Entwicklung dauert mehrere Jahre

Medikament gegen Covid-19 gefunden? Forschern aus Deutschland gelingt erster Durchbruch

Forscher auf der ganzen Welt suchen nach wirkungsvollen Corona-Medikamenten - Wissenschaftlern in Regensburg ist nun ein erster wichtiger Durchbruch gelungen. (Symbolbild)
+
Forscher auf der ganzen Welt suchen nach wirkungsvollen Corona-Medikamenten - Wissenschaftlern in Regensburg ist nun ein erster wichtiger Durchbruch gelungen. (Symbolbild)

Trotz mehrerer Corona-Impfstoffe, existiert noch immer kein wirksames Medikament gegen das Virus. Forschern gelingen jetzt erste Erfolge.

Update vom Sonntag, 18.04.2021, 15.39 Uhr: Unter Hochdruck wird neben der Entwicklung von Corona-Impfstoffen auch hinsichtlich möglicher Medikamente geforscht. Doch obwohl weltweit unzählige Medikamente auf ihre Wirksamkeit gegen Covid-19 geprüft werden, bleibt der große Erfolg aus. Forschern aus Regensburg gelingt jetzt ein erster Durchburch.

Gernot Längst, Professor für Biochemie an der Universität Regensburg und sein Team wollen das Corona-Virus im menschlichen Körper stoppen, indem seine Vermehrung verhindert werden soll. Wie merkur.de berichtet, habe das Forschungsteam auch schon einen ersten Ansatz. Für die Vermehrung des Virus im Körper ist das sogenannte N-Protein verantwortlich. Die Wissenschaftler wollen also ein Medikament entwickeln, dass das Protein an der Verbreitung der Viruszellen behindert.

Durchbruch in der Medizin? Potenzielle Corona-Medikamente werden geprüft

Bei der Untersuchung des N-Proteins wurde künstliche Intelligenz eingesetzt. Anhand dieser Technologie können Millionen von möglichen Stoffen auf ihre Wirksamkeit getestet werden - und das ist kürzester Zeit. Zudem können die Computermodelle errechnen, ob einer der Wirkstoffe das N-Protein binden und damit die Vermehrung des Coronavirus blockieren kann. Dahingehend gelang den Regensburger Forschern ein erster Durchbruch. „Wir haben diese Moleküle im Labor getestet und sie funktionieren. Wir hoffen, dass einige auch in der Klinik funktionieren werden“, verkündete Längst.

Die Erfolge der Forschung sind schon jetzt sichtbar. „Von den ersten zehn Substanzen, die wir als aussichtsreiche Kandidaten aus dem Labor von Prof. Längst erhalten haben, hemmen immerhin drei die Virusvermehrung in Zellkultur“, erklärte Ralf Wagner, Professor für Molekulare Mikrobiologie (Virologie) an der Uniklinik Regensburg.

Für Euphorie sei es aber noch zu früh. Längst zufolge dauere es mindestens fünf bis zehn Jahre bis ein Medikament vollständig entwickelt sei. Trotz der langen Entwicklungsdauer sei das sinnvoll, denn das Coronavirus sei „gekommen, um zu bleiben“, so Längst. Während Impfstoffe mit Blick auf die sich verbreitenden Corona-Varianten unter anderem aus Indien im schlimmsten Fall ihre Wirksamkeit verlieren, sei ein Medikament beständiger. Nach Projektleiter Längst würde das N-Protein kaum mutieren, da es zu wichtig für die Virus-Vermehrung sei.

Corona-Medikament: Gelingt Forschern jetzt der Durchbruch?

Erstmeldung vom Sonntag, 04.04.2021: Kassel - Die Corona-Lage spitzt sich immer weiter zu. Die dritte Welle überrollt Deutschland. Während im Rekordtempo gleich mehrere Impfstoffe zugelassen wurden, fehlt es Ärzten weiter an wirksamen Medikamenten - obwohl weltweit bereits Milliarden in die Corona-Arzneimittel-Forschung investiert wurde, berichtet zdf.de.

Aktuell untersuchen Wissenschaftler auf der ganzen Welt rund 400 verschiedene Substanzen, sagt Stefan Kluge, Koordinator der Behandlungsleitlinien der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Positive Ergebnisse gebe es kaum. 95 bis 99 Prozent der Medikamente seien in Studien durchgefallen.

Corona-Medikament: Forscher dämpfen Hoffnung auf baldigen Erfolg

Mit den negativen Resultaten dämpfen Wissenschaftler die Hoffnung auf einen baldigen Durchbruch bei der Suche nach Corona-Medikamenten. Man dürfe nicht sehr optimistisch sein, dass das Arzneimittel in Kürze die Sterblichkeit bei Patienten drastisch senken könnten, so Kluge. Auch der Infektiologie Clemens Wendtner von der München Klinik hatte zuletzt gesagt, dass bei der Entwicklung von Corona-Arzneien „ein bisschen Ernüchterung“ eingetreten sei.

Alle wichtigen Corona-News lesen Sie auf unserer Themenseite.

Aktuell setzen Mediziner vor allem Mittel ein, um Symptome zu lindern. Klinik-Patienten bekommen vor allem das entzündungshemmende Dexamethason. Das Medikament soll eine überschießende Immunreaktion bremsen, die häufig bei Corona auftritt.

Auch der anti-entzündliche Wirkstoff Tocilizumab könnte in absehbarer Zeit zugelassen werden. Bisher wird er gegen rheumatische Arthritis eingesetzt. Zudem greifen Ärzte laut zdf.de zu erprobten Medikamenten, die je nach Verlauf bei bestimmten Komplikationen schützen, wie beispielsweise Blutverdünner.

Corona-Krise: Bisher fehlen direkte Medikamente gegen die neuartigen Erreger

Wir werden nichts finden, was die derzeitige Sterblichkeit von 20 bis 30 Prozent auf der Intensivstation auf 0 Prozent reduziert“, sagt Kluge. Bis heute fehlen direkte Medikamente, die bei Grippe und anderen Virus-Krankheiten helfen. „Es gibt auch bei anderen respiratorischen Viren nur bedingt wirksame Therapie-Operationen“, sagt Christoph Spinner, Oberarzt Infektiologie und Pandemie-Beauftragter des Klinikums der Technischen Universität München.

Mediziner erproben in deutschen Kliniken zurzeit synthetisch hergestellte Antikörper wie Bamlanivimab und Regn-Cov2. Letzteres erhielt Donald Trump gegen seine Corona-Erkrankung*. Die Bundesregierung hatte von beiden Corona-Medikamenten 200.000 Dosen gesichert - trotz schlechter Studienlage und mangelnder Empfehlung. Nun liegen sie im Schrank, berichten Mediziner. Kostenpunkt: 400 Millionen Euro.

Von 100 therapeutischen Bamlanivimab-Einheiten sei an der München Klinik bis Anfang März nur eine einzige verwendet worden, sagt Wendtner. „Das ist nicht der Blockbuster, der ständig aus dem Apotheken-Schrank gezogen wird.“

Corona-Medikament: Remdesivir wurde als Durchbruch gefeiert

Bamlanivimab soll als alleiniger Antikörper nicht mehr eingesetzt werden, heißt es mittlerweile von Behörden in den USA. Der Grund: Das Medikament helfe nicht gegen viele Corona-Varianten. Gegen die in Deutschland dominierende Mutante B.1.7.7 wirke das Corona-Medikament, schrieben zuletzt RKI-Experten mit einem Verweis auf Laborexperimente.

Auch sogenanntes Rekonvaleszentenplasma wird in Deutschland gegen die neuartigen Erreger erprobt. Dabei handelt es sich um Antikörper, die aus dem Blut von Genesenen gewonnen wurden. Zudem setzen Forscher die Hoffnung in Medikamente, die eine Zerstörung der Lunge verhindern.

Vor Monaten wurde die Zulassung von Remdesivir als Durchbruch gefeiert. Mittlerweile kommt das ursprünglich gegen das Ebola-Virus entwickelte Medikament kaum zum Einsatz, wie Ärzte übereinstimmend berichten. Auch laut Forschen aus Göttingen ist Remdesivir kein geeignetes Corona-Medikament. Als nicht wirksam und teils sogar kontraindiziert erwies sich das Malaria-Medikament Chloroquin, ebenso wie das Anti-Wurmmittel Ivermectin. (Jan Wendt) *fr.de und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.