Corona-Test für 800 Euro

Sommerurlaub in der Corona-Pandemie: Wenn der PCR-Test zur Kostenfalle wird

Menschen spazieren bei Frühlingswetter an der Strandpromenade. Wegen notwendiger  PCR-Tests kann der Sommerurlaub für Familien in der Corona-Krise sehr teuer werden.
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Wegen teils notwendiger PCR-Tests kann der Sommerurlaub für Familien in der Corona-Krise sehr teuer werden.

Nach den Lockdown-Monaten während der Corona-Krise freuen sich viele jetzt auf den Sommerurlaub. Doch vor Kostenfallen ist Vorsicht geboten.

Kassel - Sonne, Strand und Meer: Nach harten Lockdown-Monaten freuen sich viele Menschen auf den Sommer-Urlaub. Und angesichts sinkender Corona-Fallzahlen in Deutschland gibt es immer mehr Reisefreiheiten - allerdings unter einer Bedingung: Touristen müssen bei der Ein- und Ausreise vielerorts einen negativen PCR-Test vorweisen. Das kann den Urlaub während der Corona-Krise sehr teuer werden lassen. Denn: Die Kosten für einen PCR-Test muss jeder selbst zahlen. Insbesondere für Familien wird das Reisen im Sommer 2021 zu einer Art Luxusgut.

Deswegen sollten Urlauber, die vor Beginn der Sommerferien kein Impfangebot bekommen haben, einen kostenlosen Corona-PCR-Test gestellt bekommen, fordert FDP-Politiker Gerald Ullrich. Vor allem Familien mit Kindern seien durch die monatelange Corona-Krise ausgelaugt und äußerst belastet.

Verpflichtender PCR-Test: Sommerurlaub in der Corona-Pandemie kann sehr teuer werden

Seinen Berechnungen zufolge muss eine vierköpfige Familie nach aktuellen Stand bis zu 800 Euro für die geforderten Tests zahlen. Wegen des Impfstoffmangels sei nicht davon auszugehen, dass die meisten jungen Familien eine Schutzimpfung bekommen. Die Bundesregierung müsse daher einen Weg finden, dass Urlaubsreisende vor der Abreise nach Deutschland pro Person einen PCR-Test gratis durchführen lassen könnten. Auch bei der Einreise soll es das Angebot geben. Die Abrechnung könnte über die Krankenkasse laufen.

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Urlaub in der Corona-Pandemie: Viele Länder haben ihre Grenzen geöffnet

Urlaubsländer in Europa wie Dänemark, Österreich, Spanien und Frankreich haben ihre Grenzen für Touristen wieder geöffnet. Wer einreisen will, muss einen PCR-Test vorlegen, der nicht älter als 24, 48 oder 72 Stunden ist. Die Preise variieren stark nach Land und Anbieter. Das haben Stichproben des Dachverbandes der Fluggesellschaften „International Air Transport Association“ (IATA) ergeben.

Die Experten untersuchten hunderte Teststationen in 16 Ländern - mit dem Ergebnis: Die günstigsten Tests kosten rund 70 Euro pro Person. Die Preise gehen aber hoch bis auf 170 Euro pro Kopf. Denn: Wenn das Ergebnis schnell vorliegen soll, lassen sich Firmen oftmals extra bezahlen.

Urlaub trotz Corona: Verband kritisiert teure PCR-Tests

Diese Praktik stößt beim Verband auf Kritik. Dahinter stecke viel Geschäftemacherei, so IATA-Chef Willie Walsh. Die Kosten für ein Flugticket würden sich dadurch fast verdoppeln, obwohl die tatsächlichen Kosten für einen PCR-Test bei nur 12,50 Euro lägen. „Wir können als Gesellschaft nicht zulassen, dass sich eine Situation entwickelt, in der nur noch die Reichen reisen können“, kritisiert er.

Die Bundesregierung hat auf den Vorstoß noch nicht reagiert. Das Europäische Parlament sah in der vergangenen Woche allerdings Handlungsbedarf. Abgeordnete forderten die Einführung europaweiter Gratis-Tests. Für ihren Vorschlag macht sie nicht die teuren Preise geltend, sondern das Recht auf Antidiskriminierung. Denn auf alle Geimpften kommen die hohen Kosten nicht zu. (Jan Wendt)

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