Ohne Bargeld

Kontaktlos bezahlen: Diese Gefahren drohen beim Bezahlen per Smartphone und EC-Karte

Kontaktloses Bezahlen ohne Bargeld, PIN-Eingabe oder Unterschrift ist auf dem Vormarsch. Doch wie sicher ist das Bezahlen per Smartphone oder EC-Karte wirklich?

  • Immer mehr Menschen bezahlen mittlerweile kontaktlos per EC-Karte oder Smartphone.
  • Es gibt jedoch Zweifel, ob das konktaktlose Bezahlen wirklich sicher ist.
  • Bestimmte Feature können den Bezahlvorgang sogar schützen.

Kassel ‒ Immer mehr Menschen in Deutschland bezahlen mit ihrer EC-Karte oder ihrem Smartphone ‒ und zwar kontaktlos. Im Januar 2020, bevor die Corona-Pandemie nach Deutschland und Europa kam, waren 39 Prozent aller Transaktionen laut der Deutschen Kreditwirtschaft kontaktlos. Bis zum Dezember desselben Jahres ist der Anteil des kontaktlosen Bezahlens immens angestiegen – auf 60,4 Prozent. Doch ist das kontaktlose Bezahlen überhaupt sicher?

Durch die Corona-Pandemie wurde das bargeldlose Bezahlen auch in Supermärkten, Drogerien oder auch Bäckern angeboten, wo das vorher noch nicht möglich war. Die Deutsche Kreditwirtschaft geht davon aus, dass das berührungslose Bezahlen mit dem Smartphone, das sich immer weiter etabliert hat, auch in Zukunft noch häufiger an den Kassen des stationären Handels genutzt werde.

Immer mehr Menschen bezahlen bargeld- und konktaktlos

Das kontaktlose Bezahlen funktioniert durch die sogenannte „Near Field Communication“ (NFC), also auf Deutsch Nahfeldkommunikation, wodurch der Datenaustausch zwischen der EC- oder Kreditkarte mit einem speziellen Kartenlesegerät ermöglicht wird. Somit kann der Nutzer bezahlen, indem er nur seine Geldkarte nur in die Nähe des Bezahl-Terminals hält.

Bleibt der zu bezahlende Betrag unter 25 Euro, muss bei dem kontaktlosen Bezahlvorgang auch keine weitere Authentifizierung durch eine PIN oder eine Unterschrift geleistet werden, wie das Technikmagazin „Chip“ schreibt. Deswegen sind gerade die Vorzüge während der Corona-Pandemie klar. Niemand muss den Bezahlterminal oder gar Bargeld berühren und der Bezahlvorgang wird schnell und unkompliziert abgewickelt.

Durch die Corona-Pandemie bezahlen immer mehr Menschen kontaktlos ‒ also per Smartphone oder mit einer EC-Karte, die sie nur nah an das Bezahl-Terminal halten. Doch wie sicher ist das? (Symbolbild)

Bezahlen per EC-Karte oder Smartphone: Auch ohne PIN-Eingabe ist es recht sicher

Laut „Chip“ ist das kontaktlose Bezahlen via NFC grundsätzlich vergleichsweise sicher. Grund dafür ist der Abstand, der maximal eingehalten werden muss, um die Bezahlung möglich zu machen. Das Lesegerät und der Chip auf der Bankkarte oder das Smartphone dürfen beim Bezahlen maximal nur vier Zentimeter weit auseinander sein.

Demzufolge kann ein Drittgerät nur störend eingreifen, wenn es zwischen diese vier Zentimeter große Lücke gehalten wird, was im Alltag recht unwahrscheinlich ist. Auch das Szenario, dass jemand in einer überfüllten U-Bahn kontaktlos seines Geldes beraubt wird, weil jemand ein Lesegerät an sein Smartphone hält, ist ähnlich unwahrscheinlich.

Kontaktloses Bezahlen: Bestimmte Feature schützen den Vorgang

Denn auch in diesem Fall muss der Dieb das Drittgerät maximal vier Zentimeter weit von dem Karten- oder Smartphone-Chip entfernt halten. Zudem müsste er genau wissen, wo sich der Chip befindet oder, dass der Verbraucher die entsprechende Software auf seinem Smartphone aktiviert hat.

Außerdem gibt es ein weiteres Sicherheitsfeature. Wenn ein kontaktloser Bezahlvorgang abgebrochen wird, weil das Lesegerät auf einem während des Funkprozesses zu weit vom Chip entfernt ist, muss zum Wiederholen des Vorgangs im zweiten Versuch die PIN angegegeben werden.

Auf Nachfrage von „Welt der Wunder“ erklärte die Verbraucherzentrale bisher wenige Missbrauchsfälle, in denen so vorgegangen wurde.

Bezahlen mit dem Smartphone: Hacker können App angreifen

Dennoch warnt „Chip“ davor, dass, auch wenn das kontaktlose Bezahlen via NFC grundsätzlich sicher ist, nicht ausgeschlossen werden kann, dass Kriminelle dennoch Daten von Anwendern stehlen könnten. Smartphones seien demnach durch die Verschlüsselung der Daten, der sogenannten „Host Card Emulation“-Technik (HCE), besser vor manipulierten Lesegeräten geschützt. Denn die Bankkarte gibt die Bezahldaten, also die Kreditkartennummer direkt an das Gerät weiter.

Vor Angriffen von professionellen Hackern ist die App, mit der die NFC-Zahlung aktiviert wird, nicht vollkommen geschützt ‒ wie vermutlich keine App. Wenn ein Smartphone also von einem Virus angegriffen wurde, sollte der Anwender seine Bankkarte unbedingt sperren lassen, so „Chip“.

Eine Schutzmöglichkeit für Bankkarten besteht darin, dass zwischen einzelnen NFC-Bezahlvorgängen eine Authentifizierung durch eine PIN-Eingabe oder eine Unterschrift verlangt wird. Generell ist das kontaktlose Bezahlen aber eine gute Alternative zum Bezahlen mit Münzen und Scheinen. Auch in Kassel bezahlen während der Corona-Pandemie mehr Menschen mit der EC-Karte. (Sandra Böhm)

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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