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Corona-Schnelltest: Was man bei den verschiedenen Testverfahren beachten muss

Antigen-Schnelltests, PCR-Test oder Selbsttest: Um den Menschen trotz Corona das Einkaufen zu ermöglichen, wird viel getestet. Was ist zu beachten?

Kassel - Um den Menschen in Deutschland trotz der Corona-Pandemie zumindest vereinzelte Freiheiten zu bieten, setzt die Bundesregierung weiter auf die Testpflicht. Mit negativem Corona-Test ist es den Menschen in einigen Bundesländern somit beispielsweise möglich, per „Click & Meet“ einkaufen zu gehen oder Friseurtermine wahrzunehmen. Auch bei Privatbesuchen von älteren Bekannten oder Verwandten werden die Tests gerne angewendet, um eine potenzielle Übertragung des Coronavirus zu vermeiden. Aber was ist bei den verschiedenen Testmöglichkeiten zu beachten?

Derzeit sind mit den Antigen-Schnelltests, Selbsttests und PCR-Tests drei verschiedene Testverfahren zugelassen, um den Nachweis einer vorliegenden Corona-Infektionen zu erbringen. Sie unterscheiden sich sowohl in der Zuverlässigkeit der Ergebnisse als auch in der Art und Weise, wie sie angewendet werden.

Ob alleine oder mit Unterstützung einer weiteren Person: Corona-Schnelltests liefern in wenigen Minuten ein Ergebnis. (Symbolbild)

Corona-Test zu Hause: Besteht eine Meldepflicht bei einem positiven Selbsttest?

Für die häusliche Anwendung bei Privatpersonen sind die Corona-Selbsttests bestimmt. Sowohl die Probeentnahme als auch die Auswertung des Tests ist daher relativ simpel. Der Test kann daher mit einem einfachen Nasenabstrich oder auch mit dem Speichel gemacht werden. Der Abstrich wird dann mit einer beigelegten Flüssigkeit vermischt und schließlich auf ein markiertes Auswertungsfeld getropft. In der Regel wird das entsprechende Ergebnis nach spätestens 15 Minuten sichtbar.

BezeichnungCorona-Pandemie
VirusSars-Cov-2
InfektionskrankheitCovid-19

Wichtig hierbei ist es, sich bei dem Test exakt an die beschriebene Anleitung zu halten. Abweichungen können Fehler bei den Corona-Tests verursachen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat in einem Eilverfahren eine Reihe dieser Corona-Selbsttests zugelassen. Die Qualität und Aussagekraft dieser Tests wird vom BfArM und dem Paul-Ehrlich-Institut fortlaufend überprüft. Fällt der Selbsttest positiv aus, gilt: Isolieren und sich an den Hausarzt oder das Gesundheitsamt wenden. Allerdings: Eine Meldepflicht bei positiven Selbsttests gibt es nicht.

Positiver Antigen-Schnelltest ist meldepflichtig - der Schnelltest für zu Hause nicht

Anders sieht das aus, wenn ein Antigen-Schnelltest positiv ausfällt. Diese sind sehr wohl meldepflichtig. Sie können allerdings ohnehin nicht im Privaten zu Hause vorgenommen werden, sondern nur durch „geschultes Personal“, wie es auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums heißt. Auch dabei erfolgt der Test jedoch über einen Nasen- oder Rachenabstrich. Die Auswertung erfolgt unmittelbar nach der Testung.

Seit dem 8. März 2021 hat jeder in Deutschland Anspruch auf einen Antigen-Schnelltest pro Woche. Die Schnelltests werden unter anderem in den Corona-Testzentren sowie in Arztpraxen und Krankenhäusern angeboten. Im Übrigen sind laut Infektionsschutzgesetz in der Meldepflicht auch Personen einbezogen, die die Tests in Schulen oder anderen Einrichtungen bei anderen Personen durchführen.

Schnelltest, Selbsttest, PCR-Test: Besteht bei allen Corona-Tests ein Restrisiko?

Der zuverlässigste unter den Corona-Testverfahren ist der PCR-Test. Die Probeentnahme darf ausschließlich von medizinischem Personal durchgeführt werden. Die entsprechende Auswertung obliegt den Laboren. Da die Fehlerrate bei den Schnell- und Selbsttests deutlich höher ist, soll nach jedem positiven Test dieser Verfahrensweisen stets ein PCR-Test zur Bestätigung der Corona-Infektion erfolgen.

Eine vollständige Sicherheit garantiert allerdings keine der drei Testmethoden. So kann ein Test falsch positiv sein. Also einer gesunden Personen eine Corona-Infektion nachweisen. Auch der umgekehrte Fall ist möglich. Dann nämlich, wenn einer ansteckenden Person keine Corona-Infektion nachgewiesen wird. Dann spricht man von einem falsch negativen Test.

Die Quote, mit der ein Test eine Infektion korrekt erkennt, nennt sich Sensitivität. Selbst- und Schnelltests werden in Deutschland erst bei einer Sensitivität von mindestens 80 Prozent zugelassen. Die PCR-Tests gelten als sicherstes Ergebnis. „Diese Tests sind viel besser als bloß 98 oder 99 Prozent“, so Marc Lütgehetmann, Mikrobiologe und Oberarzt im Institut für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) gegenüber zdf.de. Das liege an den vollautomatisierte Testabläufen in den Laboren sowie an unterschiedlichen Kontrollmechanismen.

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Ergebnisse bei Corona-Tests stets eine Momentaufnahme

Da jedoch bei jedem negativen Test weiter ein gewisses Restrisiko einer Corona-Infektion besteht, sollten die geltenden Corona-Abstands-, Hygiene- und Schutzmaßnahmen in jedem Fall weiter eingehalten werden. Bei auftretenden Krankheitssymptomen sollten betroffene Personen unbedingt einen Arzt kontaktieren.

Wichtig ist ebenfalls: Sämtliche Corona-Tests sind lediglich eine Momentaufnahme. Nach nur etwa sechs Stunden ist ein etwaiges negatives Ergebnis nicht mehr aussagekräftig. Im Zweifel muss ein neuer Test gemacht werden. Das liegt daran, dass Menschen, die sich zum Zeitpunkt der Kontrolle bereits mit dem Coronavirus infiziert hatten, nur eine geringe Virenlast in sich tragen. Diese verursachen zunächst keine Symptome, die Tests können diese in dem frühen Stadium oft nicht erkennen. (yw)

Rubriklistenbild: © Jochen Tack/Imago

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