Fragen und Antworten

EU-Impfpass startet: So erleichtert der digitale Ausweis das Reisen

Am 1. Juli startet der digitale EU-Impfpass. Eine vollständige Corona-Impfung soll sich damit beim Reisen schnell und unkompliziert vorzeigen lassen. Wie der Nachweis funktioniert.

Brüssel – Kurz vor dem offiziellen Start des EU-Impfzertifikats sind sämtliche EU-Länder an die dafür notwendige gemeinsame Technik angeschlossen. Dies berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Der EU-Impfausweis, der unter anderem das Reisen in Zeiten der Corona*-Pandemie erleichtern soll, startet am 1. Juli.

Auf Anfrage der dpa bestätigte die EU-Kommission, dass somit die Möglichkeit besteht, einen in Deutschland ausgestellten Nachweis über eine Impfung, einen frischen Test oder überstandene Infektion via QR-Code auszulesen. An welchen Stellen die Zertifikate Urlaube, das Shoppen oder Ausflüge erleichtern, legt jedes Land jedoch selbst fest.

Der EU-Impfnachweis soll in Zeiten der Corona-Pandemie unter anderem das Reisen erleichtern. In Deutschland benötigt es dazu die Covpass-App.

Digitaler Corona-Impfnachweis startet

Aktuellen Zahlen des Gesundheitsministeriums zufolge sind allein in Deutschland bereits 37,3 Millionen Impfzertifikate (Stand: 29.06.2021) ausgestellt worden. Nur in wenigen Staaten werden sie noch nicht herausgeben, darunter in Schweden, Malta und Irland. Wie es aus einer Übersicht der EU-Kommission hervorgeht, gilt der Impfnachweis auch für die Nicht-EU-Länder Norwegen und Island.

Corona: Neuer EU-Impfnachweis ein „wichtiger Bestandteil für einen tollen Sommer“

In Deutschland gibt es den digitalen Corona-Impfnachweis seit gut zwei Wochen. Die „Covpass“-App kann kostenlos auf das Smartphone heruntergeladen werden und soll in den kommenden Tagen mit dem EU-Impfpass zusammengeschaltet werden. Das deutsche Digital-Impfzertifikat ist bundesweit gültig und kann überall zum Einsatz kommen, wo eine Covid-Schutzimpfung vorgezeigt werden muss – ähnliche Funktionen erfüllen auch die Corona-Warn-App* sowie die Luca-App*.

Personen, die einen gültigen digitalen EU-Impfpass vorweisen können, sind in der gesamten EU von Quarantäne- und Testpflichten befreit, insofern es die örtliche Pandemie-Lage erlaubt. Das einheitliche Dokument soll auch zu weniger Verwirrungen am Check-in und schnelleren Abläufen führen. Das digitale Zertifikat ist jedoch freiwillig und dient als Ergänzung zu dem weiterhin gültigen gelben WHO-Impfpass.

„Dieses Zertifikat ist ein wichtiger Bestandteil für einen tollen Sommer“, erklärte der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese. „Wir können damit sicherstellen, dass die Reisewelle nicht wie im letzten Jahr eine neue Infektionswelle auslöst.“ Angesichts der zunehmenden Bedrohung durch die Corona-Variante Delta* scheint ein Sommer ohne Einschränkungen und verstärkte Maßnahmen allerdings weiter ungewiss.

Der EU-Impfnachweis soll in Zeiten der Corona-Pandemie unter anderem das Reisen erleichtern. In Deutschland benötigt es dazu die Covpass-App.

Covpass-App wird neuer EU-Impfnachweis – Gelber Impfpass reicht weiterhin als Corona-Impfnachweis

Wer die Covpass-App bereits installiert hat, merkt schnell, dass die Software lediglich den darin erstellten QR-Code anzeigt und somit eine praktische Möglichkeit bietet, den Corona-Impfstatus unkompliziert und schnell nachzuweisen. Sollte man kein Smartphone nutzen, ist ein Impfnachweis aber auch in ausgedruckter Papierform oder anhand des gelben Impfpasses möglich.

Grundsätzlich spricht aber auch nichts dagegen, statt Covpass die Corona-Warn-App zu nutzen. Auch diese bietet seit einiger Zeit die Funktion, die eigene Impfung gegen das Coronavirus einzuscannen um den Impfstatus bei Bedarf vorzeigen zu können. Das Zertifikat wird ebenfalls europaweit anerkannt. Grundsätzlich sollte man aber auf Nummer sicher gehen und auf Reisen den altmodischen, gelben Impfass einpacken, falls die Technik doch mal versagen oder es zu sonstigen Problemen kommen sollte.

Gültig in der gesamten EU: Corona-Impfnachweis in Apotheken erhältlich

Den Impfnachweis kann man sich auf verschiedene Arten beschaffen. In manchen Impfzentren wird der für die Covpass-App nötige QR-Code direkt nach der zweiten Impfung mitgegeben, andere wiederum schicken den Code erst 15 Tage später per Post an die geimpften Personen. Darüber hinaus ist es aber auch möglich, sich nachträglich in Apotheken kostenlos einen Corona-Impfnachweis* beziehungsweise einen QR-Code erstellen zu lassen. Dazu benötigt man lediglich den gelben Impfpass, der die vollständige Impfung nachweist.

Bis Ende Juli sollen sich übrigens auch negative Covid-19-Tests oder eine überstandene Coronavirus-Infektion in der Covpass-App abspeichern lassen. Voraussetzung für Letzteres ist der Nachweis eines PCR-Test-Ergebnisses. Dieser darf maximal sechs Monate alt sein und muss mindestens 28 Tage zurückliegen.

Missbrauch? Lichtbildausweis muss gemeinsam mit Corona-Impfpass vorgelegt werden

Laut Angaben des Bundesgesundheitsministeriums enthält der digitale Impfnachweis nur Informationen zum Impfstatus, den Namen des Geimpften, das Geburtsdatum sowie Impfstoff, Impfdatum und Impfdosis. Für Dienstleister, die den Impfstatus überprüfen möchten, gibt es eine eigene Prüf-App. Damit kann der Impfstatus ähnlich wie ein Barcode eines Flug- oder Bahntickets gescannt werden.

Der Corona-Impfnachweis darf nur von autorisierten Personen in Impfzentren, Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäusern ausgestellt werden. Um Missbrauch vorzubeugen, ist ergänzend zum EU-Impfzertifikat ein Lichtbildausweis vorzulegen. Darüber hinaus sei der digitale Impfnachweis kryptografisch vor Veränderungen geschützt, so das Bundesgesundheitsministerium. Die Zertifikate sollen nur vorübergehend gespeichert und anschließend wieder gelöscht werden. Wirklich gespeichert seien die Daten nur dezentral, also auf keinem Server und nur lokal auf dem Smartphone des Nutzers. (Nail Akkoyun) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa

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