafür, dass nur 0,19 Prozent der Corona-Tröpfchen durchdringen.

Test von Corona-Masken: Auch Abstandhalten ist nach wie vor wichtig

„Es sind nicht nur Masken, die helfen. Es sind sowohl die Masken als auch das Abstandhalten“, betont Krishna Kota. Die Studie bestätige, dass das Tragen von Masken und das Abstandhalten in den meisten Fällen einen guten Schutz vor einer Corona-Infektion bieten, so die Forscher.

Durch die Maskenpflicht wollen Bund und Länder die Corona-Pandemie in den Griff bekommen. Wie sicher ist ein Mund-Nasen-Schutz? (Symbolbild)

Ob die Coronaviren auch ohne Niesen oder Husten durch die Masken entweichen können, haben die US-amerikanischen Wissenschaftler bei dem Test hingegen nicht untersucht. (Nail Akkoyun) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/Sebastian Kahnert

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