Schwerer Infektionsverlauf

Bei Krebs gegen Corona impfen lassen? Das raten Experten

Viele Krebs-Patienten sind derzeit verunsichert, ob eine Corona-Impfung für sie sinnvoll ist. Experten geben eine Empfehlung.

  • Krebs und Corona: Es gibt Faktoren, die für einen schweren Infektionsverlauf entscheidend sind
  • Experten raten, dass sich Krebs-Patienten gegen Covid-19 impfen lassen
  • Besonders empfohlen werden von den Experten mRNA-Impfstoffe.

Kassel - Das Coronavirus SARS-CoV-2 ist seit Anfang 2020 bekannt. Viele Fragen sind seitdem schon geklärt. Doch nicht alle. Vor allem Krebs-Patienten sind verunsichert - sollen sie sich gegen Corona impfen lassen? Das sagen Experten dazu.

Allgemein gilt, dass bei Krebs-Patienten das Ansteckungsrisiko vom Risiko eines schweren Corona-Erkrankungsverlaufs zu trennen ist. Laut RKI haben Krebspatienten ein deutlich höheres Risiko für eine Lungenentzündung als gesunde Menschen, wenn sie an Virus-Infektionen der oberen Luftwege erkranken. Dass Krebspatienten auch ein erhöhtes Infektionsrisiko haben, ist bislang nicht bewiesen.

Corona und Krebs: Diese Faktoren sind entscheidend für einen schweren Infektionsverlauf

Entscheidend für einen schweren Covid-19-Verlauf von Krebs-Patienten scheinen laut der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) folgende Faktoren zu sein:

Erkrankungssituation:Patienten mit einer aktiven, fortschreitenden oder metastasierten Krebserkrankung haben eine schlechtere Prognose haben, wenn sie an Covid-19 erkranken, als Patienten mit einer stabilen Krebserkrankung oder geheilte Krebspatienten.
Krebsart: Beispielsweise gilt Blutkrebs unter intensiver Therapie oder Lungenkrebs als Risikofaktor für einen schweren Covid-19-Verlauf.
Individuellen Voraussetzungen:Bei Krebspatienten können sich insbesondere ein höheres Alter, ausgeprägte Begleiterkrankungen, ein männliches Geschlecht sowie Rauchen nachteilig auf den Krankheitsverlauf von COVID-19 auswirken. Auch Blutwerte, die für ein geschwächtes Immunsystem sprechen, scheinen auf eine schlechtere Prognose von COVID-19 hinzudeuten.

Die Experten weisen darauf hin, dass die Daten für eine Einstufung nicht unvollständig sind. Weitere Analysen sollen genauere Informationen liefern. Sicher ist bislang, dass gar nichts sicher ist. Wie sich eine Corona-Infektion entwickelt, ist meist nicht vorhersehbar. So ist es auch möglich, das vorher gesunde Menschen einen schweren Infektionsverlauf erleben. Und auch nicht jeder, der zur Risikogruppe gehört, erkrankt schwer.

Covid-19: Mit einer Krebs-Erkrankung gegen Corona impfen lassen?

Viele Krebs-Patienten sind verunsichert, ob sie sich trotz ihrer Erkrankung gegen Covid-19 impfen lassen sollen. Experten sprechen eine definitive Impfempfehlung aus. Patienten unter Tumortherapie gehören zur Hochrisikogruppe. Zwar könne es nach Angaben der Forscher zu einer schwächeren Immunantwort kommen, durch eine Impf-Wiederholung könnte man aber die Wirkung verstärken.

Am besten sollte vor Beginn der Therapie oder wenige Monate nach Therapieabschluss geimpft werden. Weil Krebspatienten nicht in den Zulassungsstudien eingeschlossen waren, werden mögliche Nebenwirkungen dokumentiert. Diese Daten werden auch von der Europäischen Gesellschaft für medizinische Onkologie erfasst. Die Experten favorisieren mRNA-Vakzine wie beispielsweise das von Biontech und Pfizer für Krebspatienten.

Corona-Impfung für Krebs-Patienten: mRNA-Impfstoffe von Experten empfohlen

In der Onkologie sind mRNA-Impfstoffe eine höchst innovative und vielversprechende Therapieform, die sich in der klinischen Entwicklung befindet. In Deutschland wegen im Kampf gegen Corona derzeit die beiden mRNA-Impfstoffe der Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna zugelassen. 

Sollten sich Krebs-Patienten gegen Corona impfen lassen, oder lieber doch nicht? Die Verunsicherung ist groß. Das sagen Experten. (Symbolbild)

Wer an Krebs erkrankt war, hat ein höheres Risiko, schwer an einer Grippe zu erkranken. Das könnte auch für Corona gelten, weswegen Forscher nun Impfungen empfehlen. (Luisa Ebbrecht)

Rubriklistenbild: © Nir Alon/dpa

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