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Der Rohstoff des Startups Nikrob ist – Abfall 

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Von: Klaus Geier

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Das Start-up Nikrob hat eine neue Technologie zur Herstellung von Bioethanol aus Müll in Litauen entwickelt, im Labor getestet und ist bereit, diese für die industrielle Produktion anzupassen.
Das Start-up Nikrob hat eine neue Technologie zur Herstellung von Bioethanol aus Müll in Litauen entwickelt, im Labor getestet und ist bereit, diese für die industrielle Produktion anzupassen. © nikrob

Wir sind uns oft nicht darüber im Klaren, dass selbst nach der Mülltrennung noch eine große Menge unverarbeiteter organischer Abfälle übrigbleibt. Allein in Vilnius werden jedes Jahr 72.000 Tonnen solcher Abfälle gesammelt. Jährlich werden 750.000 Euro für die Wartung des Mülltrennungssystems ausgegeben, für welches die Einwohner nicht bezahlen bräuchten.

Auch Abfall kostet

Laut Ilja Karuzis, Leiter der Energieabteilung der Stadtverwaltung Wilna, steigen die jährlichen Kosten für die Entsorgung von Verpackungsabfällen von Jahr zu Jahr. Die Installierung von Abfallbehältern in Wilna wird ebenfalls aus den Strukturfonds der Europäischen Union finanziert. Bis 2023 werden 1.200 neue moderne Containerstandorte mit bis zu 2.600 Containern speziell für die Sammlung von Verpackungsabfällen errichtet. Allein aus dem städtischen Haushalt werden rund 2,6 Millionen Euro für die Aufstellung der Sortierbehälter erwartet, weitere 2,6 Millionen Euro kommen aus den Strukturfonds der Europäischen Union.

Räumen wir tatsächlich den ganzen Müll weg?

Wissen Sie, wie viel CO2 bei der Verbrennung einer Tonne Müll freigesetzt wird? Und wie viel Gas und Strom verbraucht wird? Wie viel jeder Einwohner der Stadt dafür zahlen muss? Einige organische Abfälle verrotten einfach auf Deponien, wo durch anaerobe Prozesse viel Wärme und verschiedene Gase in die Atmosphäre freigesetzt werden, und wo nach starken Regenfällen Schadstoffe in den Boden gelangen, die das Grundwasser verseuchen können.

Probleme im Energiebereich

Öl, Gas und Strom werden teurer, so steigen natürlich auch die Rechnungen für Versorgungsleistungen und die Kosten für alle Güter des täglichen Bedarfs. Viele Länder suchen jetzt nach neuen alternativen Energiequellen. Schon 10 % Ethanol im Benzin können die Feinstaubemissionen um bis zu 50 % und die CO-Emissionen um 30 % senken. Die fortschrittlichen EURO-6-Normen in der Autoindustrie haben ein Biokraftstoffdefizit geschaffen! Es ist kein Geheimnis, dass nur 30 % des Bioethanols aus landwirtschaftlichen Kulturen hergestellt wird, was unvermeidlich zur Abholzung der Wälder führt.

Bioethanolherstellung aus Abfällen – umweltfreundlicher

Das Start-up Nikrob hat eine neue Technologie zur Herstellung von Bioethanol aus Müll in Litauen entwickelt, im Labor getestet und ist bereit, diese für die industrielle Produktion anzupassen.

„Die Idee, das Projekt zu entwickeln, bestand schon länger, jedoch ist erst jetzt die Zeit gekommen, es umzusetzen. Als Kohlenwasserstoff-Energieressourcen leicht verfügbar waren und aus dem Untergrund sprudelten, machte es keinen Sinn, sich mit Bioethanol-Produktionstechnologien zu befassen. Heute jedoch sind diese nicht nur nützlich, sondern auch faszinierend. Zwanzig Jahre Erfahrung in der Labor Forschung haben uns dazu bewegt, uns zu engagieren. Bereits im Jahr 2002 begann ich mit der Erforschung und dem Experimentieren mit Proben verschiedener Enzymgruppen, die organische Verbindungen möglichst schnell verarbeiten können. Wir haben uns mit verschiedenen Lebensmittelgruppen, Papier und Zellulose beschäftigt. Sowohl im Winter als auch im Sommer haben wir zahlreiche Experimente durchgeführt. Natürlich verzehren die Menschen im Sommer mehr Obst und Gemüse, so dass sich in ihren Abfällen mehr Zucker und damit mehr organische Stoffe ansammeln, aber im Winter ist die Situation anders“, sagt Roman Nikolaev, der Leiter von Nikrob. Ihm zufolge tauchte in den Jahren 2012-2013 in unserer Umwelt eine große Anzahl von Erzeugnissen auf, die zahlreiche Konservierungsstoffe enthielten, deren chemische Zusammensetzung mitunter selbst im Labor schwer zu erforschen war und in einigen Fällen funktionierten die Enzyme nicht effizient. „ Dabei hatten wir ein einfaches Ziel: Verstehen, wie aggressiv die Umgebung für die Vergärung von organischen Abfällen sein muss, damit sie ohne Folgen in der Kraftstoffindustrie verwendet werden kann. Um eine Art zirkuläres Recycling der Abfälle zu schaffen, haben wir eine Reihe von Untersuchungen mit verschiedenen Hefestämmen, verschiedenen Enzymen und sogar Säuren durchgeführt“, sagt der Verfasser der Idee.

Im Sommer dauert der Prozess drei Tage

Nach der Müllsortierung werden organische Abfälle zerkleinert und mit Wasser vermischt, dann durch speziell entwickelte Fermente zu einer Stärke verarbeitet, die verzuckert und vergärt. Die so entstandene Biomasse wird schrittweise entwässert und in speziellen Anlagen bis zu einer Ethanol Fraktion von 96 % gefiltert. Das daraus resultierende Produkt ist ideal für die Verwendung in umweltfreundlichen Biokraftstoffmotoren. Ein Teil des produzierten Ethanols, das mit demselben Bioethanol-Produktionsgenerator erzeugt wird, sorgt für den autonomen Betrieb des Systems selbst. Dieser Vorgang dauert im Sommer drei Tage. Im Winter kann es allerdings bis zu einem Monat dauern.

Umweltschonende Kraftstoffe – ohne giftige Abgase

Wichtig zu erwähnen ist, dass heute niemand auf der Welt eine derart komplexe mobile Ausrüstung produziert. Dies bedeutet, dass nur Labor- oder Industrieanlagen existieren, weshalb einige der Komponenten eines Prototyp-Moduls selber hergestellt, bestellt und montiert werden müssen. Die von uns mobile, völlig autonome Einheit ist in zwei Containern untergebracht, welche mit einem Fahrzeug transportiert werden können. Es ist leicht zu verlagern und neue Module können leicht hinzugefügt werden, um die Kapazität der Einheit zu erhöhen. Dieses modulare, intelligente System kann alle organische Abfälle recyceln und in einem geschlossenen Produktionszyklus in Bioethanol umwandeln. Das System ist dicht – es gibt keinen Geruch. Für die Entwicklung eines Prototyps einer mobilen, autonomen Einheit sind Investitionen in Höhe von 250 – 300.000 € erforderlich. „Wir laden umweltbewusste und gleich Gesinnte Bürger ein, einen Beitrag zu einer besseren Zukunft zu leisten und unser Team von Wissenschaftlern und Ingenieuren zu unterstützen. Dieses tun wir im eigenen Interesse und für die Zukunft des gesamten Planeten“, sagt R. Nikolaev, Geschäftsführer von Nikrob.

Kostenfreier erneuerbarer Kraftstoff – immer

„Wir arbeiten mit dem Regionalen Abfallwirtschaftszentrum von Schaulen zusammen. Wir haben vorläufige Berechnungen am Beispiel des Recyclings organischer Abfälle in Schaulen durchgeführt. Die Bürger von Schaulen erklären sich bereit, ihre Mülldeponie als erstes Testgelände zur Verfügung zu stellen. Dieses Versuchsmodul würde es uns auch ermöglichen, zu prüfen, wie häufig und in welchem Umfang wir organische Abfälle recyceln können. Doch Praxis ist Praxis, und die klimatischen Bedingungen, die Eigenheiten der Wasser- und Stromversorgung und andere externe Einflussfaktoren können einige Anpassungen und Korrekturen nach sich ziehen“, sagt der Direktor. – Bioethanol wird aus recycelten Rohstoffen hergestellt, ist verbrauchssteuerfrei und günstig in der Herstellung, so dass wir behaupten können, einer der effizientesten Kraftstoffe der Welt zu sein. Bioethanol aus organischen Abfällen kostet nur 0,3 € pro Liter. Dadurch könnten die Kosten für Logistik und Versorgungsleistungen erheblich gesenkt werden. Die Herstellung von Bioethanol aus Abfällen wird die Treibhausgasemissionen - Kohlendioxid -erheblich reduzieren.

Kalvarijų st. 125, LT-08221 Vilnius, Lithuania.
+370 603 62598 (DE, PL)
info@nikrob.lt

Yvonna Rimsa, Verkaufsleiter in Deutschland
https://nikrobbioengineering.com/

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