Ab Herbst 2021

Keine kostenlosen Corona-Tests mehr: So teuer wird es in Zukunft

Ab Oktober 2021 soll ein Corona-Test für die meisten Menschen kostenpflichtig werden. Die Entscheidung begründet das Gesundheitsministerium mit dem Impfangebot.

Berlin – Der Zugang zu einem kostenlosen Corona-Test soll erheblich eingeschränkt werden. Die Bundesregierung plant, dass die Tests ab dem 11. Oktober nur noch stark begrenzt für einzelne Personengruppen kostenlos sind. Ein Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums, der Business Insider vorliegt, verrät erste konkrete Details.

Demnach sollen nur noch folgenden vier Gruppen Gratis-Schnelltests zur Verfügung gestellt werden:

  • Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können.
  • Menschen, für die es keine Impfempfehlung gibt, also beispielsweise Schwangere sowie Kinder unter zwölf Jahren.
  • Menschen, die Symptome haben, die auf Corona* hinweisen.
  • Menschen, die Einrichtungen besuchen, in denen enger Kontakt zu Risikopatienten besteht, wie im Gesundheits- und Pflegebetrieb.
Ab Oktober 2021 soll ein Corona-Test für die meisten Menschen kostenpflichtig werden. (Archivbild)

Corona-Test bald kostenpflichtig: Übergangslösung für Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren sollen laut dem Entwurf von einer Übergangsregel profitieren. Für sie soll die Frist für die kostenlosen Covid-19-Tests erst Ende November auslaufen. In dem Entwurfpapier heißt es, dass man ihnen so genug Zeit gewähren wolle, um sich über die inzwischen auch für Kinder und Jugendliche von der Stiko empfohlenen Corona-Impfung zu informieren und einen vollständigen Impfschutz aufzubauen.

Für den Rest dürfte es ab Herbst teurer werden. Laut einer Sprecherin des Gesundheitsministeriums, könne aber „keiner wirklich sagen“, wie teuer genau. Dies werde „auf dem freien Markt“ entschieden. Allerdings gibt es Orientierungswerte. So würden gesetzliche Krankenkassen für einen PCR-Test im Labor rund 43 Euro bezahlen, für einen Schnelltest hingegen etwa elf Euro.

Daran könnten sich künftige Preise orientieren, sagte die Sprecherin. Zur Einordnung: Am Flughafen Frankfurt werden für einen PCR-Test 89 Euro verlangt, ein Corona-Schnelltest kostet hingegen 29 Euro. Vor der Einführung der kostenlosen Bürgertests im März hatten Apotheken zwischen 20 und 50 Euro für einen Schnelltest abgerechnet.

Noch unklar, wo ab Oktober Corona-Tests angeboten werden

In Anbetracht der Tatsache, dass ein Corona-Test häufig maximal 48 Stunden gilt, könnte die neue Regelung für Ungeimpfte Ausgaben von mehreren Hundert Euro pro Monat bedeuten – insbesondere bei einem aktiven Sozialleben. Sollte die Inzidenz weiter steigen und Schnelltest-Ergebnisse dann in Innenräumen nicht mehr ausreichen, bleiben zudem nur noch die teureren PCR-Tests. Ein neues Corona-Vakzin soll allerdings auch Impfskeptiker von einer Impfung überzeugen. Wo ab Oktober die Tests angeboten werden, ist jedoch ebenso wie die Kostenfrage noch unklar.

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Das Bundesgesundheitsministerium begründet die Einstellung der kostenlosen Tests mit dem breiten Impfangebot: „Da mittlerweile allen Bürgerinnen und Bürgern ein unmittelbares Impfangebot gemacht werden kann, ist eine dauerhafte Übernahme der Kosten für alle Tests durch den Bund und damit den Steuerzahler nicht länger angezeigt und nicht erforderlich.“

Den Angaben nach würde der Bund dadurch bis zu zehn Millionen Euro pro eine Million Schnelltests sparen, sowie weitere 3,5 Millionen Euro für erforderliche Sachkosten. (Nail Akkoyun) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Oded Balilty/dpa

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