Studie

Covid-19: Mit einem Test das Risiko für einen schweren Corona-Verlauf bestimmen

Sind Bluttests wirklich sinnvoll, um die Gefahr eines schweren Verlaufs von Covid-19 vorhersehen zu können? Eine Studie der Uni Münster gibt jetzt Hoffnung.

Münster – Schon länger vermuten Mediziner, dass einige Menschen von früheren Infektionen mit einem der vier altbekannten Erkältungs-Coronaviren profitieren. Die heißen HCoV-229E, HCoV-NL63, HCoV-HKU1 und HCoV-OC43 und lösen nur harmlose Infekte der oberen Atemwege aus.

Weil es einige Ähnlichkeiten zwischen diesen Viren und dem Coronavirus SARS-CoV-2 gibt, produziert das Immunsystem bei einer Erkältung auch Antikörper und T-Zellen, die auf Teile von SARS-CoV-2 passen, wie Laborstudien der Universität Münster ergaben.

Corona-Bluttests: Studie bestätigt milderen Verlauf durch bestimmte Antikörper

In der Studie untersuchte ein Team der Universität Münster 60 Corona-Patienten am dortigen Universitätsklinikum sowie 296 weitere Patienten in anderen Kliniken in Deutschland und Frankreich auf Antikörper gegen die vier Erkältungs-Coronaviren.

Ein Bluttest soll Aufschluss über das Risiko für einen schweren Covid-Verlauf geben können.

Allen Probanden wurde dafür möglichst früh nach Symptombeginn Blut entnommen und analysiert. Anschließend verglich das Team, ob es Unterschiede im Covid-19-Verlauf bei den Patienten gab - und tatsächlich: Wenn Patienten Antikörper gegen eines oder mehrere Erkältungs-Coronaviren besaßen, erkrankten sie im Schnitt weniger schwer an Covid-19.

Corona-Studie in Münster bestätigt: Bluttest kann Aufschluss über schweren Verlauf geben

Besonders deutlich sei dieser Effekt bei einem früheren Kontakt mit HCoV-OC43 gewesen, das ebenso wie SARS-CoV-2 zu den Beta-Coronaviren gehört. Umgekehrt war das Risiko für eine schweren Corona-Verlauf deutlich erhöht, wenn die Antikörper fehlten. Betacoronaviren sind eine von vier Gattungen von Coronaviren. Es handelt sich hierbei um umhüllte einzelsträngige RNA-Viren mit positiver Polarität.

Ein Bluttest kann also tatsächlich verraten, ob bei einem Covid-19-Patienten ein schwerer Verlauf droht. Wenn im Blut Antikörper gegen das Erkältungs-Coronavirus OC43 vorhanden sind, verläuft die Infektion mit SARS-CoV-2 meist milder, wie die Studie in Münster bestätigte.

Immer mehr Kinder sind nach einer überstandenen Corona-Infektion von dem sogenannten „PIMS“-Syndrom betroffen. Forscher rätseln über die genaue Ursache. (luw)

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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