Hersteller warnt

Rückruf von Desinfektionsmittel: Achtung! Ungewollte chemische Reaktion möglich  

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Rückruf von Desinfektionsmittel in Corona-Zeiten: Es besteht die Gefahr einer ungewollten chemischen Reaktion bei einem Flächendesinfektionsmittel im Kanister - Produkt unbedingt umtauschen.

Rückruf für Desinfektionsmittel ausgerechnet in der Corona-Zeit. Achtung! Produkt sofort umtauschen - Eine chemische Reaktion ist möglich.

  • Rückruf* von Desinfektionsmittel wegen möglicher chemischer Reaktion
  • Kanister mit Desinfektionsmittel können sich aufblähen
  • Präventiver Rückruf des Herstellers

Kassel - In Zeiten von Corona wird es überall dringend benötigt: Desinfektionsmittel. Zahlreiche Firmen haben daher in den letzten Wochen ihre Produktionen auf Desinfektionsmittel umgestellt, so auch die Söll GmbH im oberfränkischen Hof in Bayern. 

Doch nun hat das Unternehmen einige Kanister des Flächendesinfektionsmittels einen Rückruf gestartet. Bei dem möglicherweise gefährlichen Produkt handelt sich um einige Chargen des "Flächendesinfektionsmittel AquaDes".

Rückruf für Desinfektionsmittel: Hersteller stellt im April Produktion um

Söll ist seit 25 Jahren eines der führenden Unternehmen für Wasseraufbereitung und gehört seit kurzem zur weltweit agierenden OASE-Gruppe. Neben der Wasserpflege im Garten und der Aquaristik hat die Söll GmbH auch Technologien und Prozesse entwickelt, die zur Trinkwasseraufbereitung, Abwasseraufbereitung und der Seentherapie genutzt werden. 

Alle Pflegeprodukte werden im oberfränkischen Hof entwickelt und produziert. Seit Mitte April hat die Söll GmbH aufgrund der aktuellen Corona-Krise ihre Produktion umgestellt, um Flächendesinfektionsmittel für professionelle Anwender zur Bekämpfung des Coronavirus herzustellen. Jetzt kommt es zum Rückruf eines Produktes.

Rückruf für Desinfektionsmittel: Produktion ist überprüft worden

Nach Rückmeldungen bezüglich vereinzelt geblähter Kanister hat Söll das Produktionsequipment vollständig überprüft. „Unser Ziel ist selbstverständlich, mangelfreie Produkte am Markt zu haben, weshalb der freiwillige, umgehende Rückruf für uns selbstverständlich war,“ gibt Thorsten Muck, Geschäftsführer der OASE-Gruppe, in einer Pressemitteilung bekannt. 

Bei der Überprüfung wurde eine Beschädigung des Zylinders in der Abfüllanlage entdeckt, durch die es vereinzelt zur Auswaschung von Metallpartikeln gekommen ist, welche mit Natriumhypochlorit das Gas Sauerstoff bildeten. Laut Pressemitteilung des Unternehmens seien die Produkte allerdings weiterhin funktionstüchtig, wobei etwa 40 der bislang zurückgeholten rund 3.800 Kanister des Desinfektionsmittels, welches speziell zur Bekämpfung von Coronaviren hergestellt wurde, durch eine chemische Reaktion leicht aufgebläht waren. 

Rückruf für Desinfektionsmittel: Hersteller nennt Fakten zum Rückruf

Rückruf: Bei diesem Desinfektionsmittel sei laut Hersteller ein Aufblähen der Behälter nicht ausgeschlossen.

Grund für den Rückruf: Laut Angaben des Unternehmens sei bisher keiner der Behälter des Desinfektionsmittels geplatzt. Ein leichter Chlorgeruch bei der Öffnung der Kanister sei produkttypisch und stamme von einer kleinen Konzentration Chlordioxid. Dieses sorgt auch für die gelbliche Färbung des Produktes. Die Funktion des Desinfektionsmittels speziell gegen Coronaviren ist laut des herstellenden Unternehmens trotz der chemischen Reaktion weiterhin gegeben. Allerdings empfiehlt der Hersteller das Tragen einer Schutzbrille und Handschuhen und ein langsames Vorgehen beim Öffnen der Behälter. 

Der Großteil der ausgelieferten Kanister wurde bereits durch Söll entweder aktiv zurückgeholt oder vor Ort ausgetauscht. Von dem Produkt gehe keine unmittelbare Gefährdung aus, so der Hersteller. Etwaig ausgetretene Flüssigkeit könne einfach mit Wasser verdünnt und weggespült werden.

Rückruf für Desinfektionsmittel: Handlungsempfehlung für Verbraucher

Wer betroffene Ware im Bestand oder Fragen zum Produkt hat, solle sich direkt mit dem Hersteller in Verbindung setzen. Dies ist telefonisch unter 0800/8373623 oder per E-Mail an info@soelltec.de möglich. Das Unternehmen wird dann die Abholung oder auf Wunsch den Umtausch der Ware veranlassen. Es bestehe aus Sicht des Herstellers keine Veranlassung, die Feuerwehr zu informieren.

Verbraucher können sich auf Produktwarnung.de ständig über Rückrufe einzelne Produkte informieren. Dort finden sich immer aktuelle und genauere Informationen zu den zurückgerufenen Produkten und eventuellen Gefahren.

Desinfektionsmittel-Rückruf: Die Daten des betroffenen Produktes

Das Unternehmen beliefert laut eigenen Angaben seit Jahrzehnten den Fachhandel sowie Garten- und Landschaftsbauer mit seinen Qualitätsprodukten. Unter anderem finden sich Produkte der Söll GmbH in bekannten Garten- und Baumärkten wie zum Beispiel Hornbach, Hagebau, Bauhaus, Obi und toom.

Folgende Chargen des Desinfektionsmittels, welches speziell für die Bekämpfung des Coronavirus entwickelt wurde, sind von dem Rückruf betroffen:

Chargennummer und Mindesthaltbarkeitsdatum

ADU04/23 BDU04/23 CDU04/23 DDU04/23 EDU04/23 FDU04/23 GDU04/23 HDU04/23 IDU04/23 KDU04/23 LDU04/23 MDU04/23 NDU04/23 ODU04/23 PDU04/23 QDU04/23 RDU04/23 SDU04/23 TDU04/23 UDU04/23 XDU04/23

Rückrufe von Produkten: Oft Lebensmittel betroffen

Von Jahr zu Jahr steigen die Zahlen an Rückrufaktionen im Lebensmittelbereich wie in der Auto-Branche. Das sind die häufigsten Gründe für einen Rückruf*. Die meisten Rückrufe von Produkten betreffen Lebensmittel. Erst kürzlich war bei der Supermarktkette Rewe ein beliebtes Produkt von einem Rückruf* betroffen.

Doch auch andere Produkte können von Rückrufen betroffen sein. Der Discounter Tedi beispielsweise ruft Schmuck* zurück, weil er für Allergiker gefährlich und gesundheitsgefährdend sein kann.

Desinfektionsmittel: Deshalb solltet ihr es niemals selbst herstellen

Von Helena Gries

Der Autobauer BMW startet weiteren einen Rückruf für einige seiner Modelle. Toyota Modelle* werden wegen ähnlichen Mängeln zurückbeordert.

Ein aktueller Rückruf kommt derzeit aus der Schweiz. Hier wurden Listerien in einer Käse-Produktion* nachgewiesen.

Der deutsche Autobauer VW sieht einen Rückruf auf sich zu kommen. Bei dem neusten Golf-Modell* gibt es Probleme beim elektronischen Notruf-Assistenten.

Ein weiterer Rückruf eines Lebensmittels wurde von Alnatura herausgegeben. Es herrscht Verdacht auf Glassplittern in dem betroffenen Bio-Produkt.

Auch bei Frank Juice gibt es einen Rückruf: Der Saft-Hersteller gibt eine Warnung an Allergiker heraus, da die fehlerhafte Kennzeichnung eine Gesundheitsgefahr bedeutet.

Der Pflaster-Hersteller Hansaplast hat einen Rückruf* gestartet. Betroffen sind verschiedene Pflaster-Produkte. 

*hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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