Hoffnungsträger und Flops

Corona-Medikament: Gelingt Forschern jetzt der Durchbruch?

Forscher auf der ganzen Welt suchen nach wirkungsvollen Corona-Medikamenten (Symbolbild).
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Forscher auf der ganzen Welt suchen nach wirkungsvollen Corona-Medikamenten (Symbolbild).

Auch wenn mehrere Corona-Impfstoffe zugelassen sind, existiert noch immer kein wirksames Medikament gegen das Virus. Forscher geben die Hoffnung aber nicht auf.

Kassel - Die Corona-Lage spitzt sich immer weiter zu. Die dritte Welle überrollt Deutschland. Während im Rekordtempo gleich mehrere Impfstoffe zugelassen wurden, fehlt es Ärzten weiter an wirksamen Medikamenten - obwohl weltweit bereits Milliarden in die Corona-Arzneimittel-Forschung investiert wurde, berichtet zdf.de.

Aktuell untersuchen Wissenschaftler auf der ganzen Welt rund 400 verschiedene Substanzen, sagt Stefan Kluge, Koordinator der Behandlungsleitlinien der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Positive Ergebnisse gebe es kaum. 95 bis 99 Prozent der Medikamente seien in Studien durchgefallen.

Corona-Medikament: Forscher dämpfen Hoffnung auf baldigen Erfolg

Mit den negativen Resultaten dämpfen Wissenschaftler die Hoffnung auf einen baldigen Durchbruch bei der Suche nach Corona-Medikamenten. Man dürfe nicht sehr optimistisch sein, dass das Arzneimittel in Kürze die Sterblichkeit bei Patienten drastisch senken könnten, so Kluge. Auch der Infektiologie Clemens Wendtner von der München Klinik hatte zuletzt gesagt, dass bei der Entwicklung von Corona-Arzneien „ein bisschen Ernüchterung“ eingetreten sei.

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Aktuell setzen Mediziner vor allem Mittel ein, um Symptome zu lindern. Klinik-Patienten bekommen vor allem das entzündungshemmende Dexamethason. Das Medikament soll eine überschießende Immunreaktion bremsen, die häufig bei Corona auftritt.

Auch der anti-entzündliche Wirkstoff Tocilizumab könnte in absehbarer Zeit zugelassen werden. Bisher wird er gegen rheumatische Arthritis eingesetzt. Zudem greifen Ärzte laut zdf.de zu erprobten Medikamenten, die je nach Verlauf bei bestimmten Komplikationen schützen, wie beispielsweise Blutverdünner.

Corona-Krise: Bisher fehlen direkte Medikamente gegen die neuartigen Erreger

Wir werden nichts finden, was die derzeitige Sterblichkeit von 20 bis 30 Prozent auf der Intensivstation auf 0 Prozent reduziert“, sagt Kluge. Bis heute fehlen direkte Medikamente, die bei Grippe und anderen Virus-Krankheiten helfen. „Es gibt auch bei anderen respiratorischen Viren nur bedingt wirksame Therapie-Operationen“, sagt Christoph Spinner, Oberarzt Infektiologie und Pandemie-Beauftragter des Klinikums der Technischen Universität München.

Mediziner erproben in deutschen Kliniken zurzeit synthetisch hergestellte Antikörper wie Bamlanivimab und Regn-Cov2. Letzteres erhielt Donald Trump gegen seine Corona-Erkrankung*. Die Bundesregierung hatte von beiden Corona-Medikamenten 200.000 Dosen gesichert - trotz schlechter Studienlage und mangelnder Empfehlung. Nun liegen sie im Schrank, berichten Mediziner. Kostenpunkt: 400 Millionen Euro.

Von 100 therapeutischen Bamlanivimab-Einheiten sei an der München Klinik bis Anfang März nur eine einzige verwendet worden, sagt Wendtner. „Das ist nicht der Blockbuster, der ständig aus dem Apotheken-Schrank gezogen wird.“

Corona-Medikament: Remdesivir wurde als Durchbruch gefeiert

Bamlanivimab soll als alleiniger Antikörper nicht mehr eingesetzt werden, heißt es mittlerweile von Behörden in den USA. Der Grund: Das Medikament helfe nicht gegen viele Corona-Varianten. Gegen die in Deutschland dominierende Mutante B.1.7.7 wirke das Corona-Medikament, schrieben zuletzt RKI-Experten mit einem Verweis auf Laborexperimente.

Auch sogenanntes Rekonvaleszentenplasma wird in Deutschland gegen die neuartigen Erreger erprobt. Dabei handelt es sich um Antikörper, die aus dem Blut von Genesenen gewonnen wurden. Zudem setzen Forscher die Hoffnung in Medikamente, die eine Zerstörung der Lunge verhindern.

Vor Monaten wurde die Zulassung von Remdesivir als Durchbruch gefeiert. Mittlerweile kommt das ursprünglich gegen das Ebola-Virus entwickelte Medikament kaum zum Einsatz, wie Ärzte übereinstimmend berichten. Auch laut Forschen aus Göttingen ist Remdesivir kein geeignetes Corona-Medikament. Als nicht wirksam und teils sogar kontraindiziert erwies sich das Malaria-Medikament Chloroquin, ebenso wie das Anti-Wurmmittel Ivermectin. (Jan Wendt) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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