Mutanten auf dem Vormarsch

Corona-Mutationen: Ab wann das Virus dem Menschen nichts mehr anhaben kann

In Deutschland sind derzeit zahlreiche Corona-Mutationen auf dem Vormarsch. Das hat auch Auswirkungen auf die Covid-19-Impfung.

  • Corona*: Mutationen breiten sich auch in Deutschland aus.
  • Das Corona-Virus kann durch Mutationen auch ungefährlich für Menschen werden.
  • Künftig könnte auch ein Mix von Corona-Impfstoffen denkbar sein.

Kassel - Seit Wochen steigt bei vielen die Angst vor den mutierten Varianten des Corona-Virus. Eine erste Studie zur Mutation aus Südafrika scheint diese erstmal auch zu bestätigen. Demnach könnten bei dieser Mutation zumindest ein Impfstoff weniger wirksam sein. Die sogenannt B.1.1.7 Mutation, welche zuerst in Großbritannien auftrat, ist ebenfalls auf dem Vormarsch in Deutschland.

In den vergangenen zwei Wochen hat sich der prozentuale Anteil dieser Mutation von 6 auf 22 Prozent erhöht. Das ergaben stichprobenartige Untersuchungen, wie die Apotheken-Umschau berichtet. Eine starke Mutation kann allerdings auch dafür sorgen, dass das Corona-Virus nicht mehr in den menschlichen Körper gelangen kann. Wir haben die neusten Erkenntnisse für Sie zusammengefasst.

Corona-Impfung: Biontech-Pfizer weniger wirksam gegen Virus-Variante aus Südafrika

Gerade bei der Corona-Mutation, die erstmals in Südafrika auftrat, soll eine Impfung nicht mehr ausreichend schützen. Das wurde nun durch sogenannte Neutralisationsuntersuchungen im Labor bestätigt. Das bestätigte der Infektiologe Christoph Spinner gegenüber focus.de.

Mutationen des Corona-Virus in Deutschland auf dem Vormarsch - Helfen die Impfungen dagegen? (Symbolbild)

Bei dieser Untersuchung wird bereits geimpften Menschen Blut entnommen. Die sich im Blut befindenden Anti-Körper werden dann mit der Virus-Variante in Verbindung gebracht. Dann wird gemessen wie aktiv die Anti-Körper gegenüber der Virus-Variante sind. Dies wurde bei dem Biontech/Pfizer-Impfstoff und der Corona-Variante aus Südafrika durchgeführt. Die Neutralisationsleistung betrug im Vergleich zu dem nicht mutierten Corona-Virus nur noch ein Drittel, so der Infektiologe.

Impfstoff gegen Corona: Bei der Virus-Variante B.1.1.7. scheint Impfung schlimmeres zu verhindern

Eine verringerte Neutralisationsleistung bedeutet, dass die erzeugten Anti-Körper zwar noch gegen das Corona-Virus wirken. Allerdings nicht mehr in demselben Ausmaß. In Niedersachsen kam es beispielsweise in einem Pflegeheim zu mehreren Infektionen mit der Corona-Virus-Variante B.1.1.7. bei bereits geimpften Personen.

NamePD Dr. med. Christoph Spinner
StellungOberarzt am Klinikum rechts der Isar in München
SpezialisierungInnere Medizin, Infektiologe und Notfallmedizin
Promotion2006 bis 2010

Hier kam es allerdings nur zu leichten Verläufen bei den Erkrankten. Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, sieht das als Indikator dafür, dass die Impfung funktioniert, das sagte er gegenüber der Apotheker-Zeitung.

Impfung gegen Corona: Hersteller passen Stoffe an - Auch ein Mix ist denkbar

Durch die Labor-Tests der Antikörper passen die Hersteller ihre Impfstoffe bereits an die neuen Varianten des Corona-Virus an. Eine Kombination aus verschiedenen Impfstoffen wäre ebenfalls denkbar. So kann eine möglichst breite Immunantwort erhalten werden, so der Infektiologe Christoph Spinner.

Jede Mutation des Corona-Virus hat eine schwächere Bindung durch die von der Impfung hervorgerufenen Antikörper zur Folge. Der Infektiologe macht aber auch Hoffnung. Wenn sich der Virus zu stark verändert, kann dieser nicht mehr in menschliche Zellen eindringen. (Lucas Maier) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Rubriklistenbild: © Robert Michael/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.