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Corona: Quarantäne-Pflicht entfällt – Ein Verstoß kann bis zu 5000 Euro kosten

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Von: Karolin Schäfer

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Die Pflicht zur Isolierung aufgrund eines positiven Corona-Tests entfällt – aber längst nicht in allen Bundesländern. Worauf Sie achten müssen.

Kassel – Künftig soll in vier Bundesländern die Quarantäne-Pflicht für Corona-Infizierte entfallen. Darauf haben sich Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Schleswig-Holstein geeinigt. Wer dann positiv auf das Coronavirus getestet wird, muss sich nicht mehr zwangsläufig isolieren.

Die Regelung gilt aber längst nicht in allen Bundesländern. Durch die geplante Lockerung entsteht erneut ein Flickenteppich an Corona-Regeln, der einen schnell den Überblick verlieren lässt.

Neue Corona-Regeln: Isolationspflicht für positiv Getestete entfällt

Aus Sicht der Länder bedarf es einer „neuen Phase im Umgang mit der Pandemie“, hieß es aus dem hessischen Sozialministerium in einer Erklärung am Freitag (11. November). Für eine Lockerung der Regelungen sprechen neben zurückgehenden Infektionszahlen, die wirksame Impfung und eine Basisimmunität innerhalb der Bevölkerung von mehr als 90 Prozent. Die Länder verwiesen darauf, dass es kaum noch schwere Krankheitsverläufe gebe und wirksame antivirale Medikamente verfügbar seien.

Künftig entfällt also die Corona-Isolationspflicht für mit PCR-Test oder zertifiziertem Antigentest positiv getestete Personen, hieß es in einem Entwurf der Länder. Stattdessen sollen dann für mindestens fünf bis maximal zehn Tage andere „verpflichtende Schutzmaßnahmen“ greifen.

Daran müssen sich positiv Getestete laut Entwurf halten:

Neue Corona-Lockerungen in vier Bundesländern: Wann gelten sie?

Grundsätzlich gilt, dass kranke Personen zu Hause bleiben sollen, um andere nicht anzustecken. Eine Quarantänepflicht gibt es in den vier Bundesländern dann aber nicht mehr. Demnach können positiv Getestete zur Arbeit oder ins Kino gehen, müssen aber bei engem Kontakt zu anderen eine Maske tragen. Damit wollen Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Schleswig-Holstein zunehmend auf die Eigenverantwortung von Bürgerinnen und Bürgern setzen.

Wann genau die Lockerung in Kraft tritt, ist in Hessen und Schleswig-Holstein noch nicht absehbar. „In Hessen bedarf es zur Umsetzung einer neuen Verordnung“, hieß es auf Anfrage aus dem hessischen Sozialministerium. „Die Details und damit auch der zeitliche Ablauf werden derzeit in der Landesregierung beraten.“ In Baden-Württemberg und Bayern fällt die Pflicht bereits ab Mittwoch (16. November).

Vier Bundesländer, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Schleswig-Holstein, wollen die Corona-Quarantäne aufheben. (Symbolbild)
Vier Bundesländer, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Schleswig-Holstein, wollen die Corona-Quarantäne aufheben. (Symbolbild) © Wolfgang Kumm/dpa

Corona-Regeln: Hier muss mit Bußgeld gerechnet werden

Wer mit positivem Corona-Test in anderen Ländern vor die Tür geht, muss allerdings mit saftigen Bußgeldern rechnen. So werden in Hamburg beim Verstoß gegen Quarantäne-Bestimmungen zwischen 150 und 2000 Euro Strafe fällig, in Berlin zwischen 100 und 5000 Euro. Laut Bußgeldkatalog drohen im Wiederholungsfall bis zu 25.000 Euro.

Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) kritisierte die angekündigte Abschaffung der Isolationspflicht für Infizierte. „Ich halte es epidemiologisch für grundfalsch, mitten im dritten Pandemieherbst auf die Isolationspflicht für Corona-Infizierte zu verzichten. Auch Personen, die keine Symptome haben, können das Virus weitertragen und andere Menschen anstecken“, sagte sie gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Sachsen und Rheinland-Pfalz prüfen den Vorstoß der Länder und sehen den Schritt als „verantwortbar“. „Es ist dabei richtig, solche pauschalen einschneidenden Regelungen wie die Absonderung regelmäßig auf ihre Verhältnismäßigkeit zu überprüfen“, sagte der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) der dpa. Gleichzeitig fordern sie aber auch ein einheitliches Vorgehen der Bundesländer in Deutschland. (kas/dpa)

Ein Arzt aus Kassel gibt Betroffenen Tipps, die sich in Corona-Quarantäne befinden, wie man seine Gesundheit im Blick behält.

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