Rapex-Meldung

Warnung für FFP2-Masken: Gesundheitsrisiko! Kein ausreichender Schutz vor dem Coronavirus

FFP2-Masken müssen vielerorts getragen werden - teilweise auch am Arbeitsplatz. Rapex warnt nun vor zwei Masken. Sie schützen nicht ausreichend vor dem Coronavirus.
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FFP2-Masken müssen vielerorts getragen werden - teilweise auch am Arbeitsplatz. Rapex warnt nun vor zwei Masken. Sie schützen nicht ausreichend vor dem Coronavirus.

Das Schnellwarnsystem Rapex hat zwei Warnungen für FFP2-Masken herausgegeben - es besteht ein Gesundheitsrisiko und kein ausreichender Schutz vor Corona.

Kassel - Gewarnt wird in beiden Fällen wegen einer unzureichenden Filterwirkung der FFP2-Masken - laut dem EU-Schnellwarnsystem Rapex besteht sogar ein Gesundheitsrisiko für die Träger.

Beide Produkte entsprechen nicht der PSA-Verordnung, also den Richtlinien für den Vertrieb von persönlicher Schutzausrüstung, und der einschlägigen europäischen Norm EN 149. Sie bieten demnach keinen ausreichenden Schutz vor einer Corona-Infektion.

Warnung vor FFP2-Maske: Filterwirkung von nur 19 Prozent

Betroffen von der Warnung ist eine weiße Halbflächenpartikelfiltermaske, die als FFP2-Maske verkauft wurde. Die Warnung auf EU-Ebene wurde in diesem Fall von Deutschland veranlasst. Die Filterwirkung des Materials ist unzureichend. Gemessen wurden Werte bis 19 Prozent.

Zudem passt sich die Maske nicht richtig der Gesichtsform an - der Dichtsitz stimmt also nicht. So kann eingeatmete Luft auch am Filter vorbeiströmen. Ein Schutz ist deshalb nicht gewährleistet. Neben einer Warnung vor der Benutzung wurde auch die Rücknahme der Corona-Maske aus dem Handel angeordnet.

Die betroffene FFP2-Maske wurde in China produziert und ist in einzelnen weiß-transparenten Kunststoffbeuteln verpackt, die in Kartons verkauft werden. Betroffen sind die Masken mit den folgenden Daten:

Marke:Ivrou
Name:Self-Priming Filter Respirator
Modellnummer:IRYS-01
Chargennummer:HLB20200906W
Herstellungsdatum: 06.09.2020 (MFG: 20200906)
Die FFP2-Maske der Marke Ivrou besitzt keine ausreichende Filterwirkung.

Warnung vor FFP2-Maske: Handel soll Maske zurücknehmen

Ebenfalls gewarnt wird vor der FFP2-Maske der Firma Enhance - die europaweite Warnung wurde in diesem Fall von Italien veranlasst. Grund ist hier ebenfalls eine nicht ausreichende Filterwirkung und damit ein nicht ausreichender Schutz vor dem Coronavirus. Laut Rapex wurde bei der Maske eine Filterwirkung von etwa 84 Prozent gemessen. „So kann die Maske, selbst wenn sie mit anderen empfohlenen Maßnahmen kombiniert wird, möglicherweise nicht angemessen schützen“, heißt es in der Warnung auf Produktwarnung.eu.

Auch bei der FFP2-Maske von Enhance wird wegen eines Gesundheitsrisikos gewarnt und der Handel wurde angewiesen, die Maske zurückzunehmen. Verkauft wurden die FFP2-Masken in einzelnen transparenten Plastiktüten.

Marke: Enhance
Name: FFP2 Mask
CE Kennzeichnung: CE2163
Typ/Modellnummer: FFP2 – ENKN95-001
Vor der Nutzung der FFP2-Maske der Marke Enhance wird gewarnt - die bietet keine ausreichende Filterwirkung und sitzt nicht richtig.

Das ist das EU-Schnellwarnsystem Rapex

Das Rapid Exchange of Information System (RapeX) ist ein Schnellwarnsystem der EU für den Verbraucherschutz. Über dieses System werden Informationen aus den Mitgliedsstaaten über gefährliche oder potenziell gefährliche Verbrauchsgüter - ausgenommen sind Lebensmittel, pharmazeutische Produkte sowie Medikamente - ausgetauscht.

Warnung vor FFP2-Masken: Produkte stammen aus China

In Deutschland werden die von der Warnung betroffenen Schutzmasken als FFP2-Maske verkauft, tatsächlich handelt es sich bei den Masken aber um KN95-Masken, einem chinesischen Schutzstandard, der dem europäischen FFP2-Standard entspricht. In den USA gibt es den Schutzstandard N95. Für KN95-Masken gelten in Deutschland folgende gesetzliche Grundsätze:

  • KN95 Masken müssen eine Sonderzulassung oder einen Schnelltest einer zugelassenen Prüfstelle in Deutschland nachweisen.
  • Sie dürfen nur mit einer Genehmigung der Marktüberwachungsbehörden verkauft oder abgegeben werden.
  • Diese Genehmigung muss den Masken beigefügt oder zumindest beim Verkauf vorgelegt werden.

Laut Produktwarnung.eu sei es bereits vorgekommen, dass Behörden in Deutschland Masken mit ungültigen oder gefälschten CE-Kennzeichnungen eine Genehmigung ausgestellt haben, wenn diese einen Schnelltest bestanden hatten. Das Verbraucherportal rät deshalb Kunden, beim Kauf einer KN95-Maske immer nach dieser Genehmigung zu fragen und diese Daten mit denen der Maske abzugleichen.

Sollten Sie eine der betroffenen FFP2-Masken besitzen, wird von der Weiterverwendung abgeraten. Ein offizieller Rückruf wurde in beiden Fällen nicht gestartet - die Masken können also nicht in den Handel gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgegeben werden.

Nicht die erste dringliche Warnung vor FFP2-Masken in Deutschland

Es ist nicht die erste Warnung beziehungsweise Rückruf für Corona-Masken in Deutschland: Erst Ende vergangenen Jahres gab es einen großen Rückruf für FFP2-Masken beim Drogeriemarkt Müller, in den Masken wurde ein hochgiftiger Stoff gefunden, der die Träger sogar in Lebensgefahr bringen kann.

Auch im Februar 2021 hatte das Gesundheitsministerium von Schleswig-Holstein vor einer nicht ausreichenden Schutzwirkung einer Corona-Maske gewarnt und betont, dass dieser Mundschutz eine Infektion sogar begünstigen könne. (Diana Rissmann)

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