Schutz vor Coronavirus

FFP2-Masken desinfizieren: Wie man den Corona-Mundschutz mehrfach tragen kann

Die FFP2-Maske ist aufgrund der Corona-Pandemie in manchen Bundesländern Pflicht geworden. Doch wie oft kann man die Maske verwenden und wie reinigt man sie richtig? 

  • In der Corona*-Pandemie ist das Tragen einer FFP2-Maske an einigen Orten Pflicht.
  • Der Mundschutz sollte allerdings nicht länger als acht Stunden getragen werden.
  • Eine Studie aus Münster zeigt: Masken können im Ofen desinfiziert werden.

Update vom Samstag, 23.01.2021, 10.20 Uhr: Es gibt viele empfohlene Reinigungsmethoden für Masken aller Art - doch einige sollten sie lieber vermeiden. Neben Behandlungen in der Waschmaschine, in Kochtöpfen, in Spülmaschinen oder mit einer UV-Lampe, sollte auch eine Reinigung der FFP2-Maske mit Desinfektionsmitteln und Alkohol dringend vermieden werden.

Einem Bericht des Verbrauchermagazins Oekotest zufolge, rät das Robert-Koch-Institut davon ab, da Desinfektionssprays und alkoholische Substanzen die Filterwirkung des Zellstoffs und des Vlieses und somit auch den Schutz gegen Corona erheblich reduzieren.

Außerdem sollte man die Maske auch nicht im Gefrierschrank aufbewahren, weil die Viren im Mundschutz so nicht abgetötet werden und sogar länger im Stoff überleben können.

Mundschutzpflicht während der Corona-Krise: Methoden zu mehrfachen Benutzung der FFP2-Maske

FFP2-Masken sind teuer. Doch mit einigen Tipps, kann der Corona-Mundschutz mehrmals getragen werden. (Symbolbild)

Update vom Donnerstag, 14.01.2021, 16.50 Uhr: Eigentlich sind FFP2-Masken zum Schutz vor einer möglichen Corona-Infektion für einen einmaligen Gebrauch gedacht. Da das jedoch schnell ins Geld gehen kann, stellt sich die Frage, ob sich die Masken nicht doch mehrfach benutzen lassen. Forscher der Fachhochschule Münster und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sind jedenfalls überzeugt: Ja, das geht. Dafür beschreiben sie zwei Methoden.

Vorab sei gesagt, dass das folgende Verfahren nur für faltbare FFP2-Masken geeignet ist. Wer dem Trick eine Chance geben möchte, probiert Folgendes: Die Maske nach dem Tragen zunächst bis zum nächsten Tag trocknen lassen. Ist die Maske trocken, soll ein Blatt Backpapier auf einem Rost ausgelegt werden. Währenddessen muss der Ofen auf 80 Grad Ober- und Unterhitze vorgeheizt werden.

Schutz gegen Corona: FFP2-Masken müssen richtig desinfiziert werden

Da die tatsächliche Temperatur im Backofen von der Anzeige abweichen kann, empfehlen die Forscher, die Temperatur mit einem Thermometer zu überprüfen. Denn ist der Ofen zu kalt, bleiben die Viren aktiv. Ist es zu warm, kann die Maske beschädigt werden.

Stimmt die Temperatur, wird die Maske auf den Rost gelegt und daraufhin auf die mittlere Schiene in den Ofen geschoben. Dort sollen die FFP2-Masken für eine Stunde verweilen. Wichtig ist, dass die Corona-Masken auch hinterher noch voneinander unterschieden werden können, da diese immer nur von derselben Person genutzt werden sollten. So können die FFP2-Masken bis zu fünfmal wieder aufbereitet werden, spätestens dann müssen sie aber im Hausmüll entsorgt werden.

In einigen Bundesländern wurde die Maskenpflicht verschärft. (Archivfoto)

Forscher veröffentlichen Corona-Studie: Ausreichend Zeit zum Trocknen der FFP2-Maske einplanen

Formstabile Modelle mit Körbchen oder Filter können nur über einen anderen Weg wiederaufbereitet werden: durch Lufttrocknung. Dafür bräuchte es beim täglichen Gebrauch der FFP2-Masken mindestens sieben Stück. Sie werden nach der Nutzung an einem Haken aufgehängt, wo sie eine Woche lang trocknen. Hierbei ist es ratsam, die Haken oder Masken den Tagen entsprechend zu kennzeichnen, sodass man nicht durcheinander kommt.

Auch diese Methode kann man maximal fünfmal wiederholen, ehe die Maske in den Müll wandert, so die Forscher. Sollte die Maske jedoch besonders beansprucht, von anderen Menschen angehustet oder benutzt worden sein, sollte die FFP2-Maske direkt entsorgt werden.

Alternative Behandlungen mithilfe von Kochtöpfen, Spülmaschinen, Mikrowellen, Waschmaschinen oder einer UV-Lampe taugen laut den Wissenschaftlern jedoch nicht für eine Wiederaufbereitung der Corona-Masken.

Kampf gegen Corona: FFP2-Masken werden jetzt Pflicht

Erstmeldung vom Donnerstag, 14.01.2021, 14.19 Uhr: Kassel – In der Corona-Krise sind sie ein alltäglicher Begleiter: Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist in öffentlichen Gebäuden, Geschäften und auch in vielen Innenstädten vorgeschrieben. Anfang 2021 das Haus ohne eine Corona-Maske zu verlassen, ist für viele Menschen undenkbar. Je mehr sich die Bevölkerung an die Masken-Vorschrift hält, desto besser kann die Verbreitung des Coronavirus eingedämmt werden.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) empfiehlt das Tragen von zertifizierten FFP2-Masken. Diese Masken sind ab 18. Januar 2021 in Geschäften und im ÖPNV in Bayern Pflicht. Doch der Träger kann bei der Nutzung der FFP2-Maske viele Fehler machen.

Die richtige Verwendung von FFP2-Masken entscheidet über ihre Wirksamkeit gegen Corona. Es gilt ein paar wichtige Regeln beim Tragen der Maske zu beachten. (Symbolbild)

Corona in Deutschland: Regierung setzt auf FFP2-Masken als Schutz

Auf Geheiß der Bundesregierung konnten sich kurz vor Weihnachten, ab dem 15.12.2020, über 60-Jährige kostenlos drei FFP2-Masken abholen. FFP2 ist die englische Abkürzung für Filtering Face Piece. Diese Art der Maske hat den Vorteil, dass sie nicht nur das Austreten der Aerosole des Trägers verhindert, sondern auch den Träger selbst vor Aerosolen in der Luft schützt.

Masken aus Stoff oder Schals bieten diesen Filterschutz nicht. Sie schützen nur Andere vor den Viren des Trägers. FFP2-Masken mit Ventil schützen umgekehrt nur den Träger, aber nicht die Umwelt. Denn die Atemluft dringt ungefiltert nach draußen.

FFP2-Masken richtig benutzen: Nur dann schützt sie vor Corona

Damit die FFP2-Masken Träger und Umwelt gut vor dem Coronavirus schützen, sollten Nutzer zwei wichtige Bedingungen beachten. Erstens müssen die Masken korrekt getragen werden, um ihre volle Filterwirkung zu entfalten.

Die Maske muss darüber hinaus den Richtlinien der EU entsprechen. Immer wieder tauchen auf dem Markt gefälschte Masken auf. Außerdem müssen immer wieder Supermärkte Rückrufe für Masken starten, die die gesetzlichen Vorgaben nicht erfüllen.

Corona-Mund-Nasenschutz fest anlegen: Bartträger haben ein Problem mit FFP2-Masken

Zertifizierte FF2P-Masken müssen laut Bundes­anstalt für Arbeits­schutz und Arbeits­medizin 94 Prozent aller Aerosolen aus der Luft filtern. Ob eine Corona-Maske alle EU-Vorgaben erfüllt, erkennen Kunden am CE-Zeichen, dass ein erfolgreiches Prüfungsverfahren (Konformitätsbewertungsverfahren) für das Produkt ausweist. Die Kennzeichnung besteht aus einer vierstel­ligen Prüf­instituts­nummer, der EU-Norm EN 149 und der Adresse des Anbieters.

Nicht alle FFP2-Masken auf dem deutschen Markt tragen das CE-Zeichen. Sogenannte N95-Masken  aus den USA und Kanada sowie KN95-Masken aus China tragen das Zeichen nicht, erfüllen aber trotzdem die europäischen Standards.

Umgang mit FFP2-Masken: Corona wird nur bei korrekter Nutzung effektiv gefiltert

Schon das Aufziehen kann im Zweifelsfall darüber entscheiden, ob die Filterwirkung einer FFP2-Maske funktioniert oder verpufft. Entgegen vieler anders lautender Gerüchte reicht es nämlich nicht, die Maske nur über den Mund zu ziehen und die Nase freizulassen.

Folgende Regeln müssen beim Tragen einer FFP2-Maske beachtet werden:

  • Masken muss so dicht wie möglich am Gesicht anliegen
  • Mund, Nase und Wangen müssen bedeckt sein
  • Die Ränder müssen eng an der Haut anliegen, damit an den Seiten keine Luft durchströmt
  • Die Maske sollte nicht rutschen, sondern fest sitzen
  • Feuchte Masken verlieren ihren Filterschutz und müssen gewechselt werden.
  • Die Maske sollte nicht zwicken, denn das verleitet, sich ins Gesicht zu fassen und so Viren zu verteilen

Auch wer eine FFP2-Maske trägt, sollte sich an die Hygienevorschriften des Robert-Koch-Instituts und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung halten. Denn die Filterwirkung ist nicht perfekt. Die 1.5-Meter-Abstandsregel und regelmäßiges, gründliches Händewaschen sind wichtige Werkzeuge zur Eindämmung von Corona.

Maximale Nutzungsdauer von FFP2-Masken: Feuchter Stoff filtert kein Corona

Grundsätzlich sind FFP2-Masken als Einweg-Masken vorgesehen. Das heißt, dass sie nach der einmaligen Nutzung gewechselt werden müssen. Doch wer seine Maske nur ein paar Minuten in einem Geschäft trägt und nach Verlassen des Geschäfts wieder abnimmt, muss nicht gleich eine neue Maske verwenden.

Durch den Atem wird die Maske mit der Zeit nass. Ist die Maske durchfeuchtet, muss sie gewechselt werden. Denn dann können Coronaviren durch den Stoff gelangen. Ein Tipp: Masken nur kurz und in Intervallen tragen, schützt vor Durchfeuchtung. Nach einer kurzen Tragezeit kann die Maske auch getrocknet und gelüftet und dann nach einigen Tagen wieder verwendet werden.

Maximal sollten FFP2-Masken 75 Minuten am Stück getragen werden. Wer nur sitzt und sich entspannt, kann sie allerdings auch länger aufbehalten. Insgesamt sollten FFP2-Masken nicht länger als 8 Stunden verwendet werden. Das empfiehlt die Berufsgenossenschaft für Gesundheit und Wohlfahrtspflege (BGW).

FFP2-Maske richtig abnehmen: An den Fingern könnten Coronaviren kleben

Ist der Einkauf im Supermarkt vorbei, kann die Maske wieder runter. Berührungen mit den Händen können die Maske jedoch beschädigen und Coronaviren können an den Fingern oder der Maske zurückbleiben. Daher immer mit gewaschenen Händen möglichst nur die Bänder der Maske anfassen und sie dann an einen sauberen Ort verstauen. Danach die Hände gründlich 20 bis 30 Sekunden waschen.

Hosen- oder Handtaschen eigen sich nur bedingt für den Transport. Keime und Viren können sich dort verstecken. Außerdem könnten Viren über die Maske selbst in die Tasche gelangen. Wenn dann mit den Fingern darin herumgekramt wird, gelangen die Krankheitserreger schnell wieder ins Gesicht. Ein besserer Aufbewahrungsort ist eine kleine verschließbare Plastiktüte.

FFP2-Masken zu reinigen, ist kein Problem. Gewaschen werden darf eine FFP2-Maske allerdings nicht. Dann verliert sie ihre Filterwirkung. Auch das Trocknen im Ofen oder in der Mikrowelle ist tabu. (Philipp Zettler, Alina Schröder und Nail Akkoyun) *hna.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/DPA

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