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Diesel- und Benzinpreise steigen: Lohnt sich die Fahrt ins Nachbarland?

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Von: Tanja Koch

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Ein Kunde einer freien Tankstelle füllt sein Auto mit Diesel-Kraftstoff. Der Ukraine-Krieg hat die Spritpreise erstmals über die Schwelle von zwei Euro steigen lassen.
Ein Kunde füllt sein Auto mit Diesel-Kraftstoff. Der Ukraine-Krieg hat die Spritpreise erstmals über die Schwelle von zwei Euro steigen lassen. © Marijan Murat / dpa

Durch den Ukraine-Krieg ist das Tanken in Deutschland teurer geworden. Viele Menschen tanken nun in Nachbarländern. Doch das ist nicht immer sinnvoll.

Flensburg/Kruså – Für gewöhnlich ist es umgekehrt: Die Dänen fahren zum Einkaufen von etwa Alkohol und Süßigkeiten nach Flensburg. Doch jetzt nutzen viele deutsche Grenzlandbewohner die günstigen Spritpreise in Dänemark. Aufgrund des Ukraine-Kriegs sind nicht nur die Heiz- und Stromkosten, sondern auch die Preise für Benzin und Diesel enorm gestiegen. Wegen unterschiedlicher Besteuerungen und Abgaben ist das Tanken in vielen Nachbarländern Deutschlands jedoch günstiger, neben Dänemark etwa in Österreich oder Tschechien.

In Deutschland ist Tanken durch den Ukraine-Konflikt rasant teurer geworden. Am Montag (14.02.2022) etwa kostete der Liter Diesel 14 Kronen, umgerechnet etwa 1,88 Euro. In Deutschland, wenige Kilometer entfernt, lag der Preis am Montag bei 2,22 Euro. Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine am 24. Februar haben sich die Spritpreise laut ADAC bis vergangene Woche um fast 66 Cent pro Liter verteuert, Superbenzin der Sorte E10 um gut 45 Cent. Zuletzt hatte sich die Entwicklung aber etwas verlangsamt.

Doch nicht immer ist es sinnvoll, für eine Tankladung die Grenze zum Nachbarland zu überqueren. Potenzielle Tanktouristen sollten bedenken, dass auch die Autofahrt über die Grenze Geld kostet. Je weiter weg die Tankstelle und je mehr Sprit das Auto pro Kilometer verbraucht, desto weniger sinnvoll ist der Trip zur Tankstelle im Nachbarland. Auch den zeitlichen Aufwand sollten Verbraucher berechnen. Sinnvoll ist es, den Besuch der Tankstelle mit einem touristischen Ausflug über die Grenze zu verbinden.

Ukraine-Krieg lässt Spritkosten steigen: Darauf sollten Tanktouristen achten

Je mehr Liter man tankt, desto eher lohnt sich zudem die Fahrt zur günstigeren Tankstelle. Doch es gibt Obergrenzen: Zwar dürfen in Deutschland 60 Liter Treibstoff pro Reservekanister, insgesamt 240 Liter mitgeführt werden. Doch in Österreich, Dänemark, Tschechien sind höchstens zehn Liter in einem Extra-Kanister erlaubt, wie der ADAC erklärt. Neben einem Bußgeld, das die Ersparnisse wieder relativiert, kann es bei einem Verstoß auch dazu kommen, dass an der Grenze nach Deutschland die Mineralölsteuer nachgezahlt werden muss. Es empfiehlt sich, für die Zollkontrolle die Tankbelege aufzubewahren. Wer den Sprit nicht in einem Kanister mit Reservekraftstoffkanister-Zulassung transportiert, der weniger als fünf Jahre alt ist, muss aus Sicherheitsgründen ebenfalls mit einem Bußgeld rechnen.

Ukraine-Krieg lässt Spritpreise steigen, hier können Verbraucher sparenSo viel Liter dürfen in Kanistern mitgeführt werden
Dänemark10 l
Tschechien10 l
Österreich10 l
Polen20 l

Zwar ist die Corona-Pandemie angesichts des Ukraine-Krieges nicht mehr allzu präsent. Doch es gibt nach wie vor Auflagen, die die Einreise in andere Länder betreffen. Wer etwa nach Österreich einreisen will, selbst für weniger als 24 Stunden, benötigt einen 3G-Nachweis. Die aktuellen Einreiseregeln sollten Verbraucher kurzfristig auf der Website des Auswärtigen Amtes checken. (tk)

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