Unternehmen rüsten sich

Amazon kooperiert mit Supermarkt-Kette: Neue Lieferdienste erhöhen Konkurrenz für Rewe und Co.

Der Onlineverkauf von Lebensmitteln steigt seit dem Beginn der Corona-Pandemie. Rewe, Amazon und Co. schmieden deshalb neue Pläne. Doch auch ganz neue Firmen gehen an den Start.

  • Das Online-Geschäft mit Lebensmitteln ist im Jahr 2020 rapide gestiegen.
  • Grund dürfte auch die Corona*-Pandemie sein.
  • Neben Rewe*, Edeka* und Amazon positionieren sich jetzt auch neue Anbieter.

Kassel - Das Online-Geschäft mit Waren des täglichen Bedarfs wie Lebensmitteln, Tiernahrung und Drogeriewaren ist im Jahr 2020 um 40,9 Prozent gestiegen, meldet der E-Commerce-Verband Bevh. Unternehmen wollen jetzt offenbar dafür sorgen, dass der Lieferdienst-Boom über die Corona-Pandemie hinausreicht.

Keine andere Kategorie im Internet ist im vergangenen Jahr so stark gewachsen wie der Bereich der Lebensmittel. Das weiß auch Markus Buntz: „Die Pandemie hat das E-Food-Business auch in Deutschland auf die nächste Ebene gehoben“, so der Vorstandschef der Bünting-Gruppe gegenüber der Lebensmittelzeitung. Inwiefern kann das den Markt von Rewe, Edeka, Amazon und Co. verändern?

Online-Handel boomt während Corona-Krise: Baut Tegut die Kooperation mit Amazon aus?

Tegut-Chef Thomas Gutberlet sieht das Ganze zunächst noch vorsichtig, prognostiziert allerdings einen harten Marktkampf: „Zumindest ist der Trend verstärkt worden und es fließen jetzt erhebliche Gelder in diesen Markt – das heißt, es wird um einen bisher noch nicht ertragreichen Markt stark gekämpft werden.“ Die Supermarkt-Kette kooperiert mit Amazon und bietet einen Lieferdienst über Prime Now an, bislang für Teile von Südhessen inklusive des Großraums Darmstadt und Frankfurt Süd. Die Lebensmittelzeitung spekuliert indes, dass Tegut und Amazon ihre Zusammenarbeit beim Schnell-Lieferdienst Prime Now dieses Jahr ausbauen könnten.

Trotz hohen Zuwachszahlen gibt man sich seitens Edeka, wie auch bei Rewe, ebenfalls behutsam. Edeka-Chef Markus Mosa betont, dass der Online-Handel mit Lebensmitteln aktuell „immer noch überall rote Zahlen“ schreibe, weshalb Händler „für jede Auslieferung“ draufzahlen müssen. Der Lebensmittelzeitung nach sei es aber möglich, dass Edeka die Kooperation mit Picnic, einer Liefer-App, künftig ausbauen möchte.

Der Online-Handel mit Lebensmitteln boomt. Doch nicht nur von Amazon Fresh, sondern auch von neuen Firmen bekommen Rewe, Edeka und Co. künftig Konkurrenz. (Symbolfoto)

Rewe will Abholservice weiter pushen - Amazon und Co. kriegen Konkurrenz

In das gleiche Horn wie Mosa stößt auch Rewe-Chef Lionel Souque. Rewe gilt als E-Ford-Marktführer in Deutschland. Ein Ausbau soll aber auf mehreren Ebenen stattfinden, darunter in Form von „Click & Collect“ - sprich online shoppen und in der Filiale abholen. „Den Abholservice wollen wir noch weiter pushen, mit dem Ziel, insgesamt 90 Prozent Haushaltsabdeckung zu erreichen“, so Souque kürzlich in einem Interview mit dem „Manager Magazin“.

Doch während sich Rewe und Edeka stärker auf das Geschäft vor Ort fokussieren und Tegut mit Amazon plant, planen andere Anbieter den großen Online-Angriff. So machte der tschechische E-Food-Spezialist Rohlik jüngst von sich reden, als der deutsche Ableger Knuspr.de angekündigt wurde. Wie die Lebensmittelzeitung erfahren haben will, möchte der Lieferdienst im zweiten Quartal mit eigenem Fuhrpark in München an den Start gehen. Kurz darauf sollen bereits Frankfurt und Stuttgart folgen. Neben Köln und Hamburg sind „weitere Städte in Deutschland“ geplant, sodass der Service innerhalb von drei Jahren 30 Millionen Kunden zur Verfügung stehen kann.

Junge Unternehmen machen Rewe und Co. Konkurrenz - Amazon reagiert

Rewe, Edeka und schlussendlich auch Knuspr bekommen auch in Form des Schnell-Lieferdienst Gorillas Konkurrenz. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin ist das Pendant zur amerikanischen Liefer-App Gopuff, welches sich die Expansion nach Deutschland und Europa etwa 44 Millionen US-Dollar hat kosten lassen. Bislang liefert Gorillas nur in Berlin, Köln und Hamburg - verspricht dafür aber Lieferzeiten von zehn Minuten und verlangt äußerst niedrige Gebühren. Schon zum Ende des zweiten Quartals soll der Lieferservice in 15 Städten in Deutschland und Europa verfügbar sein.

Auch Amazon plant Neuigkeiten für die Zukunft: Die monatliche Gebühr für den Fresh-Lieferdienst wurden bereits abgeschafft. Prime-Kunden können den Service dementsprechend problemlos nutzen - doch kostenlose Lieferungen gibt es, trotz Prime-Mitgliedschaft, erst ab 80 Euro Bestellwert. (Nail Akkoyun) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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