Studien

Corona-Infektion: Das sind die häufigsten neurologischen Langzeitfolgen

Oft gehen mit einer Covid-19-Erkrankung mit neurologischen Langzeitfolgen einher. Studien haben die häufigsten Symptome und Folgen erforscht.

  • Corona-Infektionen gehen offenbar teilweise mit neurologischen Spätfolgen einher.
  • Das bestätigen verschiedene Studien.
  • Covid-19-Patienten leiden teilweise unter Schmerzen, Schlafstörungen und Müdigkeit.

Kassel - Seit Beginn der Pandemie haben sich laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) 2.275.394 Menschen in Deutschland (Stand: 06.02.2021) bislang mit dem Coronavirus infiziert. Ein Großteil dieser Menschen gilt mittlerweile als genesen. Wie das Deutsche Gesundheitsportal nun berichtete, geht die Virusinfektion allerdings auch teilweise mit neurologischen Symptomen einher. Das tückische - auch nach der Infektionskrankheit Covid-19 bleiben diese Symptome weiter bestehen.

Am häufigsten sind das chronische Erschöpfungssyndrom (Fatigue), Schmerzen, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme und Schlafstörungen. Wie lange sie anhalten, scheint von Patient zu Patient unterschiedlich zu sein. Meist sind es allerdings mehrere Wochen und Monate.

Corona und neurologische Langzeitfolgen: Folgeerkrankungen im Alter?

Forscher untersuchen im Rahmen des NAPKON-Projekts nun, welche neurologische Langzeitfolgen durch das Coronavirus ausgelöst werden können. Besonders interessant ist die Frage, ob die Viruserkrankung auch langfristig die Kognition beeinträchtigen kann. Auch die Entstehung möglicher neurodegenerative Folgeerkrankungen (wie z.B. Alzheimer) im Alter soll erforscht werden.

Corona und Spätfolgen: Lebensbedrohliche neurologische Komplikationen sind nach einer Covid-19-Erkrankung möglich. (Symbolbild)

Bereits bekannt ist, dass Covid-19 häufig bereits während der akuten Phase mit neurologischen Symptomen einhergeht. Typisch sind dabei Geruchs- und Geschmacksstörungen, aber auch Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und das sogenannte Fatigue-Syndrom (dauerhafte Erschöpfung und Abgeschlagenheit).

Corona und Spätfolgen: Lebensbedrohliche neurologische Komplikationen möglich

Bei schweren Verläufen kommen zudem sogenannte Enzephalopathien (Bewusstseinsstörungen und Störungen der Hirnfunktionen) recht häufig vor. Auch lebensbedrohliche neurologische Komplikationen können während oder direkt nach einer Covid-19-Erkrankung auftreten, wie z.B. Schlaganfälle.

Im letzten Jahr gab es schon einzelne Studien, die sich mit neurologischen Symptomen bei einer Corona-Infektion beschäftigten. Eine Studie aus Belgien und den Niederlanden wertete Daten von 2.113 Patienten in einem Zeitraum von drei Monate nach Infektion aus. 95 Prozent der Patienten litten unter Fatigue, drei Monate danach noch 87 Prozent. Damit war dieses Symptom die häufigste Komplikation und Langzeitfolge, sogar häufiger als Kurzatmigkeit.

Spätfolgen besonders oft bei schweren Covid-19-Verläufen

Auch eine andere Studie, die im „Nature Communications“ publiziert wurde, wertete die Daten von 2500 Covid-19-Patienten aus. Noch Wochen nach der Erkrankung waren auch hier Fatigue, Schmerzen, Kurzatmigkeit und Schnupfen die häufigsten Langzeitsymptome.

In einer britischen Studie mit 163 Covid-19-Patienten waren die häufigsten Langzeitfolgen nach einem zwölfwöchigen Follow-up Kurzatmigkeit und Fatigue (bei je 39 Prozent der Patienten). Ebenfalls häufig waren Schlafstörungen (24 Prozent) und Schmerzen (ca. 20 Prozent). Besonders Patienten mit schweren Covid-19-Verläufen waren von diesen Langzeitfolgen betroffen.

LangzeitfolgenProzent der Patienten
Kurzatmigkeit 39 Prozent
Fatigue 39 Prozent
Schlafstörungen24 Prozent
Schmerzen 20 Prozent

Gesellschaft der Neueologie: Neurologische Symptome nach Corona-Infektion verbessern sich teilweise

„Zusammenfassend betreffen neurologische Langzeitfolgen einen hohen Anteil der Covid-19-Patientinnen und -Patienten und wir müssen diese Menschen neurologisch nachbetreuen. Bei vielen Betroffenen verbessern sich die neurologischen Symptome zwar im Laufe der Zeit, aber wir haben auch Patienten, die bereits in der ersten Welle der Pandemie im Frühjahr 2020 erkrankten und bis heute nicht beschwerdefrei sind.

Da es sich bei Covid-19 um eine neuartige Krankheit handelt, müssen wir die Ursachen der Symptome und Spätfolgen klären, um gezielt etwas gegen die neurologischen Beschwerden unternehmen zu können“, erklärt Professor Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft der Neurologie.

Neue Corona-Mutationen verunsichern Regierung und Bürger. Studien haben jetzt erste Ergebnisse zu neuen Mutanten veröffentlicht. Sie haben große Sorgen. (Luisa Ebbrecht)

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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