Studie der Uni Jena

Corona-Studie: Wissenschaftler warnen vor neuen Corona-Mutationen

Neue Corona-Mutationen verunsichern aktuell Menschen in der ganzen Welt. Forscher der Uni Jena veröffentlichen eine neue Prognose. 

  • Corona in Deutschland: Erste Forschungsergebnisse zu den Virus-Mutationen liegen vor.
  • Mutationen des Corona-Virus entstehen durch Fehler beim Kopieren des Erbmaterials.
  • Ein Forscher-Team aus Jena hat 10.000 Genome aus der ganzen Welt verglichen.

Kassel - Ob neue Virus-Varianten aus Brasilien, Großbritannien oder Südafrika: Die Meldungen über Mutationen, die das Coronavirus ansteckender machen könnten, verunsichern in Deutschland aktuell viele Menschen.

Ein Forschungsteam an der Universität Jena untersuchte nun das Corona-Virus auf sein Mutationen-Potential. Die Studie wurde am Dienstag (26.01.2021) auf dem medizinischen Veröffentlichungsportal „medRxiv“ veröffentlicht.

Corona-Mutation: Studie vergleicht Virus-Genome aus Deutschland, Europa und der Welt

Um das Potenzial für eventuelle Mutationen des Corona-Virus bewerten zu können, haben die Forscher verschiedene Stichproben verglichen. Die Proben der Virus-Genome kamen hierfür aus der Deutschland, Europa und anderen Teilen der Welt. Doch was ist mit dem Genom eines Virus gemeint:

  • Erbgut des Virus
  • Gesamtheit der materiellen Träger der vererbbaren Informationen eines Viruspartikels
  • Gesamtheit der vererbbaren Informationen

Konkret wurde eine repräsentative Auswahl von SARS-CoV-2-Viruslinien aus der ganzen Welt verglichen. Die 10.000 sequenzierten Genome des Corona-Virus wurden von internationalen Wissenschaftlern zur Verfügung gestellt. Darunter befanden sich auch die Mutationslinien aus Großbritannien, Südafrika und Brasilien, welche zuletzt für viele Schlagzeilen gesorgt hatten.

Die Corona-Mutationen aus Großbritannien, Südafrika und Brasilien versetzen die Menschen in Sorge - jetzt haben Wissenschaftler aus Jena erste Erkenntnisse zu den mutierten Corona-Viren gesammelt. (Symbolbild)

Mutation des Corona-Virus: So kommt es zu der Veränderung der Genome

Das Genom von SARS-CoV-2 stellt mit rund 30.000 Basen, das größte bekannte Genom aller RNA-Viren auf, so heilpraxis.net mit verweis auf die Forscher aus Jena. Die Mutationen des Corona-Virus entstehen durch Fehler beim ständigen Kopieren der Erbinformationen.

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Bei RNA-Viren stellt Ribonukleinsäure den Informationsträger dar, diese ist Vergleichbar mit der Desoxyribonukleinsäure bei DNA-Viren. In Deutschland wurden aktuell acht verschiedene Hauptlinien des Corona-Virus nachgewiesen, so die Forscher.

Corona-Virus: Forscher gehen von über 20 Mutationen pro Jahr aus

Das Forscher-Team aus Jena geht davon aus, dass es pro Jahr zu 23 Mutationen des Corona-Virus kommen wird. Eine weitere Prognose des Teams aus Jena ist, dass sich die hochfrequenten Virus-Varianten aus Brasilien, Großbritannien und Südafrika auch bald in Deutschland ausbreiten werden.

Umso wichtiger ist bei den derzeitigen Inzidenzen eine engmaschige molekulargenetische Überwachung des Infektionsgeschehens.

Professor Dr. Mathias Pletz - Direktor des Instituts für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Jena

Durch die aktuelle Impf-Kampagne wird zudem der Selektionsdruck auf das Corona-Virus erhöht, so die Forscher. Konkret werden also Mutationen bevorzugt, welche die Möglichkeit haben, die Immunisierung zu unterlaufen. Darüber sind auch Wissenschaftler aus Großbritannien besorgt, sie hoffen deshalb auf die zweite Generation von Corona-Impfstoffen.

Die Corona-Mutanten wurden in Deutschland bereits in einigen Regionen nachgewiesen: Unter anderem gab es im Landkreis Waldeck-Frankenberg, in Göttingen und im Landkreis Northeim Fälle mit dem mutierten Corona-Virus. (Lucas Maier)

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa

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