Coronavirus

Corona: So hoch ist das Todesrisiko für Raucher

Die durch eine Corona-Infektion ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 endet für viele Patienten tödlich. Jetzt wurde ein Zusammenhang mit dem Rauchen untersucht. 

  • Corona-Gefahr für Raucher: Das Risiko an Covid-19 zu Sterben ist deutlich erhöht.
  • Eine Studie der Cleveland Clinic in den USA bringt erste empirische Daten zur Corona-Gefahr für Raucher.
  • Das Sterbe-Risiko liegt bei Rauchern um über das 6-Fache höher.

Kassel – Darüber ob das Coronavirus für Raucher eine größere Gefahr darstellt als für Nichtraucher wurde bereits zu Beginn der Corona-Pandemie viel spekuliert. Wirklich gesicherte Erkenntnisse, darüber ob Raucher ein höheres Risiko haben an einer Covid-19-Erkrankung zu sterben, gab es bisher allerdings nicht.

Eine Studie aus dem Bundesstaat Ohio (USA) bringt nun Licht ins Dunkel. Forscher der Cleveland Clinic konnten erste Belege dafür erbringen, das Rauchen einen Effekt auf eine Covid-19-Erkrankung hat. Demnach müssen Raucher und Ex-Raucher, häufiger im Krankenhaus behandelt werden und sterben dort auch häufiger an Covid-19 als Nichtraucher. Doch es gibt auch eine positive Nachricht: Forscher der Uni Duisburg-Essen haben im Dezember 2020 ebenfalls eine Studie zum Thema Rauchen und Corona veröffentlicht - sie haben herausgefunden, dass Raucher, die mehr als 10 Zigaretten am Tag rauchen, sich seltener mit Covid-19 infizieren.

Corona für Raucher gefährlicher – Patientenregister gibt Aufschluss

Die Forscher haben die Ergebnisse der Studie im Januar im Fachmagazin „JAMA Internal Medicine“ veröffentlicht, wie infranken.de berichtet. Als Daten-Grundlage für die Corona-Studie diente den Wissenschaftlern ein Patientenregister, welches auch das Rauchverhalten der Patienten dokumentiert. Diese Effekte des Rauchens könnten Auswirkungen auf eine Covid-19 Erkrankung haben:

  • Schädigung der Lunge
  • Athero­sklerose: Einlagerung von Fett in Arterien
  •  Arterielle Hypertonie (Hervorgerufen durch Atherosklerose)
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Hervorgerufen durch Atherosklerose)

Das Register wurde Ende März 2020 eigens für diesen Zweck eingerichtet. Meist gibt es keinerlei Erkenntnisse über das Rauchverhalten der Patienten. Das dürfte der Hauptgrund dafür sein, dass es bisher nur so wenige gesicherte Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Corona und Rauchen gibt. Bisher gab es lediglich Studien zur Infektionswahrscheinlichkeit bei Rauchern.

Das Register umfasst aktuell rund 7000 Patientendaten. Zu Beginn der Corona-Pandemie wurde auch Tabak bei der Suche nach einem Impfstoff verwendet.

Die neue Studie hat den Einfluss von Rauchen auf den Krankheitsverlauf von Covid-19 untersucht. (Archivfoto)

Rauchen und Corona: So haben die Forscher das Rauchverhalten gemessen

Um einen Zusammenhang zwischen dem Rauchen und einer durch das Coronavirus hervorgerufenen Covid-19-Erkrankung herzustellen ist die sogenannte kumulative Dosis ausschlaggebend. Das bedeutet, dass es nicht ausschließlich darauf ankommt, wie das aktuelle Verhalten des Rauchers ist. Es kommt viel mehr darauf an, wie lange und wie viel der Patient raucht, beziehungsweise geraucht hat.

Hierfür haben die Forscher aus Cleveland die Packungsjahre des jeweiligen Patienten herangezogen. Dieser Wert wird gebildet, indem die Anzahl der gerauchten Packung pro Tag mit der Anzahl an Jahren multipliziert, die der Patient bereits raucht oder geraucht hat.

Corona gefährdet Raucher – Risiko zu sterben liegt um mehr als sechs-Fach höher

Insgesamt haben die Forscher in den USA 1082 Corona-Patienten für ihre Studie untersucht. Von diesen waren 172 aktive Raucher, bei den restlichen 910 handelt es sich um Ex-Raucher.

Bei 341 dieser Patienten handelt es sich um Langzeit (Ex-) Raucher, die jeweils mehr als 30 Packungsjahre aufweisen. Verglichen mit Covid-19 Patienten, die nie geraucht haben, mussten die Raucher 4,65 Mal häufiger in einem Krankenhaus behandelt werden.

Auf Intensivstationen mussten Patienten aus der Raucher-Stichprobe doppelt so häufig behandelt werden. Das Risiko nach einer Corona-Infektion an Covid-19 zu sterben lag im Vergleich zu Nichtrauchern um ein 6,2-faches höher.

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Höheres Corona-Risiko für Raucher: Nicht nur das Alter ist ausschlaggebend

Auch wenn laut „inFranken.de“ ein Teil des erhöhten Risikos auf das hohe Alter der Langzeit-Raucher zurückzuführen ist, sorgt Rauchen für ein erhöhtes Risiko. Gerade bei Rauchern mit über 30 Packungsjahren war ein erhöhtes Risiko an einer durch das Coronavirus ausgelösten Covid-19 Erkrankung zu sterben festzustellen.

Wie zusätzliche Analysen zeigten, ist das erhöhte Risiko auf die Krankheiten zurückzuführen, die bei vielen Rauchern als Begleiterscheinung auftreten. Zu diesen zählen unter anderem arterielle Hypertonie, Herzschwäche, Krebs und Asthma. (Lucas Maier)

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert/dpa

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