Virologe redet Klartext

Gefahr während Weihnachten: Überträgt sich Corona über Geschenke und Karten?

Weihnachten steht vor der Tür: Geschenke für Familie und Freunde werden besorgt und liebevoll verpackt. Doch können auch Päckchen das Coronavirus übertragen?

  • Während der Corona*-Pandemie ist immer häufiger die Rede von kontaminierten Oberflächen als Übertragungswege.
  • Weihnachten ist die Zeit der Geschenke, doch lässt sich das Coronavirus durch diese übertragen?
  • Ein Virologe äußert sich zu diesem aktuellen Thema.

Kassel - Jedes Jahr zu Weihnachten werden fleißig Geschenke und Karten besorgt, verpackt und an Familie, Freunde oder Bekannte verschenkt. Während der Corona-Pandemie stellt sich jedoch vor allem eine Frage: Können auch Päckchen und Geschenkkarten das Virus übertragen und somit zu einem gefährlichen Übertragungsweg werden?

Lauert die Gefahr sogar unter dem Weihnachtsbaum? Mit der Frage, ob Geschenke das Coronavirus übertragen können, beschäftigen sich derzeit viele Menschen in der Vorweihnachtszeit. Eine Studie veröffentlichte erst im Oktober, dass das Virus länger auf glatten Oberflächen überleben kann als angenommen.

Weihnachten während der Corona-Pandemie: Können Geschenke Viren übertragen?

Bedeutet das, dass Päckchen und Karten zu Virenschleudern werden können? Auch der Virologe und Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene an der Uni Rostock, Andreas Podbielski, äußert sich zu diesem Thema.

Corona-Gefahr zu Weihnachten? Aerosole kontaminieren glatte Oberflächen - Experte bezieht Stellung

Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) erklärt Podbielski: „Jeder, der Viren in Form von Aerosolen ausatmet, kontaminiert auch Oberflächen.“ Doch die Wahrscheinlichkeit, dass die Coronaviren auf Geschenkkarten und Päckchen lange genug überleben, um eine Infektion auszulösen ist laut des Experten sehr gering. „Dass Coronaviren an Weihnachten durch Karten oder verpackte Geschenke übertragen werden, ist vollkommen irreal“, erläutert Podbielski.

Jedes Jahr werden zahlreiche Geschenke zu Weihnachten verpackt und verschenkt. Doch können auch Päckchen und Karten zu gefährlichen Virenschleudern werden? Ein Virologe der Uni Rostock bezieht zu diesem Thema klar Stellung. (Symbolbild)

Geschenke als Corona-Virenschleuder an Weihnachten? Ein Virologe gibt Entwarnung

Im Gegensatz zu Hepatitis-A-Viren sei die Umweltstabilität von Coronaviren viel zu gering, weshalb die Krankheitserreger auf Geschenkpapier und Karten in Minuten bis wenigen Stunden absterben würden. Die Experimente, die rausgefunden haben, dass die Viren bis zu 28 Tage auf glatten Oberflächen überleben können, wurden unter bestimmten Laborbedingungen durchgeführt und daher gibt es keinerlei praktische Hinweise, dass eine Virenübertragung durch kontaminierte Oberflächen stattfinden kann - dies bestätigt die EU-Gesundheitsbehörde ECDC auf ihrer Homepage.

Laut dem Virologen Andreas Podbielski muss man sich bei der Bescherung zu Weihnachten also keine Sorgen machen. Jedoch gilt trotz der hohen Unwahrscheinlichkeit, dass Geschenke und Karten zu Corona-Virenschleudern werden, die Empfehlung, sich bei Kontakt mit vielen Oberflächen und Verpackungen häufig und gründlich die Hände zu waschen. (Alina Schröder) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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