Symptome verbessern sich

Spätfolgen einer Corona-Infektion: So könnte man Symptome von Long-Covid-Patienten verringern

Auf der ganzen Welt wird gegen Corona geimpft. Studien aus Großbritannien und den USA wecken Hoffnung. Durch eine Corona-Impfung könnten Long-Covid-Symptome gemildert werden. (Symbolbild)
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Auf der ganzen Welt wird gegen Corona geimpft. Studien aus Großbritannien und den USA wecken Hoffnung. Durch eine Corona-Impfung könnten Long-Covid-Symptome gemildert werden. (Symbolbild)

Viele Corona-Patienten leiden unter den Spätfolgen der Infektion. Neue Studien wecken jetzt Hoffnung, wie Long-Covid-Symptome gemildert werden könnten.

Kassel - Auch Wochen und Monaten nach einer Covid-19-Erkrankung leiden noch viele Patienten unter Spätfolgen - darunter Dauermüdigkeit oder Konzentrationsprobleme. Andere klagen über Kurzatmigkeit, Schlafstörungen, Magen-Darm-Beschwerden oder Depressionen. So gehen Wissenschaftler der Universität Köln davon aus, dass jeder zehnte Corona-Patient von solchen Langzeit-Symptomen - dem Long Covid - betroffen ist.

Hoffnung könnte jetzt die Corona-Impfung sein. Meldungen, dass sich Long-Covid-Symptome nach einer Impfung verbessert haben, häufen sich. Erste Hinweise darauf fanden britische Forschende der North Bristol NHS Trust. Dabei wurden 66 Covid-19-Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden mussten, untersucht.

Corona-Studie aus Großbritannien: Symptome bei Geimpften verbessern sich

Dabei prüfen die Wissenschaftler, wie es den Patienten drei und acht Monate nach der Entlassung aus dem Krankenhaus geht und ob es Unterschiede zwischen den 44 Geimpften und 22 Ungeimpften gibt. Insgesamt waren 82 Prozent der Teilnehmenden auch nach acht Monaten noch hochgradig symptomatisch. Mindestens unter einem anhaltenden Symptom litten sie weiterhin, darunter überwiegend Müdigkeit, Kurzatmigkeit und Schlaflosigkeit.

Probanden, die einen Corona-Impfstoff erhalten hatten, zeigten eine geringe Verbesserung der Langzeit-Symptome. Außerdem verschlechterten sich die Symptome nur selten und lösten sich in einigen Fällen sogar ganz auf. Ein Unterschied zwischen den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Astrazeneca konnte nicht festgestellt werden, so die Forschenden der Studie.

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Corona-Studie: Wissenschaftler empfehlen Impfung bei Long-Covid

Dementsprechend gelangen die Forschenden zu dem Schluss, dass nach Verabreichung einer Corona-Impfung mit einem mRNA- oder Vektor-Impfstoff keine Verschlechterung „der Long-Covid-Symptome, der Lebensqualität oder des psychischen Wohlbefindens“ zu verzeichnen war. In diesem Sinne raten sie Personen mit anhaltenden Covid-19-Symptomen zu einer Impfung.

Forschende aus den USA liefern aktuell mit einer weiteren Studie Belege für die Wirksamkeit hinsichtlich der Langzeitfolgen einer Corona-Infektion. Dafür wurden 83 Mitarbeitende der Rutgers Universität in New Jersey (USA), die sich im vergangenen Jahr mit dem Coronavirus infiziert hatten, untersucht. Über einen Zeitraum von sieben Monaten wurden die Antikörper- und Gedächtnis-B-Zell-Reaktionen von 22 Teilnehmenden beobachtet.

Was sind Gedächtnis-B-Zellen?

Diese Zellen sind der Informationsspeicher für die Bildung von Antikörpern gegen eine Krankheit, die man bereits durchlebt hat. Dadurch kann ein erneutes Ausbrechen einer Infektion verhindert werden.

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Nach Corona-Studien: Virologe Drosten vermutet Positiv-Effekt durch Impfung

Bereits Geimpfte, die eine Corona-Infektion hinter sich hatten, wiesen eine stärkere Immunantwort auf. Hier wurde eine höhere Anzahl an Antikörpern und B-Gedächtniszellen nachgewiesen. Gleichzeitig fanden die Wissenschaftler sogenannte doppelte negative B-Gedächtniszellen, eine Untergruppe von B-Gedächtniszellen.

Den Forschenden zufolge könnten diese die Ursache für Long-Covid-Symptome sein. Die Zellen produzieren Antikörper, die sich gegen körpereigenes, gesundes Gewebe richten. Dadurch können sich unter anderem Autoimmunerkrankungen entwickeln, so stern.de.

Die Corona-Impfung schien dessen entgegenzuwirken. Den US-amerikanischen Forschenden zufolge könnten die Langzeit-Symptome nach einer Impfung nachlassen. Wie stern.de berichtet, wurden beide Studien allerdings noch nicht von unabhängigen Experten bewertet und haben nur eine geringe Anzahl an Probanden. Jedoch äußerte sich Virologe Christian Drosten bereits im März in seinem Podcast zu dem Thema. Er könne sich gut vorstellen, dass an den positiven Effekten einer Corona-Impfung bei Long-Covid-Patienten etwas dran sei. (kas)

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