Vermeintlicher Infektionsschutz

Sind Plexiglasscheiben gefährliche Superspreader? Corona-Studie zeichnet düsteres Bild

Handelt es sich bei Plexiglaswänden lediglich um einen vermeintlichen Schutz vor einer Corona-Infektion? Eine neue Studie geht davon aus.
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Handelt es sich bei Plexiglaswänden lediglich um einen vermeintlichen Schutz vor einer Corona-Infektion? Eine neue Studie geht davon aus.

Einer neuen Corona-Studie zufolge könnten Plexiglasscheiben in der Pandemie mehr Schaden als Gutes anrichten. Sie sollen die Luftzirkulation unterbrechen.

Kassel – Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie gehören Plexiglasscheiben in Supermärkten, Restaurants und an vielen weiteren Arbeitsplätzen zum Inventar. Daten einer neuen Studie zeigen nun jedoch, dass die vermeintlichen Schutzmaßnahmen gar nicht so nützlich und sicher sind, wie bislang erhofft. Der Studie zufolge können die Plexiglaswände sogar zu echten Superspreadern werden.

Monatelang haben die Forscher, unter anderem am US-amerikanischen John-Hopkins-Institut, den Schutz durch vor Coronaviren durch Plexiglasschreiben untersucht. Das Ergebnis: die Wände verfehlen häufig ihren Nutzen.

Problematisch sei nämlich, dass die Trennwände die natürliche Luftzirkulation im Raum unterbrechen. Dadurch hätten es die Aerosole leichter, sich in sogenannten „toten Zonen“ zu sammeln und dem Menschen besonders gefährlich zu werden – vorausgesetzt, man befindet sich dicht an der Scheibe. Eine andere Studie zeigt, welche drei Faktoren auf Corona-Superspreader hinweisen.

Corona-Studie: Trennwände könnten Infektionen begünstigen

Üblicherweise zirkuliert die Luft in geschlossenen Räumen ständig - vor allem, wenn Fenster oder Türen geöffnet sind. Dadurch findet Frischluft ihren Weg in die Räumlichkeiten, die Aerosole hingegen wandern raus. Barrieren, wie etwa Plexiglasscheiben, verhindern diesen Prozess jedoch. Sitzt eine mit Corona infizierte Person an einer Trennwand, können die ausgeatmeten Viren nicht vernünftig abtransportiert werden.

„Die Aerosole können nicht entweichen, stecken fest und stauen sich und am Ende verteilen sie sich auch über die Absperrung hinaus“, erklärt Lindsey Marr, Professorin für Bau- und Umweltingenieurwesen an der Virginia Polytechnic Institute and State University.

Dadurch könnten sich Menschen im Umfeld leichter mit dem Virus infizieren. Trotz dessen können die Plexiglasscheiben aber auch vor einer Infektion schützen: beispielsweise wenn eine Person hustet oder niest und dabei große Tröpfchen ausscheidet. Die Trennwand verhindert in diesem Fall, dass Menschen im Umfeld getroffen und möglicherweise infiziert werden. (Nail Akkoyun)

Neue Erkenntnisse einer Studie zeigen, dass Corona sich künftig zu einer Kinderkrankheit entwickeln könnte.

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