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Omikron-Welle: Logistik-Chef sieht „sehr ernstes Problem“ und warnt vor Lieferengpässen

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Von: Diana Rissmann

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Kunden stehen vor leeren Regalen: Was in Großbritannien bereits real ist, kann uns in Deutschland wegen der Corona-Pandemie jetzt auch drohen. (Symbolbild)
Kunden stehen vor leeren Regalen: Was in Großbritannien bereits real ist, kann uns in Deutschland wegen der Corona-Pandemie jetzt auch drohen. (Symbolbild) © Frank Augstein/dpa

Angesichts der drohenden Omikron-Welle sieht der Logistikverband BGL die Versorgungssicherheit in Deutschland gefährdet.

Berlin - „Omikron hat das Potenzial, dass Lieferengpässe vermehrt auftreten und nicht alle Lieferketten aufrechterhalten werden können“, sagte BGL-Präsident Dirk Engelhardt der Bild am Sonntag. „Einerseits haben wir Omikron als ein kurzfristiges, aber sehr ernstes Problem, andererseits haben wir langfristig einen weltweiten Fahrermangel.“

Engelhardt appelliert deshalb an die Politik, jetzt zügig Vorkehrungen zu treffen. Deutschland könnte etwa in vier bis sechs Regionen aufgeteilt werden, um gezielter auf mögliche Engpässe zu reagieren.
Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) versprach, möglichen Engpässen mit aller Kraft entgegenzuwirken. „Wir tun alles, um die Lieferketten stabil zu halten“, sagte Wissing der Zeitung. Er lasse sich regelmäßig über die aktuellen Entwicklungen informieren.

Wegen Omikron: Spediteure befürchten Lieferengpässe - Unternehmen und Verbraucher bereits jetzt betroffen

Die Sorge um die Lieferengpässe ist nicht unbegründet - bereits jetzt spüren Unternehmen und auch Verbraucher die Auswirkungen, durch die Schwierigkeiten in den globalen Lieferketten in einigen Bereichen: Autohersteller wie VW oder BMW klagen über Chipmangel, sie können nicht so viele Autos ausliefern, wie sie eigentlich geplant haben. Verbraucher warten monatelang auf die bestellten Fahrräder oder Spielekonsolen. Auch bei Lebensmitteln kommt es vereinzelt zu leeren Stellen in den Supermarkt-Regalen*.

Corona hat die globalen Lieferketten durcheinander gebracht

Eine Ursache dafür sind durch Corona* durcheinander gebrachte Lieferketten und ein Mangel an Lastwagenfahrern. Laut dem Bundesverband Güterkraftverkehr und Logistik (BGL) fehlen bereits jetzt 60.000 bis 80.000 Berufskraftfahrer. Deutschland droht in zwei bis drei Jahren ein Versorgungskollaps ähnlich wie in Großbritannien, warnte der Verband bereits im Oktober letzten Jahres. 

Zuletzt hatten Berichte über die rasante Ausbreitung der Omikron-Variante* Angst vor einer Gefährdung der wesentlichen Infrastruktur geschürt. Demnach könnte die Omikron-Welle zu massiven Arbeitsausfällen führen und damit auch die Verfügbarkeit essenzieller Dienstleistungen einschränken. (dir/AFP) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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