92 Prozent Genauigkeit

Corona-Infektion erkennen: Hunde erschnüffeln sie an Urin, Speichel und Schweiß

Der Cocker Spaniel Joe schnüffelt in der Tierärztlichen Hochschule Hannover an einer Trainingsmaschine für Corona-Spürhunde. Trainierte Hunde können Infektionen anhand verschiedener Körperflüssigkeiten erkennen.
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Der Cocker Spaniel Joe schnüffelt in der Tierärztlichen Hochschule Hannover an einer Trainingsmaschine für Corona-Spürhunde. Trainierte Hunde können Infektionen anhand verschiedener Körperflüssigkeiten erkennen.

Offenbar sind trainierte Hunde in der Lage, eine Corona-Infektion dank ihres Geruchssinns zu erkennen. Dies zeigt eine Studie aus Hannover.

Hannover – Wie die Tierärztliche Hochschule Hannover mithilfe einer neuen Studie aufzeigt, sollen spezielle Spürhunde eine Corona-Infektion mit hoher Genauigkeit erschnüffeln können. Bei den Untersuchungen seien 92 Prozent von über 5000 vorgelegten Proben korrekt identifiziert worden.

Der tierische Erfolg sei dabei unabhängig davon, ob Hunde eine Urin-, Speichel oder Schweißprobe beschnüffeln, teilte die Hochschule mit. Das Forschungsteam um Paula Jendrny, Friederike Twele und Sebstian Meller veröffentlichten die Ergebnisse im Fachblatt „BMC Infectious Diseases“.

Tierärztliche Hochschule Hannover
Gründung1778
Studenten2424 (Stand: 2020)
Mitarbeiter949 (Stand: 2020)

Hunde können neben einer Corona-Infektion auch verschiedene Krebsarten erkennen

Für die Corona-Studie wurden zehn spezialisierte Spürhunde der Bundeswehr eingesetzt. In einer Mitteilung heißt es, dass „alle getesteten Körperflüssigkeiten in ähnlicher Weise“ geeignet seien, um SARS-CoV-2-Infektionen „zuverlässig zu erkennen“. In Bereichen der medizinischen Forschung werden Hunde zunehmend zur Geruchserkennung eingesetzt. Dabei sind die Vierbeiner häufig sogar in der Lage, verschiedene Krebsarten, Malaria, sowie bakterielle und virale Infektionen zu erkennen. Corona-Symptome können sich bei Geimpften und Ungeimpften jedoch unterscheiden.

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Video: Corona-Studie mit Hunden auch in Großbritannien durchgeführt

Corona-Studie: Geruchssinn der Hunde viel stärker als das der Menschen

Entstanden ist die Corona-Studie in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr, der Medizinischen Hochschule Hannover und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Derzeit wird geplant, die trainierten Spürhunde im Herbst bei mehreren Veranstaltungen einzusetzen und die erschnüffelten Resultate mit den Ergebnissen von Antigen- und PCR-Tests zu vergleichen.

Diese antrainierte Fähigkeit der Hunde ist dem stark ausgeprägten Geruchssinn der Tiere zu verdanken. Hunde haben 40-mal mehr Riechrezeptorzellen als Menschen sowie ein zusätzliches Geruchssystem. Der NDR führt dazu ein beeindruckendes Beispiel auf: Ein Hund wäre in der Lage, den Tropfen einer bestimmten Flüssigkeit in einem Becken mit 50 Millionen Litern Wasser zu erkennen. Eine Leistung, die für einen Menschen undenkbar wäre. (Nail Akkoyun)

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