Pandemie

Experten äußern sich: So wirksam sind die Corona-Impfungen wirklich

Einige Personen sind schon vollständig geimpft, andere sind skeptisch. Neue Daten zeigen, wie gut eine Corona-Impfung vor schweren Verläufen schützt.

Kassel - In letzter Zeit kursiert im Internet ein sogenanntes „Sharepic“, was vermeintliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Corona*-Geimpften und Ungeimpften zeigt. In diesem heißt es beispielsweise, dass geimpfte Personen trotzdem an Corona erkranken sowie sterben könnten und eine Impfung demnach nicht nötig wäre. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) hat diese Aussagen in einem Faktencheck untersucht und offizielle Daten und Zahlen dafür hinzugezogen.

Dem Bericht zufolge werden die Aussagen des auf Facebook verbreiteten Bildes ohne den nötigen Kontext dargestellt. Zudem wird das entscheidende prozentuale Risiko für Geimpfte an Covid-19 zu erkranken nicht genannt, welches laut Angaben von Fachleuten deutlich geringer sei.

Corona: So sehr schützt eine Impfung vor einer schweren Erkrankung

Wie Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen, können geimpfte Menschen zwar an Corona erkranken, doch dies komme nur äußerst selten vor und nur einen kleinen Teil aller gemeldeten Fälle ausmachen. Dies beweise, dass die eingesetzten Impfstoffe gegen das hochansteckende Virus eine gute Wirksamkeit bieten - wenn auch nicht zu 100 Prozent.

Nach Einschätzungen des RKI schützen die Vakzine außerdem vor einer schweren Erkrankung und somit auch gegen einen tödlichen Verlauf. Anhand offizieller Zahlen aus dem wöchentlichen Lagebericht des Instituts müssen geimpfte Personen trotz einer Infektion seltener im Krankenhaus behandelt werden.

Ein Blick in die USA, wo tödliche Impfdurchbrüche veröffentlicht werden, untermauert diese Erkenntnisse. Angaben des Direktors des US-Forschungszentrums NIAID, Anthony Fauci, waren 99,2 Prozent der amerikanischen Corona-Toten ungeimpft. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kommt zu der Bewertung, dass die Impfstoffe gut vor einer Infektion und Impfdurchbrüche nur sehr selten tödlich enden.

Wie sehr schützt eine Corona-Impfung vor einem schweren Krankheitsverlauf? Experten klären auf.

Corona-Geimpfte trotz Impfung ansteckend? Studien klären auf

Auch die aufgetretenen teils tödlichen Hirnvenenthrombosen bedingt durch eine Impfung mit den Vektor-Wirkstoffen von Astrazeneca und Johnson & Johnson treten vergleichsweise selten auf. Dies ist dem aktuellen Sicherheitsbericht des RKI zu Impf-Nebenwirkungen und -komplikationen zu entnehmen.

Nach knapp 75 Millionen verabreichten Impfdosen in Deutschland wurden 1028 Todesfälle auf einen Zusammenhang mit einer Impfung untersucht (Stand 30.06.2021). Das Paul-Ehrlich-Institut teilte daraufhin mit, dass der Großteil der Fälle „zufällig im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung aufgetreten sind“. Des Weiteren geht das RKI davon aus, dass das Risiko einer Virusübertragung durch Geimpfte stark vermindert ist. Das wird damit begründet, dass diese bei einer Infektion weniger Viren in sich tragen, als Ungeimpfte.

BezeichnungCorona
VirusSars-Cov-2
InfektionskrankheitCovid-19

Zwei Studien stellen diese Aussage allerdings infrage. Diesen zufolge würden Menschen nach einer Ansteckung mit der Delta-Variante trotz einer vollständigen Impfung zumindest zeitweise eine vergleichbare Viruslast wie ungeimpfte Personen aufweisen. Sie könnten demnach für eine gewisse Zeit gleichermaßen ansteckend sein. Auf Basis der aktuellen Daten und Zahlen ist das im Internet kursierende „Sharepic“ jedoch enorm irreführend, da der wesentliche Kontext unterschlagen wird. (Alina Schröder)

In den USA wollte ein Mann mit einer Corona-Impfung* noch warten, dann starb er an einer Infektion. Seine Familie bereut nun, sich nicht früher impfen lassen zu haben. *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jdidi Wassim/Imago

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