Aktienkurs stürzt ab

Curevac-Studie mit enttäuschendem Ergebnis: Corona-Impfstoff aus Deutschland kaum wirksam

Herbe Enttäuschung für den Hopp-Konzern: Der Corona-Impfstoff des deutschen Pharmaunternehmens Curevac erzielt nur eine geringe Wirksamkeit.

Tübingen – Der Pharmakonzern Curevac muss einen herben Rückschlag einstecken. Der Corona*-Impfstoff des Tübinger Unternehmens, an dem auch SAP-Mitbegründer und Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp soiwe Elon Musk und Bill Gates als Investoren beteiligt sind, kommt einer Zwischenanalyse zufolge nur auf eine Wirksamkeit von 47 Prozent.

Die Wirksamkeit gilt als „vorläufig“ und bezieht sich auf die Effektivität gegen eine Infektion „jeglichen Schweregrades“. Die vorgegebenen statistischen Erfolgskriterien werden damit erreicht, teilte das Unternehmen mit. Daraufhin sackte der Börsenkurs im US-Handel um mehr als die Hälfte ab.

Corona-Impfstoff von Curevac galt als Hoffnungsträger – Hopp gab sich zuversichtlich

„Wir hatten auf stärkere Ergebnisse in der Zwischenanalyse gehofft, haben aber gesehen, dass es bei dieser beispiellosen Bandbreite an Varianten eine Herausforderung darstellt, eine hohe Wirksamkeit zu erzielen. Wir setzen die Studie bis zur finalen Analyse mit mindestens 80 weiteren Fällen fort“, sagte Curevac-Chef Franz-Werner Haas.

Lange galt das deutsche Corona-Vakzin als Hoffnungsträger, als es 2020 um die ersten Zulassungen von Impfstoffen gegen das Sars-CoV-2 ging. Dem Handelsblatt sagte Investor Hopp noch im September, Curevac wolle bis Ende des vergangenen Jahres mehr als 100 Millionen Impfdosen zur Verfügung haben. Wie man heute weiß, wurde dieses Ziel mehr als nur knapp verfehlt – trotz Kooperation mit dem Pharmariesen Bayer.

Nach wie vor befindet sich das Mittel des Tübinger Konzerns in der finalen 2b/3-Studienphase und sammelt weiter Daten, während die Konkurrenz seit Monaten Impfstoffe ausliefert. Dabei hieß es Anfang Juni noch, dass das Unternehmen eine Zulassung in der EU noch für das zweite Quartal erwarte. Laut Hopp gelte es aber „das Rennen um den besten Impfstoff“ zu gewinnen.

Der Corona-Impfstoff des deutschen Unternehmens Curevac kommt bei einer Zwischenanalyse auf eine Wirksamkeit von nur 47 Prozent. Ein herber Schlag für den Hopp-Konzern.

Hopp-Unternehmen Curevac: Wirksamkeit von Corona-Vakzin könnte sich noch ändern

Man plane jedoch weiter, die laufende Studie bis zur finalen Analyse fortzusetzen, so Haas. Der Curevac-Chef betonte auch, dass sich „die endgültige Wirksamkeit“ noch verändern könne. Auch SPD-Politiker Karl Lauterbach* meldete sich inzwischen auf Twitter zu Wort: „Schade, das Team aus Tübingen hätte Erfolg verdient gehabt.“ Zudem warnte Lauterbach vor der Delta-Variante*, welche durch Impfungen enorm gebremst werden könnte.

Den Angaben von Curevac zufolge seien bei einer ersten Zwischenanalyse keine Sicherheitsbedenken festgestellt worden. Darüber soll das Data Safety Monitoring Board (DSMB) dem Mittel ein gutes Sicherheitsprofil attestiert haben. Wie auch die Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna basiert das Mittel aus Tübingen mit dem Namen Cvncov auf der neuen mRNA-Technologie.

Die Europäische Union hat sich bereits bis zu 405 Millionen Dosen des Hopp-Unternehmens gesichert. Laut einem Bericht von zeit.de hatte auch die Bundesregierung lange Zeit mit dem Corona-Impfstoff geplant, ehe dieser auf der jüngst vom Bundesgesundheitsministerium veröffentlichten Liste der Impfstoff-Lieferplanungen gestrichen wurde. Mittlerweile gab das Gesundheitsministerium bekannt, dass das Vakzin in Deutschland erst eingesetzt werde, wenn eine Zulassung bestehe. Wie lange das noch dauert, lässt sich derzeit jedoch nicht sagen. (Nail Akkoyun) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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