Corona

Keine Schwächung des Immunsystems durch Biontech-Impfstoff – Forscher klären auf

Pfizer BioNtech COVID-19
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Eine niederländische Studie hat untersucht, ob eine Biontech-Impfung das eigene Immunsystem schwächt.

Eine niederländische Studie hat untersucht, ob eine Corona-Impfung mit Biontech das Immunsystem schwächt. Die Studie schlägt bei Impfkritikern hohe Wellen.

Kassel – Im Internet machen aktuell Behauptungen die Runde, dass eine neue Studie feststellen würde, dass der Biontech-Impfstoff das Immunsystem schwäche. In der Studie von einem niederländisch-deutschen Forscherteam wurde die Wirkung des Corona-Impfstoffes von Biontech/Pfizer hinsichtlich angeborener Immunreaktionen von Probanden untersucht. Gerade Impfgegner fühlen sich durch diese neue Studie bestätigt. Doch was fanden die Forscher in der Studie tatsächlich heraus?

Bei der neuen Preprint-Studie wurde untersucht, ob der BNT162b2-Impfstoff von Biontech/Pfizer auch Effekte auf angeborene Immunantworten gegen verschiedene virale, bakterielle und pilzliche Stimuli haben kann. Diese Studie wurde allerdings nur an einer recht kleinen Probandengruppe mittleren Alters und guter Gesundheit getestet. Auch wurden die Ergebnisse noch nicht gegengeprüft.

Biontech-Impfstoff hat keine generellen Auswirkungen auf das Immunsystem

Die Autoren der Studie fanden heraus, dass der Impfstoff von Biontech nicht nur die gewünschte Wirkung des angeborenen Immunsystems gegenüber Sars-Cov-2 zeigt, sondern auch eine Wirkung gegenüber einigen anderen Viren, Pilzen und Bakterien hat. Doch diese Reaktionen seien so gering, dass sie vernachlässigt werden können, so das Fazit der Autoren der Studie.

Die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Christine Falk, erklärt das wie folgt: „Es kann sein, dass deren Funktion dadurch ein bisschen verändert wird und dass sozusagen die Stärke der Reaktion auf andere Bakterien oder andere Infektionen durchaus mit verändert wird. Also man kann es messen, aber es ist jetzt keine generelle Beeinflussung des Immunsystems.“

Studie zum Biontech-Impfstoff wird häufig fehlinterpretiert

Dennoch wird die neue Studie zu Biontech häufig fehlinterpretiert und im Internet wird darüber stark diskutiert. Befeuert wird das durch die Äußerungen des Virologen Alexander Kekulé im MDR-Podcast: „Es ist wohl so, dass durch die Impfung Abwehrmechanismen gegen bestimmte Viren und Bakterien gebremst werden. Das heißt, ich impfe gegen Sars-Cov-2 und es gibt eine Aktivierung der Antwort auf das neue Virus. Parallel aber wird die Antwort auf andere Viren gebremst. Gegen diese anderen Viren ist man dann weniger gut immun.“

UnternehmenBiontech
Gründung2008
SitzMainz
Umsatz482,3 Millionen Euro (2020)

Für weitaus problematischer hält die Immunologin Christine Falk, dass das Immunsystem durch eine Corona-Infektion tatsächlich nachhaltig geschädigt werden kann. Ihr Fachbereich an der medizinischen Hochschule Hannover bereitet dazu gerade die Publikation einer Studie vor. (Carolin Eberth)

Der Impfstoff-Hersteller Biontech und Pharma-Partner Pfizer plädieren sogar für eine baldige Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus. Hintergrund ist vor allem die weltweite Verbreitung der hochansteckenden Delta-Variante.

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