Schutz vor Infektionen

Corona-Forschung: So kann eine Ansteckung durch Aerosole verhindert werden

Wie lässt sich eine Ansteckung mit Corona durch Aerosole verhindern? Dazu haben Forschende aktuelle Ergebnisse zusammengefasst.
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Wie lässt sich eine Ansteckung mit Corona durch Aerosole verhindern? Dazu haben Forschende aktuelle Ergebnisse zusammengefasst.

Abstand, Händewaschen, Mund-Nase-Schutz – damit soll eine direkte Übertragung des Coronavirus verhindert werden. Doch wie schützt man sich vor einer Übertragung durch Aerosole?

Kassel - Neben direkten Infektionen von Mensch zu Mensch spielen Aerosole eine wichtige Rolle bei der Ausbreitung oder Eindämmung der Corona-Pandemie. Doch wie genau kann eine Ansteckung durch Aerosole verhindert werden? Dazu haben Forschende nun aktuelle Erkenntnisse zusammengefasst.

Laut den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern tragen Aerosole „erheblich zum Infektionsgeschehen bei“. Gleichzeitig könne eine Abwehr einen Wiederanstieg der Corona-Zahlen maßgeblich reduzieren. Vor allem im kommenden Herbst und Winter sehen die Forschenden eine Verringerung der Infektionen durch Aerosole als maßgeblich an, um eine weitere Corona-Welle einzudämmen.

Corona-Infektion durch Aerosole: Ansteckungsgefahr vor allem in Innenräumen

Saisonale Faktoren, gefährliche neue Corona-Virusvarianten, sinkende Immunität nach der Impfung und mangelnde Impfbereitschaft könnten laut dem interdisziplinären Forscherteam zu einer weiteren Infektionswelle beitragen. Davor warnen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus den Bereichen und Aerosolforschung, Strömungsmechanik, Epidemiologie und Infektionsforschung in ihrem Positionspapier.

Infektiöse Aerosolpartikel können sich über mehrere Stunden in Innenräumen anreichern. „Bei ausreichender Virenlast und hinreichend langen Verweilzeiten von Personen in den Räumen (mehr als 15 Minuten) können diese auch unter Einhaltung der Abstandsregeln zu Infektionen führen“, warnen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen. Corona-Erkrankte mit einer hohen Virenlast werden auch Superspreader genannt - an diesen drei Faktoren erkennen Sie, ob Sie ein Superspreader sind.

Wie verteilen sich Aeorosle in einer Konzerthalle: Das haben Forschende er Universitätsmedizin Halle/Saale untersucht. Mithilfe von Bühnennebel wurde vor den Probanden in der Arena Leipzig die Ausbreitung von Aerosolen in der Luft simuliert.

Im Video: Aerosol-Experte Gerhard Scheuch zu Ansteckungsgefahr im Freien

Corona-Infektion durch Aerosole: So verringern Sie die Ansteckungsgefahr

Mit einigen Maßnahmen lässt sich die Übertragungsgefahr des Coronavirus durch Aerosole jedoch deutlich verringern. Laut den Forschenden findet die Übertragung von Sars-CoV-2 nach dem aktuellen Stand der Forschung fast ausnahmslos in Innenräumen statt. Um eine indirekte Infektion durch Aerosole zu vermeiden sind daher vor allem Maßnahmen in Innenräumen notwendig.

  • Nur kurze Aufenthalte in Innenräumen
  • Lüften
  • Raumlufttechnische Anlagen oder mobile Raumluftreiniger
  • Masken

Um eine möglichst hohe Sicherheit gegen eine Corona-Infektion zu erreichen, ist laut den Forschenden eine Kombination von Maßnahmen zur Verhinderung von indirekten Infektionen durch Aerosole sowie durch direkte Infektionen nötig. Eine direkte Infektion mit Corona ist aufgrund der hohen Virenlast bereits möglich, wenn Menschen wenige Minuten miteinander über geringe Abstände interagieren oder beisammen sind, heißt es in dem Positionspapier.

Um eine direkte Infektion mit dem Coronavirus zu vermeiden, sollten laut den Forschenden folgende Maßnahmen beachtet werden.

  • Kontaktvermeidung
  • Abstandsregeln
  • Masken
  • Schutzwände

Der Aerosol-Forscher Dr. Gerhard Scheuch aus dem Kreis Waldeck-Frankenberg warnte bereits bei Mayrit Illner: „Wir können uns nicht allein aufs Impfen verlassen“. (sne)

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