Gesundheit

Corona-Infektion im Darm – Diese Lebensmittel schützen Sie

Darm
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An der Darminnenwand befinden sich feine Härchen. (Symbolfoto)

Das Coronavirus könnte nach neuesten Erkenntnissen auch über den Darm aufgenommen werden. Eine bestimmte Ernährung könnte Verbraucher allerdings davor schützen.

  • Corona durch den Darm: Mit der richtigen Ernährung könnte einer Infektion vorgebeugt werden.
  • Die Ernährung in westlichen Ländern könnte die Menschen anfälliger für das Coronavirus machen.
  • Ein neuer Behandlungsansatz könnte Aufschluss über den Zusammenhang geben.

Kassel – Mit gesunder Ernährung zu einem längeren Leben: Das empfehlen Fachleute bereits seit Jahren. Doch, dass die richtige Ernährung auch vor einer durch das Coronavirus ausgelösten Covid-19-Erkrankung schützen könnte, ist neu.

Zu dieser Schlussfolgerung kommt jedenfalls eine aktuelle Studie. Die Ernährung in westlichen Ländern und deren Effekt auf die Darm-Gesundheit könnte, laut der Untersuchung, die Schwere einer möglichen Corona-Infektion beeinflussen.

Corona und die Ernährung – Darm ist angreifbar

Forscher haben nun entdeckt, dass der Zustand des Darms zum Zeitpunkt einer Corona-Infektion eine wichtige Rolle spielt. Demnach ist dies mitentscheidend dafür, ob eine Covid-19 Erkrankung ausbricht.

Krankheit: Covid-19
Krankheitserreger:Sars-CoV-2
Erster bekannter Fall: 01.12.2019

Die Ernährung mitteleuropäischer Gesellschaften basiert weniger auf Ballaststoffen, als es in anderen Ländern der Fall ist. Dies kann den Darm schwächen, was eine mögliche Covid-19-Erkrankung begünstigt.

Coronavirus: Befindet sich der Darm nicht in einer Symbiose, ist er angreifbar

Die Gesundheit des Darms hängt insbesondere vom Vorhandensein der richtigen Bakterien ab. Befinden sich Billionen an Bakterien im Einklang und stärken das Abwehrsystem des Körpers, ist von einer Symbiose die Rede.

Die Zusammensetzung im Darm ist so individuell wie die Haut-Linien bei einem Fingerabdruck. Im Darm befinden sich diverse Bakterien, welche im Durchschnitt 700 Gramm des Körpergewichts ausmachen. Das berichtet das Gesundheitsportal orthomol.com. Kommen die Darm-Bakterien aus dem Gleichgewicht, wird das Dysbiose genannt. Eine Dysbiose könnte eine mögliche Erkrankung, die durch das Coronavirus ausgelöst wird begünstigen.

Corona und Ernährung: Das passiert mit dem Darm bei einer Dysbiose

Kommt der Darm in eine Dysbiose, kann es zur Folge haben, dass die Darmwand immer dünner wird. Der Coronavirus kann in einem solchen Fall deutlich einfacher an die Zellschicht der Darmwand-Innenseite gelangen. Dies begünstigt einen möglichen Ausbruch. Auch der Verlauf einer möglichen Covid-19-Erkrankung wird davon beeinflusst, wie unter anderem der „Spiegel“ berichtet.

Eine Dysbiose und der damit einhergehende undichte Darm könnten die Schwere der Infektion verschlimmern, weil das Coronavirus an die Oberfläche des Darmepithels und in besonders ernsten Fällen durch den Blutstrom zu den inneren Organen gelangen kann.

Mikrobiologe Heenam Stanley Kim, Korea University Seoul

In extremen Fällen kann die Darmwand sogar durchlässig werden. Hierdurch kann das Coronavirus* sogar zu bis zu den inneren Organen durchdringen.

Ernährung: Deshalb wird der Darm zu Zielscheibe für das Coronavirus

Unterstützt wird diese These davon, dass es in den westlichen „Industriestaaten“ häufiger zu schweren Verläufen der durch das CoronaVirus hervorgerufenen Erkrankung Covid-19 kommt. In beispielsweise mitteleuropäischen Gesellschaften ernähren sich die Menschen überwiegend von stark verarbeiteten Lebensmitteln. Diese Ernährung weist einen relativ geringen Ballaststoff-Anteil.

Dieser entzieht nützlichen Bakterien im Darm ihre Lebensgrundlage. Dadurch sinkt die Anzahl der Bakterien und eine Infektion durch das Coronavirus im Darm wird wahrscheinlicher, berichtet der „Spiegel“.

Starker Darm durch die richtige Ernährung – So hat Corona keine Chance

Um in den menschlichen Organismus zu gelangen, benötigt das Coronavirus „Andockstellen“. Dafür dienen die sogenannten ACE2-Rezeptoren: Sie befinden sich nicht nur in der Lunge, sondern auch im Darm, erklärt der Mikrobiologe Heenam Stanley Kim.

Untersuchungen bestätigen erste Thesen: Demnach befanden sich in Stuhlproben von erkrankten Covid-19 Patienten nur wenige der gut artigen Bakterien. Dafür wurden dort eine Vielzahl an Coronaviren nachgewiesen. Rund 20 Prozent der Corona-Erkrankten leiden unter Beschwerden des Darm-Traktes.

Darm gegen Corona: Mit einer Ballaststoffreichen Ernährung der Pandemie trotzen. (Symbolbild)

Eine Studie aus Singapur lässt jedoch vermuten, dass ein starker Darm eine Infektion über diesen verhindern könnte. Hier traten nur bei jedem zweiten Patienten Beschwerden im Darm auf, selbst wenn sich viele Corona-Viren im Stuhl befanden.

Corona: Neben der Ernährung könnten sich neue Behandlungsstrategien ergeben

Bei den Zusammenhängen zwischen der Ernährung und dem Coronavirus Sars-CoV-2 handelt es sich aktuell nur um Vermutungen. Diese müssen erst noch von der Wissenschaft bewiesen werden. Das Resultat könnte ein neuer Behandlungsansatz sein.

Um die Darmflora wieder aufzubauen, könnte bei Patienten mit schwerem Covid-19 Verlauf bald eine Stuhl-Transplantation eines gesunden Spenders erfolgen. Wenn dies funktioniert, wäre wahrscheinlich auch der Beweis für die Zusammenhänge erbrach, wie der „Spiegel“ berichtet.

Diese Ernährung wappnet ihren Darm gegen das Coronavirus

Um die Darm-Flora stabil zu halten, kann die eigene Ernährung angepasst werden. Wer sich ballaststoffreich ernährt, stärkt die Bakterien im Darm, was eine Erkrankung, die durch das Coronavirus hervorgerufen wird, vorbeugen könnte.

  • Wahre Ballaststoffbomben:
  • 1 Scheibe Vollkornbrot: 8,1 g
  • 1 Portion Müsli mit Nüssen: 6,6 g
  • 1 EL Leinsamen: 3,9 g
  • 1 mittelgroße Möhre: 2,5 g
  • 1 Apfel mit Schale: 2,5 g
  • 1 mittelgroße Salzkartoffel: 1,2 g
  • 1 Portion Vollkornreis: 1,1 g

Im Durchschnitt isst ein Mensch in Deutschland am Tag weniger als 20 Gramm Kohlenhydrate. Dabei empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, mindestens 30 Gramm pro Tag zu sich zu nehmen. Nicht dienlich für eine Ballaststoffreiche Ernährung sind Fisch und Fleisch. Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und bestimmte Gemüsesorten sind hingegen wahre Wunderprodukte für die Darmflora. (Lucas Maier) *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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