Pandemie

Nach Corona-Impfung mit Biontech: EMA prüft Fälle von Herzmuskel-Entzündung

Ob die Fälle von Herzmuskelentzündungen in Israel auf den Impfstoff von Biontech und Pfizer zurückzuführen sind, will nun auch die EU untersuchen.

Update vom Donnerstag, 29.04.2021, 18.13 Uhr: Die Arzneimittelbehörde der EU (EMA) nimmt Fälle von Herzmuskelentzündungen nach einer Impfung mit den Corona-Impfstoffen der Hersteller Pfizer/Biontech und Moderna genauer unter die Lupe. Das teilte die Behörde am Donnerstag (29.04.2021) auf Anfrage der dpa mit. „Zurzeit gibt es keinen Hinweis, dass diese Fälle mit dem Impfstoff zusammenhängen“, lies die EMA zugleich wissen. Wie viele Fälle die EMA prüft und in welchen Ländern sie entdeckt wurden, ließ die Behörde offen.

In Israel sind laut dpa bisher 62 Fälle von Herzmuskelentzündungen (Myokarditis) im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung aufgetreten, die meisten davon bei Männern im Alter von 18 bis 30 Jahren nach der Zweitimpfung. Israel nutzt fast ausschließlich den mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer.

Herzmuskelentzündung nach Corona-Impfung mit Biontech – Nun äußert sich der Hersteller

Update vom Mittwoch, 28.04.2021, 13.30 Uhr: Impfstoff-Hersteller Biontech will Berichte über die Fälle von Herzmuskelentzündungen aus Israel in Folge von Impfungen mit dem hergestellten Vakzin überprüfen. Biontech-Vorstandsvorsitzender Ugur Sahin sagte am Mittwoch (28.04.2021), dass weitere Details aus Israel angefordert worden seien. Sahin äußerte sich auf einer Veranstaltung des „Vereins der Ausländischen Presse in Deutschland“.

Nach Fällen von Herzmuskelentzündungen im Zusammenhang mit einer Impfung ist der Impfstoff von Biontech/Pfizer im Visier der Gesundheitsexperten. (Symbolbild)

„Wir haben bis jetzt keinen Hinweis auf gehäufte Fälle dieser Herzmuskelentzündungen“, betonte der 55-Jährige. Er sagte zudem, dass Daten aus den USA und Deutschland bislang kein ungewöhnliches Auftreten gezeigt hätten.

Corona-Impfstoff von Biontech: Gesundheitsministerium in Israel äußert sich zu Herzmuskelentzündungen

Update vom Dienstag, 27.04.2021, 13.30 Uhr: Nach Berichten über Dutzende Fälle von Herzmuskelentzündungen nach einer Corona-Impfung mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer äußert sich Israels Gesundheitsministerium nun zu dem Verdacht. Das Ministerium hält eine ungewöhnliche Häufung der Erkrankung nicht für erwiesen. Israelische Medien hatten über eine Analyse berichtet, der zufolge 62 Fälle von Myokarditis aufgetreten seien, vor allem bei jungen Männern im Alter von 18 bis 30 Jahren. Davon seien zwei Patienten - ein Mann und eine Frau - gestorben.

Insgesamt haben in Israel seit Beginn der Impfkampagne vor mehr als vier Monaten fünf der neun Millionen Einwohner eine Zweitimpfung erhalten. In dem Land wurde nahezu ausschließlich mit dem Biontech/Pfizer-Präparat geimpft. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums teilte am Dienstag mit, ein Expertenteam überwache alle Nebenwirkungen der Corona-Impfungen und veröffentliche regelmäßig Berichte.

Nebenwirkungen bei Corona-Impfungen? – Impfstoff-Hersteller Biontech/Pfizer weist Zusammenhang zurück

Die in den Medien zitierte Analyse sei aber nicht vom Ministerium veröffentlicht worden. „Sie zeigt keinen eindeutigen Anstieg der Sterblichkeit wegen der Impfung und es ist auch nicht sicher, dass es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Anstieg der Zahl von Herzmuskelentzündungen gibt.“

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Es handele sich gleichwohl um einen „wichtigen Bericht“, über den das Expertenteam in den kommenden Tagen beraten werde. Die Ergebnisse der Beratung würden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Impfstoffhersteller Pfizer teilte mit, man sei über die Berichte in Israel informiert. „Wir haben keine Rate von Myokarditis beobachtet, die höher wäre, als man es in der allgemeinen Bevölkerung erwarten würde“, hieß es in der Mitteilung. „Ein kausaler Zusammenhang mit der Impfung wurde nicht festgestellt. Es gibt zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinen Beweis dafür, dass in Verbindung mit dem Biontech/Pfizer-Impfstoff ein Risiko von Myokarditis besteht.“

Nebenwirkungen bei Biontech: Herzmuskelentzündung bei Geimpften? Israel prüft „dutzende Fälle“ 

Erstmeldung vom Montag, 26.04.2021, 11.541 Uhr: Kassel - Die in Rekordzeit entwickelten Corona-Impfungen bieten in Zeiten der Pandemie einen Lichtblick. Allerdings sorgen Meldungen über Thrombose-Verdachtsfälle bei den Vakzinen von Astrazeneca und Johnson & Johnson für Verunsicherung. Nun steht auch der Impfstoff von Biontech/Pfizer im Verdacht schwere Nebenwirkungen zu verursachen - er könnte Herzmuskelentzündungen auslösen.

Wie Focus Online berichtet, habe eine vorläufige Studie gezeigt, dass offenbar „Dutzende Fälle“ von Herzmuskelentzündungen - auch Myokarditis genannt - nach Verabreichung des Impfstoffs aufgetreten seien. Nun soll das israelische Gesundheitsministerium die Fälle untersuchen.

Ob der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer tatsächlich Herzmuskelentzündungen auslösen kann, wird aktuell vom israelischen Gesundheitsministerium untersucht. (Symbolbild)

Nebenwirkung von Biontech-Impfstoff? Gesundheitsministerium in Israel untersucht „dutzende Fälle“

Wie der israelische Koordinator für Pandemiebekämpfung Nachman Ash mitteilte, seien „dutzende Fälle“ in erster Linie nach der zweiten Impfdosis mit Biontech aufgetreten, das berichtet auch wa.de*. Ob die Entzündung des Herzmuskelgewebes in Zusammenhang mit der Corona-Impfung von Biontech/Pfizer steht, werde derzeit noch untersucht. Ein Ergebnis bleibt also abzuwarten.

Symptome einer Herzmuskelentzündung zu typisieren ist schwierig. Deshalb wird die Erkrankung des Herzmuskels oft nicht rechtzeitig erkannt. Dies sind typische Symptome:

  • Abgeschlagenheit und Erschöpfung
  • Appetitlosigkeit
  • Atemnot (vor allem bei Anstrengung)
  • Kopfschmerzen
  • Schmerzen hinter dem Brustbein
  • Herzklopfen oder -stolpern

Meist folgt die Entzündung auf eine Infektion der Atemwege oder des Magen-Darm-Trakts. In schweren Fällen kann die Entzündung eine Herzschwäche oder schwere Herzrhythmusstörungen auslösen. Es besteht sogar die Gefahr des plötzlichen Herztods. (Karolin Schaefer) *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Daniel Karmann/dpa

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